An die Zeppelin-Realschule wird sich Gerhard Schlosser sicher mit ein wenig Wehmut gern erinnern. Da er als Schulrat nun ins Staatliche Schulamt gewechselt ist, haben ihm sein bisheriges Kollegium, Wegbegleiter und Schüler samt Elternschaft einen schönen Abschied bereitet.

Normalerweise verabschiedet ein geschäftsführender Schulleiter Rektoren, die Singener Schulen verlassen. Doch das ging diesmal nicht, denn schließlich ist Gerhard Schlosser selbst noch der geschäftsführende Schulleiter.

Somit hatten die Rektoren-Kollegen Nina Ache-Hirschmann (Hardtschule), Anja Claßen (Waldeck-Schule) und Gregor Fischer (Schillerschule) die Fäden für eine unkonventionelle Verabschiedung in die Hand genommen. Dafür ließen sie die Zuhörer an ihren Gedanken teilhaben, warum man Gerhard Schlosser in Singen nur ungern gehen lässt.

Auch OB Bernd Häusler drückte es drastisch aus: "Wir sind empört, dass Gerhard Schlosser uns verlässt!" Er sei in den letzten sechseinhalb Jahren ein äußerst verlässlicher Partner für die Stadt gewesen. Immerhin könne man ihn nicht nur mit weinendem Auge, sondern auch mit einem lachenden Auge gehen lassen, da er ja nur die Seite wechsle.

Schlossers Nachfolge als Schulleiter und die als geschäftsführender Schulleiter ist noch nicht entschieden, wird aber bald bekannt werden, sagte Bernd Häusler dem SÜDKURIER auf Anfrage.

Ein gemaltes Zeppelin-Bild als Geschenk

"Wir werden sein ruhiges Wesen, seine Gewissenhaftigkeit und die Tatsache, dass er immer ein offenes Ohr hat, vermissen", so Anja Claßen. "Mir wird auch sein spitzbübisches Grinsen fehlen", ergänzte Gregor Fischer. Ein sogenanntes "Balance Board" zum Halten des Gleichgewichts und für den Wettstreit zwischen Willen und Möglichkeiten im Rahmen der zukünftigen Aufgaben im Schulamt gehörte zu den Geschenken, die die Schulleiterkollegen mitgebracht hatten.

Doch auch die Lehrer und Schüler hatten sich tolle Abschiedsgeschenke überlegt, die sich alle um das Symbol der Schule, den Zeppelin drehten, darunter ein größeres Bild eines Zeppelins, gemalt von Antje Kirsch.

Karin Gebhard und Aydan Göktas bedankten sich als Vertreterinnen des Fördervereins und des Elternbeirats bei Gerhard Schlosser für sein außerordentliches Engagement für die Schüler, aber auch im Förderverein. Die beiden Schülersprecherinnen Sophia Adam und Julia Komnik sagten einhellig: "Wir wissen, dass Sie nicht ohne Grund befördert wurden. Sie haben es mehr als verdient!"

Die Schülerschaft hatte für ihren scheidenden Schulleiter eine überlange Wimpelkette gefertigt, auf der jeder Schüler seine Dankesworte niedergeschrieben hatte. Für die Schüler ist Gerhard Schlosser auf jeden Fall "Kult", wie sie in dem Song "Ciao, Adé, Tschüss und Lebwohl!" getextet hatten.

Auch der Lehrerchor hatte den Song "Über den Wolken" passend auf Gerhard Schlosser umgedichtet. Djellza Bujari aus der Klasse 5b sang den Song "Little do you know".

Dank an alle bisherigen Kollegen

Gerührt nahm Gerhard Schlosser die vielen lobenden Worte und Geschenke an. Er fasste in seiner Ansprache die wichtigsten Punkte zusammen, die seine Zeit an der Zeppelin-Realschule geprägt hatten.

Besonders auffällig war der Anstieg der Schülerzahlen von 390 im Jahr 2012 auf nun 570 Schüler. Als er an die Schule gekommen war, hatte man wohl wegen neuer Schularten eher damit gerechnet, dass die Schülerzahlen rückläufig würden.

Schlosser dankte allen, die ihn bei seiner Arbeit unterstützt hatten, nicht zuletzt dem Konrektor Johannes Briechle, mit er sich fast blind verstanden habe. "Ich bleibe mit den Singener Schulen und besonders der Zeppelin-Realschule in Verbindung", versprach er.