Oguz Akbudak vom Hegauer Kulturverein hat das Theaterstück „Stefanie integriert die Öztürks“ in Tuttlingen gesehen, viel gelacht und gedacht: „Die müssen wir nach Singen holen.“ Unterstützung bekam er in der Organisation vom Verein Integration in Singen (inSi) und in finanzieller Hinsicht von der Singener Kriminalprävention, die eine Förderung über das Bundesprogramm „Demokratie leben“ beantragen kann.

Die Comedy-Theater-Gruppe „Halber Apfel“ zeigt am Samstag, 26. Oktober, was passiert, wenn zwei grundverschiedene Kulturen aufeinander treffen.
Die Comedy-Theater-Gruppe „Halber Apfel“ zeigt am Samstag, 26. Oktober, was passiert, wenn zwei grundverschiedene Kulturen aufeinander treffen. | Bild: Halber Apfel

Akbudak ist überzeugt, dass gemeinsames Lachen und die Fähigkeit, über sich selbst lachen zu können, das Verständnis untereinander fördert. Deshalb hofft er, dass bei der Aufführung der Theatergruppe „Halber Apfel“ am Samstag um 19.30 Uhr in der Gems möglichst viele Nationalitäten im Publikum vertreten sind. „Das Zusammenleben verschiedener Kulturen und die Integration sind super dargestellt“, sagt Akbudak, der für den Kulturverein, der aus der türkischen Gemeinde entstanden ist, die Pressearbeit macht und im erweiterten Vorstand von inSi ist.

Multikulturell besetzte Arbeitsstellen

Er will alle seine Kontakte nutzen, um für den Besuch des Stücks zu werben und gemeinsam mit Bernhard Grunewald, Zweiter Vorsitzender von inSi, dafür sorgen, dass die Werbeflyer in den Betrieben ausliegen. In Singener Unternehmen werde Integration bereits gelebt, ist Grunewald überzeugt. „Die Entwicklung der Unternehmen wäre ohne die Zuwanderer nicht möglich gewesen, viele Arbeitsstellen sind multikulturell besetzt und aus Kollegen werden Freunde“, sagt Bernhard Grunewald.

Er formuliert auch den Anspruch des Vereins „inSi“, sich um alle Zuwandererinnen und Zuwanderer zu kümmern. Dazu sei es nötig, Kontakte zu den Landsmannschaften zu knüpfen und deren Anliegen zu kennen. Anregungen aus den Vereinen, wie zum Beispiel die des Hegauer Kulturvereins bei der Organisation der Theateraufführung zu helfen, würden gern aufgenommen.

Kaffeetrinken bei den Vereinen

Damit die Anliegen aller Kulturvereine mehr Gehör finden, trafen sich Vertreter der Landsmannschaften bereits zwei Mal im Rathaus, um dort mit OB Häusler und Bürgermeisterin Seifried über ihre Wünsche zu sprechen. „Beim letzten Gespräch waren rund 60 Personen von rund 25 Vereinen und Verbänden dabei“, berichtet Grunewald. Der Verein geht aber auch zu den Landsmannschaften, sucht das Gespräch und will bei Problemen helfen. InSi lädt dazu unter dem Motto „Wir in Singen„ zum Kaffee zu den Vereinen. „Im November sind wir bei den Portugiesen eingeladen, deren Verein im nächsten Jahr sein 50. Jubiläum feiert“, berichtet Grunewald.

Förderung vom Bund

Die Kriminalprävention Singen sorgt über das Bundesprogramm „Demokratie leben“ vom Bundesfamilienministerium für die Finanzierung der Aufführung. Die Förderung aus diesem Programm läuft fünf Jahre und beträgt 135 000 Euro pro Jahr, erklärt Marcel Da Rin von der Kriminalprävention der Stadt Singen.

Die Stadt habe sich erneut beworben und hofft als eine von rund 200 Städten wieder gefördert zu werden. Für jedes Projekt muss ein Antrag gestellt werden, der bestimmte Kriterien erfüllen, vor einem Ausschuss bestehen und Ministerium genehmigt werden muss. Gefördert worden seien unter anderem der Dokumentarfilm „Der Chronist“ oder der „Tag der Zivilcourage“, der am Freitag, 25. Oktober stattfindet. Die Kriminalprävention hilft bei der Antragstellung und der Abrechnung. „Wir freuen uns natürlich, wenn Ideen aus den Landsmannschaften kommen, die wir aus dem Programm unterstützen können“, erklärt Da Rin.

Das Stück

„Stefanie integriert die Öztürks“ wird am Samstag, 26. Oktober, um 19.30 Uhr in der Gems von der professionellen Comedy-Theater-Gruppe „Halber Apfel“ aufgeführt. Sie will mit dem Stück zeigen, dass Integration auch lustig sein kann und dass „sich Menschen verschiedener Kulturen öfter mal treffen und etwas miteinander unternehmen sollten“, wie der Leiter der Truppe, Murat Isboga, es formuliert. Der Eintritt kostet acht Euro. Karten im Vorverkauf gibt es beim Verein „inSi“ oder in der Gems. „InSi“ ist unter Telefon (07 73 1) 85 70 3 zu erreichen.