Zahlreich strömten Weggefährten zur Beerdigung von Bernhard Beger. Ein Arrangement, welches dem Verstorbenen gefallen hätte, zierte den Altarraum der Kirche St. Stephan in Arlen zur Trauerfeier für den langjährigen Gemeinderat und engagierten Narren – den alle nur als "Bögiy" kannten.

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Ein Motorradhelm auf seinem Sarg, daneben die geliebte Gitarre, wunderschöne Blumengestecke in Herzform und Fotos mit dem Verstorbenen, die ihn bei wichtigen Stationen seines Lebens zeigten. Besonders ergreifend waren die Momente, als sein Gesang die Kirche erfüllte. Wenn auch nur von einem Tonträger abgespielt, hätte man meinen können, er musiziert selbst und schmunzelt dabei verschmitzt.

Am 28. Dezember ist Bögiy mit nur 68 Jahren verstorben und überwand damit eine schwere Krankheit. Ein Mann, der immer nach vorne geschaut hatte, der Spuren und lebhafte Erinnerungen zurücklässt, ein liebender Familienvater und einer, der mit der Fastnacht verwurzelt war. Er feierte Fastnacht mit dem Herzen und schenkte den Leuten damit viel Freude. 1979 gründete er die Hanselegruppe des Narrenvereines Burg Rosenegg. Dass er im ersten Jahr das erste und einzige Hansele war, störte ihn dabei nicht. „Bögiy ist noch mit seiner ganzen Seele dabei“, behauptete Pfarrer Arthur Steidle. Vermutlich würde dieser den Himmel ganz schön aufmischen und auch dort Fastnacht feiern.

Gemeinde nimmt Abschied

Holger Reutemann, Vorsitzender des Narrenvereines Burg Rosenegg, verabschiedete sich in Form eines persönlichen Briefes von seinem Freund Bögiy. Er hätte die Sprache des Herzens gesprochen, ein Heiliger sei er nicht gewesen, dafür ein urtümlicher und energiegeladener Mensch aus Fleisch und Blut. Lange schon war geplant gewesen, Bögiy zum Obristen zu ernennen. Nun hatte Reutemann die Laudatio an Bögiys Sarg abhalten müssen und seine liebe Ehefrau Dagi müsse zu gegebenem Zeitpunkt ihren Kopf für beide hinhalten.

So kannten ihn die Menschen im Hegau: Der traditionell alefänzige Auftritt von Nachtwächter Bernhard Beger (links) mit Schermuser Bernd Ueltzhöffer und dem ebenfalls bereits verstorbenen Trubehueter Roland Schoch (rechts).
So kannten ihn die Menschen im Hegau: Der traditionell alefänzige Auftritt von Nachtwächter Bernhard Beger (links) mit Schermuser Bernd Ueltzhöffer und dem ebenfalls bereits verstorbenen Trubehueter Roland Schoch (rechts). | Bild: Archiv Sabine Tesche

Mit Bögiy verliert die Gemeinde einen besonders engagierten Bürger. 34 Jahre lang war er Gemeinderat in Rielasingen-Worblingen gewesen. Auch in diesem Gremium schätzte man seine offene und ehrliche Art. Als der selbstständige Augenoptikermeister im Jahr 2017 in seinen wohlverdienten Ruhestand wechselte, wurde er Amtsbote der Gemeinde und verteilte dabei ebenso Freude wie kleine Plaudereien. „Mit Bögiy verliert die Gemeinde eine respektierte und geachtete Persönlichkeit, welche mit großem Engagement große Verdienste im örtlichen Gemeinwesen erworben hat“, verabschiedete Bürgermeister Ralf Baumert den Bögiy.