Kunst und Kultur spielen in Radolfzell eine große Rolle. Mehr als 90 Künstler präsentierten bei der 14. Kulturnacht ihre Arbeiten in der Kernstadt und den Ortsteilen Stahringen, Liggeringen. Markelfingen und Böhringen. Zu sehen und zu hören gab es ein vielfältiges Angebot von Ausstellungen, Lesungen, Musik und darstellender Kunst.

Kunst in kunstvoller Atmosphäre: Die Kunstscheunen in Böhringen liefert das passende Ambiente für die Kulturnacht.
Kunst in kunstvoller Atmosphäre: Die Kunstscheunen in Böhringen liefert das passende Ambiente für die Kulturnacht. | Bild: Jarausch, Gerald

In Böhringen wurde die Kulturnacht am Dienstag anlässlich des 775. Jubiläums des Ortsteils um 18 Uhr an der Böhringer Scheune eröffnet. Die Fritz-Kleiner-Straße war bei der diesjährigen Kulturnacht in Böhringen so etwas wie die Kulturmeile. In drei ehemaligen Scheunen und einem ungenutzten Wohnhaus hatten verschiedene Künstler ihre Bilder und Objekte ausgestellt. Unter der Leitung der Böhringer Künstlerin Victoria Graf war unter anderen zum Jubiläum das Kunstprojekt "7:75 Ortszeit" entstanden. Dabei hatte sich die Stadt als Eigentümer der Immobilie schon einmal rechtlich abgesichert, indem sie die Besucher mit einem Schreiben darauf hinwies, dass sie das Haus auf eigene Gefahr betreten, da die Gebäude in einem schlechten seien.

Glückliche Mitorganisatorin: Viktoria Graf steigt aus einem Oldtimer, der zur Eröffnung der Kulturnacht in Böhringen vorfuhr.
Glückliche Mitorganisatorin: Viktoria Graf steigt aus einem Oldtimer, der zur Eröffnung der Kulturnacht in Böhringen vorfuhr. | Bild: Jarausch, Gerald

Die Stadtwerke hatten ihrerseits dafür gesorgt, dass zumindest Strom in den Gebäuden an dem Veranstaltungsabend zur Verfügung stand. Den Kunstgenuss steigerte dieses Ambiente tatsächlich eher noch, da man als Besucher gleichzeitig noch ein ungewöhnliches Raumerlebnis geboten bekam. Bereits bei der Begrüßung und Eröffnung der Kulturnacht durch Oberbürgermeister Martin Staab waren zahlreiche Besucher in Böhringen zugegen. Zurecht verwies er darauf, dass man in diesem Jahr "um Böhringen mit diesem tollen Programm praktisch nicht herumkommt", wie er sagte. In der Tat war der größte Radolfzeller Ortsteil mit sechs verschiedene Veranstaltungsorten und mehr als 20 aktiven Künstlern überproportional gut vertreten.

Bandsalat: Bei der Upscale-Installation in der Stadtbibliothek kommen alte Video-und Kassettenbänder zum Einsatz.
Bandsalat: Bei der Upscale-Installation in der Stadtbibliothek kommen alte Video-und Kassettenbänder zum Einsatz. | Bild: Jarausch, Gerald

Ebenso wie die anderen Ortsteile war Böhringen bestens mit den extra eingesetzten Shuttlebussen der Stadtwerke Radolfzell zu erreichen. Weil die Busse mit dem Programmheft zudem kostenlos zu nutzen waren, stand dem Besuch der Ausstellungen und Vorführungen in Markelfingen, Liggeringen und Stahringen nichts im Wege. Denn auch dort hatten die heimischen Künstler etliche Veranstaltungsorte eingerichtet, die es sich lohnte, zu besuchen. In der Kernstadt selbst konzentrierte sich das Geschehen nicht mehr ganz so stark auf den Martktplatz, wo im vergangenen Jahr anlässlich des Stadtjubiläums besonders viel Sehenswertes geboten war.

Licht und Form: Im Gewölbekeller der Stadtbibliothek erleben die Besucher ein buntes Farbschauspiel.
Licht und Form: Im Gewölbekeller der Stadtbibliothek erleben die Besucher ein buntes Farbschauspiel. | Bild: Jarausch, Gerald

In der Stadtbibliothek konnten die Besucher unter anderem eine Installation des Lichtkünstlers Axel Reinhard Böhme bewundern, die dieser aus alten Video- und Kassettenbändern im Gewölbekeller angeordnet hatte. Zu der Live-Musik von Dominik Morgenstern am Marimbaphon und den sich ständig wechselnden Lichtverhältnissen im Raum entstand so einmal mehr eine sehenswerte Arbeit des Künstlers. Diese gute Resonanz hatte Angelique Tracik, Fachbereichsleiterin des Ressorts Kultur, bereits zum Beginn der Veranstaltung vorausgesagt. "Ich schätze, dass rund 8000 Menschen heute Abend unterwegs sind", sagte sie im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Zu der Einschätzung war sie gekommen, weil die 6000 gedruckten Programmhefte bereits im Vorfeld einen reißenden Absatz gefunden hatten.

Bilderstory von der Kulturnacht unter
http://www.suedkurier.de/9913037