Der Stadtteil Wollmatingen lebt Dank der Initiative von Ur-Wollmatingern zunehmend auf. Nur das Wollmatinger Dorffest war ihnen zu wenig. Kilian und Frank Stadelhofer initiierten zunächst den Wollmatinger Weihnachtsmarkt, im vergangenen Jahr folgte die Wollmatinger Genießer-Tour, und jetzt startet Kilian Stadelhofer das nächste Großprojekt: den Wollmatinger Wochenmarkt, der ab 7. Mai immer donnerstags von 7.30 bis 13.30 Uhr auf dem Gelände des Restaurants Heuboden stattfindet.

„Kilian ist die Jungfrau Maria, die dieses Kind geboren hat“, witzelt Daniel Groß, dem die Aufgabe des ehrenamtlichen Marktbetreuers zukommt. „Die grundsätzliche Idee hatte ein guter Kollege von mir“, berichtigt Stadelhofer, der allerdings ehrenamtlich das gesamte Projekt auf den Weg brachte. Zunächst hatte er sich in Wollmatingen umgehört, ob überhaupt Bedarf besteht: „Die Resonanz ist überaus positiv, aber ich weiß nicht, ob es letztlich durchschlägt. Deshalb machen wir erst eine viermonatige Probephase.“

„Ochsenplatz„ steht vorerst kostenlos zur Verfügung

Der zukünftige Marktplatz war rasch gefunden. Der Betreiber des Restaurants Heuboden stellte das Areal mit dem großen Parkplatz bereitwillig zur Verfügung. Während der Probephase sogar kostenlos, worüber sich Kilian Stadelhofer sehr freut: „So müssen wir keine Standgebühren verlangen, lediglich die Unkosten für Wasser, Strom und Toiletten müssen gedeckt sein, diese legen wir auf die Standbetreiber um.“

Platz für die Stände stehen ebenso wie Kundenparkplätze auf dem Ochsenplatz in der Radolfzeller Straße 70 zur Verfügung. Ochsenplatz? Kilian Stadelhofer lacht und weist auf die große Ochsenskulptur vor dem Heuboden hin. Wegen ihr heißt es ab 7. Mai immer donnerstags „Wollmatinger Wochenmarkt auf dem Ochsenplatz“. „Einzigartig ist: Es gibt drei Bushaltestellen innerhalb von 50 Metern“, hebt Stadelhofer hervor.

Die Suche nach dem konkurrenzlosen Wochentag

Wesentlich schwieriger gestaltete sich das Finden eines Termins, denn Kilian Stadelhofer will den bestehenden Wochenmärkten auf dem Gebhards- und Stephansplatz keine Konkurrenz machen. So blieb der Donnerstag übrig, der den Initiator aufgrund der Feiertage während des Frühlings vor neue Herausforderungen stellte. Aus diesem Grund wurde die Premiere letztlich auf den 7. Mai gelegt. Ein unerwartet großes Problem stellte die Suche nach geeigneten Marktleuten dar.

Daniel Groß (links) und Kilian Stadelhofer wollen ein Angebot mit frischen lokalen Produkten für die Bewohner im und im Umkreis des Konstanzer Stadtteils schaffen.
Daniel Groß (links) und Kilian Stadelhofer wollen ein Angebot mit frischen lokalen Produkten für die Bewohner im und im Umkreis des Konstanzer Stadtteils schaffen. | Bild: Scherrer, Aurelia

„Ich will ein Podium für lokale Produzenten bieten“, stellt Stadelhofer fest: „Eigentlich war die Idee, dass sie maximal 15 Minuten vom Ochsenplatz entfernt sind. Aber das geht leider nicht, denn nicht alle sind in unmittelbarer Nähe.“ Gute Marktleute zu finden, die ein breitgefächertes Angebot präsentieren, war mehr als schwer. „Es sind Profis, die auf Märkte gehen und voll durchgetaktet sind. Die meisten sind ausgelastet“, schildert Kilian Stadelhofer.

„Ein Gemüseverkäufer fehlt noch“, bedauert Stadelhofer zutiefst: „Das Problem der Landwirte: Neben den Wochenmärkten müssen sie auch auf dem Feld noch was tun.“ Das kann er natürlich verstehen. Aber trotzdem: Das Gemüsesortiment ist ihm wichtig. Darauf will er nicht verzichten müssen, weshalb er noch bis zur letzten Minute einen entsprechenden Anbieter suchen wird.

Lokal und frisch: Sechs Standbetreiber sind dabei

Aber sechs Standbetreiber sind jetzt fix. Zuvorderst nennt der Initiator die Metzgerei Hierling. „Darauf bin ich stolz, denn Hierling hat zum einen super Qualität, zum anderen ist er auf keinem Markt präsent“, sagt Kilian Stadelhofer.

Mit von der Partie sind zudem die Paradies-Bäckerei, Frick mit Eiern und Nudeln, Allgäuer Käsehütte, Fischhaus am Fährhafen und Klaus Regenscheit aus Wollmatingen wird für das Blumenangebot sorgen. „Außerdem haben wir noch Platz für einen flexiblen Stand, wo Vereine, Kindergärten und Schulen etwas verkaufen können. Die können sich bei uns melden“, so Stadelhofer.

Interessantes Angebot nicht nur für Wollmatingen

Kilian Stadelhofer spricht stets im Plural, denn Daniel Groß hat er sofort als Marktbetreuer bestellt. Für den bekannten Konstanzer Historiker, Stadtführer und Gemeinderat sind Wochenmärkte nichts Neues. „Als Fünfjähriger habe ich schon Urgroßvater Julius auf dem Markt beim Verkaufen geholfen. Damals war der Markt auf dem Zähringerplatz auf der rechten Seite, wo jetzt die Bushaltestelle ist“, erzählt Groß und fügt schmunzelnd an: „Ich konnte schon rechnen, bevor ich in die Schule gekommen bin.“

Beide sind optimistisch, dass der Wollmatinger Wochenmarkt auf dem Ochsenplatz gut angenommen wird, denn er biete einige Vorteile: „Der Verkehr in der Innenstadt wird entlastet, für die Einwohner im Lindenbühl und in der Waldsiedlung dürfte das Angebot ebenfalls interessant sein, und auch für die Fürstenbergler wäre es angenehmer, nach Wollmatingen zu kommen, als in die Stadt zu gehen“, meint Kilian Stadelhofer. Mit dem Start des Wollmatinger Wochenmarktes wollen die beiden engagierten Ehrenamtlichen in der aktuellen Corona-Krise außerdem „ein Signal setzen, dass es weitergeht“.

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