Sechs graue Sessel stehen im Scheinwerferlicht in der Mitte der ehemaligen Stiftskirche St. Johann in der Konstanzer Innenstadt. Die runden Bögen an der Decke sind mit farbigem Licht ausgeleuchtet. Umrundet ist diese Szenerie am Freitagabend von mehreren großen Kameras. In wenigen Minuten beginnt die Aufzeichnung der neuen SWR-Show „Talk am See mit Gaby Hauptmann“, die an diesem Samstagabend ausgestrahlt wird.

Ein Blick von oben auf die Bühne in ehemaligen Stiftskirche St. Johann in Konstanz.
Ein Blick von oben auf die Bühne in ehemaligen Stiftskirche St. Johann in Konstanz. | Bild: Oliver Hanser

Gaby Hauptmann gibt sich bei Premiere entspannt

Der Moderatorin des Abends, der Schriftstellerin Gaby Hauptmann aus Allensbach („Suche impotenten Mann für‘s Leben“) ist die Anspannung vor der Aufzeichnung nicht anzusehen. In weißer Bluse und einer hellen Lederjacke begrüßt sie schon vor der Show die ersten Gäste vor der Stiftskirche. „Ich bin nicht aufgeregt“, sagt die Publizistin, die beim SÜDKURIER einst als Redakteurin arbeitete, mit einem Lächeln und erklärt, dass das ihre Natur sei. „Bei so etwas bin ich ein Kaltblüter,“ sagt die Pferdenärrin. Dem Rest des Fernsehteams ist dagegen die Anspannung deutlich anzusehen: Männer und Frauen mit Headsets und Klemmbrettern rennen geschäftig über die Bühne in der Mitte der Kirche.

Doch worum geht es an diesem Abend überhaupt? Die Gäste sollen dazu Stellung beziehen, was den Südwesten in dieser Woche bewegt hat. Dazu gehören die Schülerdemos „Fridays for Future“, vertreten durch den Konstanzer Studenten Max Herzog, oder die beste Köchin Deutschlands, Douce Steiner. Für ernstere Töne sorgt der Publizist Jürgen Todenhöfer, früher Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Tübingen, der für sein Buch in gefährlichen Krisengebieten recherchiert hat.

Bild: Oliver Hanser

Sendung verläuft (fast) reibungslos

Die Aufzeichnung der Sendung folgt strengen Regeln, die dem Publikum vor Beginn noch einmal eingeschärft werden: Smartphones sollen ausgeschaltet bleiben, der Gang zur Toilette möglichst vermieden werden. Viel wichtiger ist jedoch: Klatschen, lachen und mitfiebern. Von einem Moderator wird das Studiopublikum nochmal angeheizt, bevor Gaby Hauptmann und ihre Gäste sich schließlich auf den kleinen, grauen Sesseln niederlassen. „Wir werden das gemeinsam rocken“, sagt die blonde Frau aus Allensbach noch schnell, bevor es los geht. Die Regisseurin zählt den Countdown bis zum Drehbeginn: Drei, zwei, eins.

Die Sendung verläuft fast reibungslos. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten – aus technischen Gründen wurde der Beginn der Sendung wiederholt – plaudert Hauptmann angeregt mit ihren Gästen über Klimawandel, Politik und den Eurovision Song Contest. Von den kleinen Problemchen werden die Zuschauer vor den Fernsehern am Samstagabend nichts mehr merken. Die Talkshow wird aufgezeichnet, das Material kann von der Redaktion bearbeitet werden, damit der Fernsehzuschauer eine makellose Unterhaltungssendung serviert bekommt. Möglich macht das auch die Choreographie der Kameramänner und -frauen, die mit ihren riesigen Kameratürmen Hauptmann und ihre Gäste aus den verschiedensten Winkeln filmen.

Nach dem Talk ist die Erleichterung deutlich zu spüren. Nicht nur bei den Gästen auf der Bühne und dem Fernsehteam, sondern auch beim Studiopublikum. „Man sitzt vor Anspannung wie auf glühender Kohle, oder?“, sagt eine ältere Dame auf dem Weg nach draußen in die Konstanzer Nacht. Das Fazit von Gaby Hauptmann: „Eine sehr muntere Runde! Und auch für die nächsten Shows haben wir schon tolle Ideen.“