Halbe Sachen machen die Dingelsdorfer Ala-Bock nie. Ihre mottogetreue Dekoration lässt immer wieder staunen. Vor der Thingolthalle gereichte bereits der große Star-Wars-Kampfroboter für Staunen. Im Inneren glänzte nicht nur R2D2; vielmehr war Ortsvorsteher Heinrich Fuchs als kleiner Prinz abgebildet und am Firmament drehten sich diverse Planeten. Die gelungene Raumgestaltung war derart imponierend, dass der bekannte Fernseh-Fasnachts-Star Ingolf Astor nach seiner Gastarbeiter-Nummer mit Raphael Brausch und Timo Büglmeier spontan das Ambiente laudierte.

Die Ala-Bock entführten die Zuschauer in der "Sternzeit vier Ramazotti nach elf" in entfernte Galaxien, wobei die Sturmtruppler des Musikvereins Dingelsdorf für den perfekten musikalischen Rahmen sorgten. Captain Florian Rossknecht Kirk kann stolz sein auf seine Ala-Prise-Besatzung, vor allem auf die Ballette. Abwechslungsreiche Choreografien, flotte Schrittkombinationen und adrett-leichtfüßige Präsentation zeichneten die Tanzeinlagen aus.

Mit den Ala-Nauten ist den Ala-Bock wieder ein grandioser Sketch gelungen: Gestrandet im Weltraum schwebten Florian Rossknecht, Thomas Keller und Christian Becker schwerelos, aber mit viel Situationskomik im All umher und brillierten mit Lokalspitzen. Aus der Ferne suchten sie nach der Dingelsdorfer Dorfmitte, fanden sie aber nicht. "Da geht es uns wie den Litzelstettern. Die suchen ihre Ortsmitte seit 300 Jahren", spotteten die Astronauten. Plötzlich sahen sie ein "graues, löchriges Band", stellten aber sogleich fest, dass es sich mitnichten um eine Mondlandschaft, sondern um die Litzelstetter Hauptstraße handle.

Der Space-Spächtele Trudbert Stader wies auf die erweiterte Produktpalette der Teilzeitnarren hin und pries redegewaltig die Vorzüge von Geschenk- und Duftspächtele an, während sich Darth Rossi und Domi-Wan Kenobi nach erfolglosem Lichtschwert-Duell "Ruppaner – der dunklen Seite der Macht" zuwandten. Handgemachte Sketche gehören unverzichtbar zu einem Ala-Bock-Programm, ebenso wie das Vergessen von Textpassagen, auf das sich das Publikum aufgrund der dann folgenden Stehgreif-Comedy stets freut.

Bereichert wurde der Abend durch zwei Gastspiele. Die eigentlich in der Narrengemeinde Allensbach beheimateten Marksmusiker Ingolf Astor, Raphael Brausch und Timo Büglmeier sorgten mit ihren musikalisch-fulminanten Darbietungen und spritzigen Wort-Humor-Attacken für Furore. Gerade ihre lokalspezifischen Spötteleien kamen gut an. Groß gefeiert wurde die Bühnenpremiere der beiden Bodanrückgemeinden-Pfarrer Armin Nagel und Christof Ellsiepen, die Grönemeyers Hit "Männer" gekonnt auf "Pfarrer" ummünzten. Da war sogar Pauline, die durch das Programm führte, hin und weg. Sie forderte spontan auf: "Katholiken, Evangeliten! Gond in d'Kirch. Die zwei rocken das Ding!"

Insgesamt boten die Ala-Bock ein schönes Programm; eine rund fünfstündige Reise – auch wenn es zu fernen Galaxien geht – ist jedoch eindeutig zu lang; da leidet der nachklingende Gesamteindruck. Aus gutem Grund lautet ein althergebrachter Spruch: "In der Kürze liegt die Würze."

Alle Akteure, Tänzer und Musiker

  • Auf der Bühne: Florian Rossknecht, Roland Schmiedmeister, Felix Pister, Dennis Dietrich, Michael Allweier, Thomas Keller, Christian Becker, Dominik Fröhlich, Trudbert Stader, Peter Baumann und der gesamte Elferrat, Häsgruppe, Musikverein Dingelsdorf. Gast-Stars: Ingolf Astor, Raphael Brausch, Timo Büglmeier, Armin Nagel, Christof Ellsiepen.
  • Die Ballette: Garde (Leitung: Corinna und Sabrina Renz, Stephanie Kunkel) mit Schenay Stader, Selina Hansbauer, Anna-Lotta Braasch, Angelika, Fabienne und Simone Renz, Marina Bader, Alisha Martin, Melanie und Daniela Romer, Nadine Honsel, Katja Gau. Kinderballett (Leitung: Daniela Romer, Selina Hansbauer und Schenay Stader) mit Ida Ehret, Nia Auchterm Svenja und Sandrina Klement, Alexandra Romer, Frieda und Theresa Heckler, Sophia Allweier, Jana Rossknecht, Sarah Terlau, Soumaya Ridani, Aaron Keller, Phillip Rossknecht und Luca Uhlemann. Männerballett unter der Leitung von Aline Schneider und Petra Pfau mit Alexander Renz, Dominik Fröhlich, Fabian Merk, Ingo Thiedmann, Marcel Messmer, Michael Messmer, Martin Mauz, Patrick Romer, Sebastian Mauz und Stefan Romer. Damenballett mit Britta Kaibach, Tina Schälli, Linda Politt, Sarah Thiedmann, Miriam Tomberg, Sabrina und Angelika Renz, Stephanie Kunkel, Katja Gau, Melanie und Daniela Romer, Selina Hansbauer, Anna-Lotta Braasch, Alisha Martin, Schenay Stader, Julia Weber, Sabrina Muffler.
  • Die Musik: Solo 2

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