Die beiden Konstanzer Professoren Aleida und Jan Assmann zählen zu den bekanntesten Forschern der Stadt. Jetzt wird die Liste ihrer Auszeichnungen um eine weitere Zeile verlängert. Das Ehepaar bekommt am Freitag, 17. November, den diesjährigen Balzan-Preis im Schweizer Nationalratssaal in Bern verliehen. Dort wird auch die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard anwesend sein, wie die Stiftung Preis Balzan nun bekannt gab. Aleida und Jan Assmann erhalten die renommierte Auszeichnung für die gemeinsame Erarbeitung des Konzepts Kulturelles Gedächtnis, schreibt die Universität Konstanz in einer Pressemitteilung.

Der Balzan-Preis ist mit 750 000 Franken (rund 660 000 Euro) dotiert, die Hälfte davon müssen die Preisträger für die Finanzierung von Forschungsprojekten verwenden. Die internationale Stiftung Preis Balzan mit Sitz in Zürich und Mailand zeichnet seit 1957 in jedem Jahr Persönlichkeiten sowohl der Geistes- wie der Naturwissenschaften aus. Der Zweck des Preises bestehe laut Pressemitteilung darin, Kultur und Wissenschaften sowie besonders verdienstvolle Initiativen für Humanität, den Frieden und die Brüderlichkeit unter den Völkern zu fördern.

Thomas Maissen, Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Paris und Professor für neuere Geschichte der Universität Heidelberg, betonte die Bedeutung der Arbeit des Forscherpaars Assmann. Sie präsentierten laut Maissen mit ihrem einzelnen und gemeinschaftlichem wissenschaftlichen Werk "das kollektive Gedächtnis als Voraussetzung von religiösen und politischen Identitätsstiftungen und Gemeinschaften". Aleida Assmann studierte Anglistik und Ägyptologie in Heidelberg und Tübingen und hatte von 1993 bis 2014 eine Professur für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz inne. Ihr Ehemann Jan Assmann, ebenfalls Ägyptologe, ist seit 2005 Honorarprofessor für Kulturwissenschaft und Religionstheorie an der Universität Konstanz. Beide sind Mitglied in verschiedenen nationalen und internationalen Wissenschaftsakademien.