Den Rosenstrauß für seine Frau Aleksandra zum Hochzeitstag hat Tadeusz Bregulla noch nie vergessen, auch nach 65 Ehejahren nicht. In diesem Jahr war es ein ganz besonderer Tag: Tadeusz und Aleksandra Bregulla aus Gottmadingen feierten das außergewöhnliche Fest der eisernen Hochzeit. Beide kamen 1989 als Spätaussiedler nach Gottmadingen, was für die damaligen Handballspieler der HSG Singen-Gottmadingen ein Glücksfall war.

"Er ist ein Phänomen im Handball, Tadeusz Bregulla war elf Jahre lang in Polen Nationaltrainer", schwelgte Klaus Sauter als stellvertretender Bürgermeister und Gratulant im Namen des Ministerpräsidenten in Erinnerungen. Durch Bregullas Konzepte als technischer Berater sei die Mannschaft immer erfolgreicher geworden. Zwei Mal wurde Bregulla mit dem Sportlerehrenbrief der Stadt Singen ausgezeichnet, als Mitglied der internationalen Handballföderation war sein Rat im europäischen Handball gefragt.

Aleksandra Bregulla nähte die Nummern auf die Trikots der Nationalspieler

Aleksandra Bregulla unterstützte stets die Aktivitäten ihres Mannes. Nach der Heirat war er Sportlehrer an der Hochschule für Sport in Danzig, sie war Erzieherin und Schneiderin. Schmunzelnd erinnert sie sich an die Zeit, als er Nationaltrainer war: "Ich habe die Nummern auf die Trikots der Nationalspieler genäht." Und sie fügt hinzu, dass die beiden Töchter auf dem Handballfeld aufgewachsen seien.

Als Ruheständler kamen beide aus Polen nach Deutschland, wo die Töchter mit Mann und vier Enkeln schon lebten. Noch heute versorgen Aleksandra (87) und Tadeusz Bregulla (90) bis auf eine Putzhilfe ihren Haushalt selbst. Und beide gehen regelmäßig mit einem Rollator spazieren. Aber nicht gemeinsam: "Ich bin ein ganzes Stück schneller als er", erklärt Aleksandra Bregulla.

Ihr Mann kann das nur bestätigen und lobt zudem ihre Kochkünste: "Sie kocht gut und ist stets auf dem aktuellen Stand, sie hält uns gesund." Dass sie noch so fit sind, liege an Gottmadingen, sie hätten sehr nette Nachbarn und sich gleich zuhause gefühlt.