Die Bittelbrunner sind verärgert. Grund ist der Lärm von der Schießanlage am Dornsberg. Hier schießen die Sportschützen vom Verein Dornsberg Schützen von mehreren Ständen aus auf Tontauben – und das seit vielen Jahren.

Auch der Ärger der Bittelbrunner ist kein ganz neuer, sondern schwelt bereits seit Ende der neunziger Jahre. Seit die Anlage, die sich auf Eigeltinger Gemarkung befindet, umgestaltet und erweitert wurde, beklagen die Bittelbrunner deutlich mehr Lärm und wollen die Situation so nicht weiter hinnehmen.

Lärm ist schlecht für die Gesundheit

„Es ist brutal laut“, gibt Jürgen Ebert zu verstehen. Gemeinsam mit UWV-Rat Klaus Hertenstein und Mitbürger Alfred Rigling schildert er im Gespräch mit dem SÜDKURIER die Problematik. „Wir Bittelbrunner wollen diese gesundheitsbeeinträchtigende Belastung nicht länger ertragen“, heißt es in einem aktuellen Beschwerdeschreiben der Bittelbrunner, das an die Stadtverwaltung, den Gemeinderat, das Landratsamt und die Grundstückseigentümer am Dornsberg, die Grafen Douglas ging.

Vor allem im Sommer störe der Schusslärm, der teils schon am frühen Morgen zu hören sei. 160 Unterschriften hat die Initiative in Bittelbrunn gesammelt, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Die Bittelbrunner Vertreter fordern ein neues Lärmgutachten.

Landratsamt ist zuständig

Die Stadtverwaltung kennt das Problem. „Ich kann den Ärger nachvollziehen“, so Bürgermeister Johannes Moser. Die Stadt sei hier aber nicht zuständig, sondern das Landratsamt als Genehmigungsgeber. Dieses habe als Reaktion auf die Unterschriftensammlung eine mehrseitige Stellungnahme abgegeben, die die Rechtmäßigkeit der Anlage klarstellt.

Auf bestehendes Recht beruft sich auch der Verein der Dornsberg Schützen. Vorsitzender Franz Leibinger schildert auf Nachfrage, dass ein Lärmemissionsgutachten als Voraussetzung für die Umgestaltung der Schießanlage vom Verein für über 10 000 Euro durch die Dekra erstellt wurde. Hierfür, so Leibinger, sei über Monate immer wieder bei unterschiedlicher Witterung und Windrichtung gemessen worden.

Vertrag gilt noch neun Jahre lang

„Wir wollten ein Gutachten, das vor Gericht standhält“, gibt Leibinger zu verstehen, denn die Kritik aus den Umgemeinden ist für ihn nichts Neues. Der aktuelle Vertrag der Schützen hat noch neun Jahre Gültigkeit. „Wir halten alle gesetzlichen Regelungen ein. Wenn es irgendwas gibt, machen wir auch noch mehr“, signalisiert Leibinger die Gesprächsbereitschaft des Vereins.

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Bürgermeister Moser sieht derzeit auf rechtlicher Basis kaum eine Lösung für das Problem. Die Gesetzmäßigkeiten für punktuellen Lärm müssten hier, ähnlich wie beim Verkehrslärm geschehen, erst noch angepasst werden. Er stellt ein neues Lärmgutachten in Aussicht, dass auch den jetzigen Gegebenheiten nach der Umgestaltung Rechnung trägt. Außerdem schlägt er ein gemeinsames Gespräch mit Vertretern aus Bittelbrunn, vom Landratsamt, von den Schützen und der Stadtverwaltung vor. „Vielleicht finden wir in einem guten Miteinander eine Lösung“, so Moser.

Das Thema im Gemeinderat

SPD-Stadträtin Conny Hoffmann hatte das Thema Schießlärm bereits vor einigen Wochen im Zusammenhang mit dem aktuellen Lärmaktionsplan im Gemeinderat zur Sprache gebracht. „Der Lärm ist unerträglich“, gab hier auch UWV-Rat und Bittelbrunner Klaus Hertenstein zu verstehen.

Anwohner Alfred Rigling nutzte die Fragemöglichkeit der Bürger ebenfalls, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Daraufhin stellte die CDU-Fraktion um den Bittelbrunner Rat, Martin Schoch, eine Anfrage, die Thematik in einer der nächsten Sitzungen noch einmal zu diskutieren und alle auf einen gemeinsamen Wissensstand zu bringen.