Auch junge Menschen sollen künftig in Allensbach mitreden dürfen und Anträge stellen, wenn es um die Entwicklung der Gemeinde geht. Der Klimaschutz wird dabei ein zentrales Thema sein, aber auch ein besserer öffentlicher Nahverkehr oder Fahrradwege dürften Schwerpunkte werden, wie sich bei der ersten Jugendversammlung im Foyer der Bodanrückhalle herausstellte.

Dort bildete sich bereits ein Jugendbeirat, der auch schon drei Vorsitzende als Ansprechpartner für die Verwaltung und den Gemeinderat gewählt hat. Diese sollen möglichst noch von einem größeren Jugendforum bestätigt werden.

Interesse beim ersten Treffen hält sich noch in Grenzen

Denn zur ersten Jugendversammlung waren nur zwölf Jugendliche gekommen, die nun zunächst den Beirat bilden, der aber offen sein soll für alle Jugendlichen in der Gemeinde. Wobei aus dem Kreis der jungen Teilnehmer einerseits schon die Erwartung geäußert wurde, dass eine feste Gruppe von Jugendlichen zu den monatlich geplanten Treffen regelmäßig kommen sollte, andererseits es aber auch gut wäre, wenn der Beirat nach und nach größer würde.

Bürgermeister sieht in der überschaubaren Teilnehmerzahl auch Vorteile

Bürgermeister Stefan Friedrich meinte, er sei mit den Ergebnissen des Abends zufrieden. Es hätten natürlich auch einige Jugendliche mehr sein können, aber er habe nicht mit sehr viel mehr gerechnet. Bei dieser überschaubaren Zahl an Teilnehmern – neun Gemeinderäte waren zudem gekommen – hätten sich aber auch alle gut einbringen und zu verschiedenen Themen austauschen können.

Die erste Jugendversammmlung in Allensbach ist zwar eher mäßig besucht. Doch alle Teilnehmer tragen dazu bei, dass es am Ende einige Ergebnisse gibt.
Die erste Jugendversammmlung in Allensbach ist zwar eher mäßig besucht. Doch alle Teilnehmer tragen dazu bei, dass es am Ende einige Ergebnisse gibt. | Bild: Zoch, Thomas

Und es sei gut, dass es nun bereits Ansprechpartner gebe für ihn und den Gemeinderat. „Das vereinfacht die Zusammenarbeit,“ sagte Friedrich und betonte außerdem: „Das ist der Anfang einer organisierten Jugendbeteiligung, Ich bin gespannt, wie wir das in den nächsten Jahren nachhaltig auf die Beine stellen können.“

Nächster Schritt: Konzept für eine Geschäftsordnung

Moderiert wurde der Abend von Lia Stöffler, Johannes Ulbrich und Kassander Wachter von der Landeszentrale für politische Bildung. Ulbrich sagte, der Gemeinderat und der Jugendbeirat sollten nun noch in Kooperation eine Geschäftsordnung erarbeiten. Darin sollte festgelegt werden, in welcher Form die Jugendlichen das ihnen gesetzlich zustehende Rede-, Anhörungs- und Antragsrecht wahrnehmen können.

Aaron Zeitler. Bild: Thomas Zoch
Aaron Zeitler. Bild: Thomas Zoch | Bild: Zoch, Thomas

„Ich bin positiv überrascht, dass es so schnell gegangen ist, eine Form zu finden, wie wir das machen können.“ (Aaron Zeitler, 12 Jahre)

Der Bürgermeister sagte, er wolle den Jugendlichen bis Ende des Jahres Zeit geben, Wünsche zu formulieren. Diese könne man im Ausschuss oder Gemeinderat diskutieren.

Forderungen von Fridays-For-Future finden Widerhall

An drei Thementischen konnten die Jugendlichen mit dem Bürgermeister und Gemeinderäten diskutieren und ihre Vorstellungen äußern. Zum einen ging es um die Form der Beteiligung, die im nun bereits gebildeten Jugendbeirat mündete. Am Thementisch Klimaschutz wurden erwartungsgemäß die Forderungen der Fridays-For-Future-Bewegung genannt, aber auch mehr Gebäudedämmung oder Solaranlagen zum Beispiel auf den Lärmschutzwänden an der B33.

Arne Schall. Bild: Thomas Zoch
Arne Schall. Bild: Thomas Zoch | Bild: Zoch, Thomas

„Ich fand die Veranstaltung sehr gut. Sie hat uns sehr weitergebracht. Ich freue mich auf unser nächstes Treffen.“ (Arne Schall, 12 Jahre)

Genannt wurden ferner die Entsiegelung von Parkplätzen, Gemeinschaftsgärten, eine nachhaltige Bepflanzung öffentlicher Flächen oder auch eine Verkehrsberuhigung.

Jugendliche interessieren sich auch für bezahlbaren Wohnraum

Am Tisch zu weiteren Themen ging es um bessere Fahrradwege in der Gemeinde und weitere Fahrradständer am Bahnhof, um bessere Verbindungen auch in den Abendstunden mit Zug und Bus, um vergünstigte Tickets für Jugendliche im ÖPNV, um den Erhalt von Grünflächen, aber auch um einen besseren Handyempfang sowie um bezahlbaren Wohnraum und kulturelle Angebote für Jugendliche.

Jannis Trage. Bild: Thomas Zoch
Jannis Trage. Bild: Thomas Zoch | Bild: Zoch, Thomas

„Ich finde gut, dass wir gleich einen Treff ausgemacht haben. Bei manchem Thema wird der Jugendbeirat Gehör finden.“ (Jannis Trage, 12 Jahre)

Alle Teilnehmer, Jugendliche wie Gemeinderäte, konnten am Ende beurteilen, wie zufrieden sie mit den Ergebnissen des Abends waren. Beim Thema Jugendbeteiligung klebten alle einen Punkt an die Stellwand in dem Bereich sehr zufrieden. Beim Thema Klimaschutz lag die Mehrheit in der weniger zufriedenen Hälfte. Ulbrich meinte, damit könne sich der neue Beirat gleich befassen.