Das Festivalgefühl beginnt schon gut zwei Stunden vor dem eigentlichen Auftritt der Gebrüder Leto. Im Schein der langsam untergehenden Sonne genießen die Besucher die besondere Atmosphäre zwischen Münster und Schloss. So mancher trägt sein Fan-T-Shirt mit der Aufschrift „Thirty Seconds to Mars“ bereits. Schlag 20.45 Uhr kommt Bewegung in die Menge.

Schlagzeuger Shannon Leto ist der zweite Teil von „Thirty Seconds to Mars“. Gemeinsam liefern die Brüder in Salem eine 85-minütige Show ab.
Schlagzeuger Shannon Leto ist der zweite Teil von „Thirty Seconds to Mars“. Gemeinsam liefern die Brüder in Salem eine 85-minütige Show ab. | Bild: Jäckle, Reiner

Shannon Leto klopft das ansehnliche Schlagzeug. Bässe wummern sich bis in die Brustgegend der Zuhörer. Frontsänger Jared Leto erscheint im Trockeneis-Nebel. Er wird mit Rufen und schwingenden Fahnen von Besuchern im bühnennahen Bereich begrüßt. Schließlich sind viele Gäste vor allem seinetwegen gekommen.

Jared Leto von „Thirty Seconds to Mars“ (rechts) und eine der zahlreichen weiblichen Fans, die mit ihm im Rahmen des Schloss Salem Open Airs auf der Bühn tanzen durften.
Jared Leto und eine der zahlrechen weiblichen Fans, die mit ihm im Rahmen des Schloss Salem Open Airs auf der Bühn tanzen durften. | Bild: Jäckle, Reiner

Jennifer Stehle und ihre Tochter Kimberley aus Isny sind ganz angetan von Jared Leto, der singt und schauspielert. Sie loben sein Aussehen. „Er hat so tolle Augen“, schwärmen sie. Vor allem als Joker-Darsteller in dem Actionfilm „Suicide Squad“ hat er ihnen gefallen. Auch Magdalena Meier ist mit Mitgliedern ihrer Familie unter anderem wegen des Hollywood-Stars gekommen. Die Ex-Salemerin findet: „Ist doch megacool, wenn ein Oscarpreisträger in Salem auftritt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Der Star enttäuscht seine Fans nicht. In blauer Glitzerhose und einer Art rotem Königs-Cape wirbelt er über die Bühne. Wie ein Dompteur hat er das Publikum im Griff. „Hands up“, ruft er und schon schnellen tausende Hände zum Lied „Up in the air“ in die Höhe. Sein Kommando „Everybody jump“ verwandelt die Zuschauermenge flugs in eine hüpfende Masse. Überhaupt bezieht der Frontman die Konzertgäste permanent mit ein. Er lässt sie mit Handylichtern winken, die Fäuste recken oder eingeworfene Riesenballons und Gummitiere balancieren. Viele unter ihnen wissen das und haben sich extra in Bühnennähe postiert.

Für ihren Auftritt werden sie von den teils weit angereisten Fans frenetisch gefeiert.
Für ihren Auftritt werden sie von den teils weit angereisten Fans frenetisch gefeiert. | Bild: Jäckle, Reiner

Einer von ihnen ist der Ulmer Sebastian Dierking. Der junge Mann hat sich bewusst auffällig gekleidet und eine amerikanische Flagge umgelegt. „Damit ich es zu der Band auf die Bühne schaffe.“ Dierking mag es, dass bei den Letos jeder mitsingen soll. Gelegenheiten zum Mitsingen gibt es auch in Salem vielfach. Und sie werden ausgiebig genutzt. Der Star lässt das Publikum nicht nur als Chor agieren. Manch einen wählt er aus, mit ihm zu tanzen.

Die Konzertbesucher in den vorderen Reihen sind an diesem Abend so bunt wie Frontmann Jared Leto selbst.
Die Konzertbesucher in den vorderen Reihen sind an diesem Abend so bunt wie Frontmann Jared Leto selbst. | Bild: Jäckle, Reiner

Zum Finalsong „Closer to the Edge“ sind es sogar rund 30 Konzertbesucher, die er zu sich nach oben holt. Dierking ist einer von ihnen. Der junge Mann hat es mit seinem amerikanischen Outfit tatsächlich geschafft. Offensichtlich glücklich dreht er sich im Hintergrund zwischen Trockeneis-Nebelsäulen und Konfetti mit anderen im Kreis. Dann geht das Licht aus. Nach 85 Minuten ist die Show schon vorbei.

Das könnte Sie auch interessieren