Im Wohn- und Esszimmer neben der offenen Küche treffen wir Markus Waibel. Mitten in der Stadt und doch ruhig hat er sich er neben dem Elternhaus ein modernes Heim geschaffen. An die Terrasse schließt der Garten an, wo neben Zierpflanzen auch Gemüse wächst. „Hier kann ich entspannen“, sagt der selbstständige Malermeister, der zur Freude von Familie und Freunden das geerntete Gemüse auch selber zubereitet.

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Der Fraktionssprecher der Freie Wähler Vereinigung (FWV) erzählt: „Ich war schon immer politisch aktiv.“ Früh habe er sich für Umweltthemen interessiert und wäre fast zu den Grünen gegangen. Im Meersburger Gemeinderat gilt er heute als der Streitbare. „Ja ich bin streitbar und das ist gut so“, bekräftigt der Familienvater, dessen Tochter ebenfalls auf der Liste der FWV zur Wahl des Gemeinderats antritt.

Politik und Persönliches sollte man trennen

Auch andere sollten streitbar sein, findet Waibel. Er sähe da gar kein Problem, „wenn zur Sache diskutiert wird, ist das vollkommen in Ordnung“. Man sollte nur Politik und Persönliches trennen können, was ihm leichtfällt. „Es ist doch lohnenswert, für diese Stadt zu kämpfen“, begründet er sein Engagement. „Ich bin hier verwurzelt und will meiner Heimat etwas zurückgeben.“

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Doch auch Frustrationen habe er in seiner Amtszeit bereits erlebt. „Es gab harte Zeiten, als wir viel gestritten haben“, erzählt Waibel von vergangenen Amtszeiten. Einiges sei grenzwertig gewesen und vieles habe nur über Anträge oder durch Druck funktioniert. Mittlerweile würden Argumente wieder gehört und kämen an. Als eine „richtige Entscheidung“ bezeichnet er den Entschluss, die städtischen Häuser in der Lichtenwiese zu behalten.

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„Die Idee, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist im Stiftungszweck aufgegangen.“ Alle Gemeinderäte sind gleichzeitig auch im Stiftungsrat, erklärt er nebenbei. Er könne sich auch an kleinen Dingen erfreuen. Die Neugestaltung des Dr.-Moll-Platz gefalle ihm – und überhaupt, die Beteiligung der Bürger in der Stadt. „Wir haben viele Vereine, in denen sich die Menschen engagieren.“ Waibel war selbst einige Zeit Kanzleirat in der Schnabelgierezunft und tritt mit seiner Familie regelmäßig beim „Allerlei“ auf.

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„Als Gemeinderat lernt man viel“, fasst er seine Erfahrungen zusammen und fügt lachend an: „Über Kanalbau oder Kiespreise.“ Sein größter Wunsch habe sich eigentlich schon erfüllt: „Einen zielstrebigen, modernen Bürgermeister zu bekommen.“ Detaillierte Bebauungspläne hätte der Restaurator gerne, „damit in Meersburg das passiert, was die Meersburger wollen, und nicht das, was irgendwelche Investoren wollen“.

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Als Beispiel führt er den Bebauungsplan am Rosenhag an, wo das ehemalige Hotel Weißhaar abgerissen wird und „zwei Klötze gebaut werden, mit Wohnungen für zwei Millionen Euro“. Das sei doch nicht mehr normal, ärgert er sich. Doch wenn der Bebauungsplan das zulasse, könne man nichts tun. „Manchmal hilft einfach nichts, dann muss man Entscheidungen mittragen“, bedauert er. Zur Stadtentwicklung meint Waibel: „Wenn wir einige Ziele von Meersburg 2030 erreichen, dann haben wir viel erreicht.“

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