Günther Wieth, Leiter der Tafel, schaut mit großer Sorge in die Zukunft. In der Rezession „fährt die Wirtschaft herunter – und entlässt dann sehr wahrscheinlich Mitarbeiter“. Aus ihnen könnten mit zeitlicher Verzögerung potenzielle Tafelkunden werden, sagt Wieth, der auch Vorsitzender der Zukunftswerkstatt ist. Aktuell hat die Tafel im Stadtgraben rund 190 bedürftige Kunden, die im Schnitt Lebensmittel für weitere drei Familienmitglieder abholen.

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Derzeit keine Schülerhilfe an der Grundschule möglich

Kummer bereitet Wieth auch die Situation der Kinder und Jugendlichen, die die Corona-Krise und den damit verbundenen Ausfall von Präsenzunterricht nicht durch Online-Angebote ausgleichen können, weil ihnen die technische Ausstattung fehlt. Überhaupt bemängelt der Vorsitzende, dass das Engagement der Zukunftswerkstatt für die Schülerhilfe an der Grundschule mitunter ins Leere gehe – etwa die vom Verein finanzierte Sprachförderung, die nun wegfalle. „Wir brauchen Chancengleichheit im Bildungswesen“, fordert Wieth. „Unsere Kinder sind schließlich unsere Zukunft.“

Unterstützung durch große Kirchengemeinden

Unterstützung fand Wieth bei Pfarrer Tibor Nagy, denn die katholische und evangelische Kirchengemeinde gehören zu den Kooperationspartnern der Zukunftswerkstatt. Auch Nagy beobachtet, dass viele Eltern überfordert sind, wenn sie ihre Kinder im Home-Schooling begleiten sollen.

Hildegard Schulle sammelt auf dem Wochenmarkt Lebensmittelspenden für Bedürftige.
Hildegard Schulle sammelt auf dem Wochenmarkt Lebensmittelspenden für Bedürftige. | Bild: Jörg Büsche

Mitglieder kommen zur Hauptversammlung zusammen

Die Mitglieder der Zukunftswerkstatt waren trotz Corona-Krise zur Hauptversammlung zusammengekommen, weil Entscheidungen zu treffen waren. Unter anderem musste der Personaleinsatz in der Tafel neu geplant werden, die von Mitte März bis Ende Mai geschlossen war.

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Großteil der Mitarbeiter zählt zur Risikogruppe

Zu einen gehört ein Großteil der rund 80 ehrenamtlichen Mitarbeiter zur Corona-Risikogruppe, zum anderen wären die anfänglichen Sicherheitsauflagen kaum einzuhalten gewesen. Günther Wieth stellte die Suche nach neuen Mitarbeitern als wichtige Aufgabe heraus. Mindestens ebenso wichtig seien Spenden, denn der Tafelladen müsse renoviert werden und eine fünfstellige Ablösesumme für ein geleastes Kühlfahrzeug sei zu zahlen.

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