Mit der Inbetriebnahme der Graf-Burchard-Halle im Juni 1984 ist in Frickingen direkt neben der Grundschule ein Mittelpunkt für das gemeindliche Leben der Gesamtgemeinde entstanden.

Der langjährige Gemeinderat und Heimatautor Albert Mayer bezeichnet das 1986 von der Architektenkammer Baden-Württemberg ausgezeichnete Bauwerk als „Markstein im kulturellen Zusammenleben“. Was den besonderen Reiz der Sport- und Mehrzweckhalle bis heute ausmacht, stellt Mayer im Gespräch heraus.

Gleich drei Preise heimste das Hallenbauwerk in Frickingens Mitte in den 80er Jahren ein. Von Anfang an wurde die Mehrzweckhalle rege von den Bürgern genutzt.
Gleich drei Preise heimste das Hallenbauwerk in Frickingens Mitte in den 80er Jahren ein. Von Anfang an wurde die Mehrzweckhalle rege von den Bürgern genutzt. | Bild: Privat

Der Wunsch nach einer Multifunktionshalle sei schon früh aufgekommen, weiß der gebürtige Frickinger. Die ehemals selbstständigen Gemeinden Frickingen, Altheim und Leustetten hätten sich nach ihrem Zusammenschluss in den 70ern alle einen Festsaal gewünscht.

„Hitzige Debatten“ um den Standort

Einen Standort zu finden, der allen genehm war, sei zunächst schwierig gewesen. Mayer erinnert sich an „hitzige Debatten“. Erst gut zehn Jahre später fasste der damalige Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss für den Bau in Frickingens Mitte. Den Altheimer und Leustetter Bürgern wurden gleichzeitig Gemeinschaftsräume auf ihrer Gemarkung zugesichert. Nach einem Architektenwettbewerb, den das Architekturbüro Manfred Fetscher aus Illmensee gewann, begannen die Bauarbeiten im April 1983.

Albert Mayer war bei der Einweihung der Festhalle dabei und hat ihre Entwicklung später als Gemeinderat mitbegleitet.
Albert Mayer war bei der Einweihung der Festhalle dabei und hat ihre Entwicklung später als Gemeinderat mitbegleitet. | Bild: Martina Wolters

Kosten um 950 000 D-Mark unterschritten

Seit der Einweihung 14 Monate später sei das Gebäude mit tragender Holzkonstruktion und Holz-Fachwerk im Gebäude-Inneren nicht mehr wegzudenken aus dem Gemeindeleben. Was Mayer besonders bemerkenswert findet: „Die veranschlagten Baukosten wurden um 950 000 D-Mark unterschritten!“ Auch, wenn er zu jener Zeit noch nicht im Gemeinderatsgremium saß, habe ihm das als Bürger imponiert.

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Ebenso erinnert er sich an den ersten prominenten Hallenbesucher. Georg Thoma, Olympiasieger in der Nordischen Kombination von 1960 habe aus seinem Sportlerleben erzählt und Tipps zum Ski-Fahren gegeben.

Wie intensiv das Gebäude an der Lippertsreuterstraße 12 genutzt wird, dafür existieren zahlreiche Beispiele: Beide Musikvereine geben ihre Konzerte dort. Vorher mussten sie in kleineren Sälen der Gastronomie musizieren. Seit 1994 führt die Südwestdeutsche Philharmonie regelmäßig Konzerte auf. Die Musiker seien voll des Lobes über die gute Hallenakustik. In dem 36 Jahre alten Bauwerk trainieren Sportler der Spielvereinigung F.A.L. und Grundschüler. Der Bürger-Neujahrsempfang, Seniorennachmittage oder Jubiläen finden hier statt.

Von Anfang an wird die Mehrzweckhalle rege genutzt.
Von Anfang an wird die Mehrzweckhalle rege genutzt. | Bild: Privat

„Natürlich ist es nicht nur der große Saal, der das Flair der Halle ausmacht“, sagt Mayer. Der kleinere Konferenzraum werde ebenso von Alt und Jung benutzt. Beachtenswert sei auch, dass die Gemeindehalle anlässlich der 900-Jahr-Feier durch die Bürgerschaft einen Namen bekam. Mittlerweile seien alle stolz auf die „Gute Stube“ der Kommune.

Heute ist die Festhalle aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. Der Bürger-Neujahrsempfang, Blasmusikkonzerte oder Seniorennachmittage finden im Gebäude an der Lippertsreuterstraße 12 statt.
Heute ist die Festhalle aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. Der Bürger-Neujahrsempfang, Blasmusikkonzerte oder Seniorennachmittage finden im Gebäude an der Lippertsreuterstraße 12 statt. | Bild: Privat

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