Dies ließ die Tengener Stadtverwaltung, den Gemeinderat und die Bürger von Uttenhofen erstaunen: Im geplanten Neubaugebiet des kleinen Tengener Stadtteils wurde natürliches Arsen im Boden entdeckt. Es gilt zwar als ungefährlich, in den vergangenen Jahren erhöhte Grenzwerte verlangen aber, dass das Arsen nach dem Aushub entsorgt werden muss.

"Die Mehrkosten durch natürlich vorkommendes Arsen belaufen sich im Baugebiet Rusterholz auf etwa 70.000 Euro. Diese entstehen, da der Erdaushub gesondert entsorgt werden muss, was nicht im Landkreis Konstanz, sondern nur auf anderen Deponien – zum Beispiel in Rottweil – möglich ist", erklärt der Tengener Bürgermeister Marian Schreier.

Die Entsorgung wird zum Problem

"Die Problematik von Erdaushub, der nicht im Landkreis entsorgt werden kann, tritt zunehmend auf – in den letzten Monaten auch in anderen Gemeinden – und wurde schon im Gemeindetag Kreisverband Konstanz thematisiert. Mit Blick auf das Baugebiet Rusterholz ist es ärgerlich, dass es nun zu solchen Mehrkosten kommt. Diese werden durch die Stadt getragen. Alle Bauwilligen sind durch die Stadt über die Bodenproben informiert worden und dass keine Gesundheitsbelastung besteht", berichtet Schreier. "Aus meiner Sicht ist es notwendig zu prüfen, ob im Landkreis Konstanz Deponie-Kapazitäten, die eine Entsorgung von entsprechendem Material erlauben, geschaffen werden können", betont Schreier.

"Wir waren völlig überrascht, dass natürliches Arsen im Boden des Neubaugebiets befindet. Auch ein Bauer, der das dort noch befindliche Grünland bewirtschaftet", verrät der Tengener Stadtrat Karl-Heinz Hofgärtner. Er wohnt seit jeher in Uttenhofen und vertritt die Belange des kleinen Tengener Stadtteils auch im Gemeinderat. "Mir war es ein großes Anliegen, dass ein neues Baugebiet in unserem Dorf ausgewiesen wird. Auch weil Einheimische wegziehen, da sie keine passenden Wohnungen in Uttenhofen finden. Im Sommer soll die Erschließung des Neubaugebiets beginnen", betont Hofgärtner.

"Die Grenzwerte wurden in den vergangenen Jahren verschärft"

Drei der sechs Bauplätze seien an auswärtige Interessenten reserviert. "Wir hoffen, dass durch die neue Entwicklung niemand abspringt. Wir können versichern, dass es für sie keinerlei Nachteile gibt", so Hofgärtner. Auch Bürgermeister Marian Schreier hatte dies in der jüngsten Ratssitzung betont und dass völlig unbedenklich alles auf den Böden angepflanzt werden könne.

"Natürliches Arsen kann geologisch bedingt in bestimmten Böden vorkommen. Dies ist im Schwarzwald weit häufiger als im Hegau der Fall", schildert Christian Weber, Bautechniker der Stadt Tengen. "Die Grenzwerte für belastete Böden wurden in den vergangenen Jahren verschärft. Bei unseren standardisierten Proben sind wir auf die erhöhten Arsenwerte gestoßen. Es liegt in unserem eigenen Interesse, wenn wir das frühzeitig feststellen, andernfalls könnte die Entsorgung noch weitaus mehr Geld kosten", sagt Weber. "Das Teuerste sind die weiten Fahrten in die Deponie. Das meiste Geld liegt sprichwörtlich auf der Straße", erklärt der Tengener Bautechniker.