Der Tag der Deutschen Einheit ist gleichzeitig der Tag der offenen Moschee. Die Muslim Gemeinde Singen überzeugte mit Gastfreundschaft und weit geöffneten Türen.

Nichtmuslimische Besucher wurden dort herzlich willkommen geheißen und nach einer Führung mit Tee, Salaten und Süßspeisen verwöhnt. Wer wollte, konnte dem Nachmittagsgebet beiwohnen und einen Eindruck vom Leben in einer Moschee gewinnen.

Besuch im Gebetsraum

Der türkischstämmige Yasin Keles ist 34 Jahre alt, in Singen geboren und aufgewachsen. Als Mitglied der Muslim Gemeinde führte er in den großen Gebetsraum der Moschee, in dem normalerweise die Männer beten. Für die Frauen der Gemeinde gibt es einen separaten Gebetsraum.

Denn im Islam ist es üblich, dass Männer und Frauen getrennt voneinander beten. Außer in der heiligen Stadt Mekka, dort beten sie miteinander. In die Richtung dieser Stadt beten übrigens weltweit immer alle Muslime. Und ein guter Moslem sollte zumindest einmal im Leben eine Pilgerfahrt in diese Stadt unternehmen, er ist finanziell und körperlich dazu in der Lage.

Ängste und Vorbehalte abbauen

Während die rund ein Dutzend Gäste auf dem blauen Teppich saßen, klärte Yasin Keles diese über die fünf Säulen des Islams, die Abläufe während des Gebetes und die baulichen Besonderheiten der Moschee auf. Ziel seiner Ausführungen seien eine religionsübergreifende Verständigung, erklärte Keles.

Mögliche Ängste und Vorbehalte gegenüber dem Islam sollten dabei abgebaut werden. Mit dem Tag der offenen Tür wolle man sich gegenseitig kennenlernen, einen respektvollen Umgang pflegen und damit einen wichtigen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der Religionen und Kulturen in Singen leisten.

„Wichtig, sich kennenzulernen“

„In unserer Region leben viele unterschiedliche Kulturen. Es ist wichtig, sich gegenseitig kennenzulernen und miteinander in Austausch zu kommen“, lobte die Katholikin Judith Gigl aus Gottmadingen die Führung durch die Moschee und die Gastfreundschaft der Muslim Gemeinde in Singen.