Der 5-Jahres-Vertrag des finnischen Chefdirigenten Ari Rasilainen (60) läuft zum Ende der Saison 2020/21 aus und soll nicht mehr verlängert werden. Darauf haben sich das Orchester und seine Intendantin Insa Pijanka mit dem Gemeinderat geeinigt. Nach fünf Jahren sei es Zeit, nach einer neuen künstlerischen Handschrift zu suchen. „Ari Rasilainen dirigiert derzeit sieben von zehn Abo-Konzerten“, erläutert Pijanka. „Wir haben nicht so viele Wechsel durch Projekte mit Gastdirigenten wie es in großen Orchestern der Fall ist.“ Solche Wechsel seien aber wichtig für ein Orchester, um sich weiterzuentwickeln. „Daher ist nach fünf Jahren ein guter Zeitpunkt gekommen, um nach neuen Impulsen zu suchen“, so die Intendantin, die die Philharmonie seit Januar 2019 leitet.

Ari Rasilainen selbst zeigte sich vor allem enttäuscht über die Art und Weise, wie diese Entscheidung getroffen wurde – insofern er im Vorfeld nicht in Gespräche eingebunden wurde. Erst Ende Dezember sei er mit dem Ergebnis konfrontiert worden. „Das war sehr unprofessionell.“

Insa Pijanka hingegen betont, dass mit der Entscheidung keine Ablehnung des Chefdirigenten und keine Kritik an seiner künstlerischen Leistung verbunden sei: „Wir freuen uns auf die verbleibenden eineinhalb Jahre mit ihm.“ Es stünden aber auch große Umbrüche im Orchester bevor. So würden in den nächsten Jahren etliche Kollegen in Rente gehen. „So etwas verändert ein Orchester sehr stark.“ Daher müsse man solche Entwicklungen bei der künstlerischen Ausrichtung des Orchesters immer mitdenken.

Wie geht es nun weiter? Die Saison 2021/22 wird ohne Chefdirigent über die Bühne gehen. Für das Orchester wird es eine Zeit der Orientierung werden, in der es – so der Plan – bereits mit einigen Kandidaten für den Chefposten zusammenarbeiten kann. Die Stelle selbst soll möglichst rasch ausgeschrieben werden. In Kürze wird sich Pijanka mit den Verantwortlichen der Stadt zusammensetzen, um zu klären, wie das Findungsverfahren konkret aussehen soll. Um bis zum Sommer 2022 jemanden zu finden, sei eine „enge Zeittaktung“ nötig. Wichtig ist der Intendantin das Votum des Orchesters. Es soll niemanden einfach vor die Nase gesetzt bekommen. „Es wird eine Entscheidung des Kollektivs“, betont sie.

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