Die Gemeinde Hilzingen hat sich seit Längerem mit Maßnahmen zur Erhaltung und Stärkung der biologischen Vielfalt auf kommunalen Flächen beschäftigt. Da rannte Werner Hornstein offene Türen ein, als er die Anlegung eines Biodiversitätspfads initiierte, der auch Lernort für Schulklassen sein soll. Der Leiter des Forstreviers Hegau war nicht nur der Ideengeber, er hat auch die Planung und Umsetzung des Projekts übernommen. Nun war es soweit: Der Biodiversitätspfad am Tannenberg zwischen Hilzingen und Singen, der erste Parcours seiner Art in Baden-Württemberg, wurde offiziell eröffnet.

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„Mit dem Pfad haben wir wieder einen Meilenstein für Hilzingen erreicht“, sagte Bürgermeister Holger Mayer erfreut. Gemeinsam mit ihm und Hornstein durchschnitten Fabian Dittrich von der Kräutergärtnerei Syringa und Eberhard Grundgeiger vom Lions-Club Singen Hegau unter dem Beifall von 40 Vertretern von Kommunalpolitik, Naturschutz, Forst und Jägerschaft das Band.

Die Lionsclub-Mitglieder haben wie auch Familie Dittrich ohne Zögern das Projekt unterstützt. Erste finanziell, die Syringa-Eigner mit wertvollem Saatgut.

Rund vierzig Vertreter von Kommunalpolitik, Naturschutz und Forstverwaltung beschritten als erste den BiDi-Pfad. Neben dem ...
Rund vierzig Vertreter von Kommunalpolitik, Naturschutz und Forstverwaltung beschritten als erste den BiDi-Pfad. Neben dem Erläuterungsschild an der Wunderbuche strahlt Werner Hornstein (knieend). Der Förster war Ideengeber und Projektleiter . | Bild: Ingeborg Meier

Rund 2,5 Kilometer lang ist der Biodiversitätspfad. Er beginnt am Hegau-Haus oberhalb von Singen und führt in einer Achter-Schleife über den Tannenberg Richtung Duchtlingen und zurück.

BiDi-Pfad steht auch auf den Ausschilderungen. Aus Gründen der einfacheren Aussprechbarkeit hat Initiator Hornstein das Projekt abgekürzt – insbesondere auch für Schüler, die hier mit der Natur vertraut gemacht werden sollen. „Die Peter-Thumb-Gemeinschaftsschule steht bereits in den Startlöchern“, so Hilzingens Bürgermeister Mayer. Sie beabsichtige hier manche Schulstunde abzuhalten.

Erste Interessierte gibt es schon

Warum man sich gerade für diesen Standort entschieden hat? „Man steht hier direkt inmitten der Biodiversität“, erklärt Hornstein. Wald, Trockenwiesen, Feuchtgebiete, Kulturlandschaft – 15 der 16 mit leicht verständlichen Erläuterungstafeln versehenen Stationen seien bereits vorhanden gewesen.

Wie Perlen an einer Schnur habe er sie nur verknüpfen müssen: Von der jungen Elsbeeren-Pflanzung bis zu den Orchideen-Standorten inmitten eines lichten Kieferbestands. Von der Wunderbuche über das Totholz bis hin zum Laubmischwald, der auch wirtschaftlich genutzt werden soll, denn neben Naturschutz und dem Erholungswert spiele auch der ökonomische Aspekt eine Rolle.

Der BiDi-Pfad bietet auch schöne Ausblicke auf die Hegaulandschaft.
Der BiDi-Pfad bietet auch schöne Ausblicke auf die Hegaulandschaft. | Bild: Ingeborg Meier

Die 16. Station sei ein von der Gemeinde Hilzingen aufgekaufter ehemaliger Maisacker. Er sei nun ökologisch stark aufgewertet worden durch eine Ansaat mit autochthonem Saatgut – also Saatgut von Wild-Pflanzen, die seit Jahrtausenden in der Region vorkommen. Das diene auch der Biotop-Vernetzung, so Förster Hornstein.