„Eisblumen„, „Alltagsspliss„, „unbekannt“ und „WÜRFEL“ – das sind die Titel der Texte, für die Amalie Mbianda Njiki aus Riedheim beim deutschlandweiten Literaturwettbewerb der Berliner Festspiele ausgezeichnet wurde. Unter 668 Bewerbungen aus ganz Deutschland wurde die 18-jährige Schülerin zusammen mit 20 anderen Nachwuchsautoren ausgewählt. Der damit verbundene Preis war die Teilnahme am 35. Treffen junger Autorinnen mit Lesungen, Workshops und Textwerkstätten.

Ort der Begegnung für Schreibende

Das Treffen versteht sich als Ort der Begegnung für schreibende Menschen im Alter von 11 bis 21 Jahren. Corona-bedingt konnte es dieses Jahr nicht wie geplant in Berlin, sondern nur online stattfinden. Für Amalie Mbianda Njiki war das viertägige Treffen trotzdem eine tolle Erfahrung, wie sie berichtet. So lernte sie andere junge Schreibende aus ganz Deutschland kennen, mit denen sie von Anfang auf einer Wellenlänge lag.

In Workshops bekamen die jungen Schriftsteller Tipps für ihre Arbeit. Am wertvollsten war für Amalie Mbianda Njiki das Einzelgespräch mit einer erfahrenen Autorin, die Feedback zu ihren Texten gab.

In „Welt voller Fantasie aufgewachsen“

Schon als kleines Kind spielten Bücher und Geschichten eine große Rolle im Leben der jungen Schriftstellerin. Ihre Mutter las ihr Geschichten vor, ihre Großmutter erzählte ihr Märchen. „Ich bin in einer Welt voller Fantasie aufgewachsen“, resümiert Mbianda Njiki ihre Kindheit.

Da erstaunt es auch nicht, dass Astrid Lindgren eine ihrer Lieblingsautoren ist. Ihre erste eigene Geschichte schrieb sie bereits mit acht Jahren. Mit zwölf folgte ihr erstes größeres Werk, ein Fantasy-Roman. Während ihrer Jugendjahre geriet das Schreiben in Vergessenheit und wurde erst in der elften Klasse von ihr wiederentdeckt. Auslöser war ihr Lehrer im Leistungskurs Deutsch am Hegau-Gymnasium, der seine Schüler explizit zum kreativen Schreiben aufforderte.

Junge Jury und kein festes Thema

Er war es auch, der ihr bei der Auswahl der vier Texte half, die sie beim Wettbewerb einreichte. Der Grund, warum sie für die Teilnahme an gerade diesem Wettbewerb entschied, lag zum einen an den jungen Jurymitgliedern, die alle selbst schreiben. Und zum anderen daran, dass im Gegensatz zu anderen Wettbewerben kein Thema vorgegeben und sie somit frei in der Auswahl ihrer Texte war.

Die junge Autorin findet allerorts Inspirationen. So fand einer ihrer ausgezeichneten Beiträge seinen Ursprung im Holunderbusch des heimischen Gartens. Aus einfachen Dingen Großes zu machen, mache den Reiz des Schreibens für sie aus, berichtet sie. Sie habe ein Bild vor Augen, das sich dann zur Geschichte entwickele. Schreiben helfe ihr, ihre Gedanken zu ordnen und zwinge sie, andere Blickwinkel einzunehmen. „Besonders spannend findet ich, Antihelden, Menschen mit Ecken und Kanten zu entwickeln“, berichtet sie.

Anthologie erscheint im Februar/März

Schreiben ist nicht das einzige kreative Hobby der jungen Künstlerin. Seit drei Jahren singt die Gymnasiastin in einem Ensemble des Engener Stadtchores. Und letztes Jahr schloss sie sich der Theatergruppe der Singener Gems an. Gerne würde sie das Schreiben zum Beruf machen. Doch sie ist realistisch genug, um zu wissen, dass dies nicht immer ein leichter Broterwerb ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Anthologie mit allen ausgewählten Texten der junge Autorinnen erscheint im Februar/März 2021. Amalie Mbianda Njiki hofft, dadurch an Bekanntheit zu gewinnen. Im kommenden Frühjahr stehen für die Riedheimerin jedoch erst einmal die Abiturprüfungen an. Danach würde sie gerne Geschichte, Literaturwissenschaften oder Philosophie studieren.