Allensbach bekommt ein neues Logo, und der ganze Vorgang ist wirklich sehr beunruhigend. Denn die Gemeindeverwaltung räumt damit nun unmissverständlich ein: Im See vor Allensbach gibt es einen weißen Hai. Niemand, der den gleichnamigen Film gesehen hat, wird die eindeutige Botschaft der Grafik – ein Gebilde in Form einer Haifischflosse, das aus dem Wasser ragt – missverstehen.

Bild: büro punkt

Es ist ja auch kein Wunder: Tiere gehen dorthin, wo es ein gutes Nahrungsangebot gibt, und nun hat es sich eben auch in Haikreisen herumgesprochen, dass im und auf dem Gnadensee immer mehr Urlauber und Einheimische schwimmen, stehpaddeln, segeln und rudern.

Ein Hai ist schlecht fürs Tourismusgeschäft

Im Film "Der weiße Hai" hat übrigens der Urlaubsort Amity Island, vor dessen Küste das Ungeheuer streift, einen Bürgermeister, der tunlichst unter der Decke halten will, dass dort ein Hai bei Urlaubern anbeißt – ist halt schlecht für's Tourismusgeschäft.

Die Allensbacher Gemeindeverwaltung geht das Thema nun ungleich transparenter und offensiver an. Das ist clever. Gut, das Logo wird jetzt nicht die Anmeldezahlen fürs Gnadenseeschwimmen in die Höhe treiben; aber schnell werden Schaulustige und Katastrophentouristen in Scharen einfallen. Tourismusexperten denken bereits darüber nach, dem Hai einen Geschlechtspartner zuzuspielen: Der Begriff Weiße Flotte bekäme eine ganz neue Dimension.