Die Jury zur "Sportler-Ehrung" der Stadt Überlingen hält weitgehend am Modus fest, der zur Kür des Sportlers des Jahres führt, und lässt auch künftig eine Abstimmung per Facebook zu. Allerdings werde das Online-Voting künftig geringer gewichtet. Das geht aus einem Positionspapier hervor, das die Jury gemeinsam formulierte, und das von OB Jan Zeitler begrüßt wird. "Wir vertrauern auf die Expertise und die Bewertungen der Jury-Mitglieder", teilte Zeitlers Sprecherin mit.

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Virtueller Kampf statt sportlicher Wettbewerb?

Nach der letzten Sportlerwahl hatte es Kritik am Wahlverfahren gegeben. Der Segler Frederik Schaal bemängelte, dass die Veranstaltung mehr einem virtuellen Wettkampf im Internet als einem sportlichen Leistungsvergleich gleiche.

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Die Jury habe intern "ausführlich diskutiert", heißt es in dem von Organisator Michael Gut verschickten Papier, und habe entschieden, künftig die Stimmen aus Onlinekanälen mit 20 Prozent in die Gesamtbewertung einfließen zu lassen. Die herkömmlichen Coupons auf Papier tragen fortan mit 30 Prozent und das Vereinsvoting weiterhin mit 50 Prozent zum Gesamtergebnis bei. Bislang hatten Online-Likes und Coupon-Stimmen gleich viel gezählt, zusammen 50 Prozent.

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An den Sozialen Medien halte man fest, im Zeitalter der Digitalisierung könne man sich ihnen nicht verschließen. Außerdem biete man den Sponsoren eine interessante Plattform. "Alleine auf der Facebook-Seite der Sportler-Ehrung wurde zwischenzeitlich eine Reichweite von nahezu 30 000 Kontakten generiert", teilte die Jury mit. Man habe "kritisch alle Themenbereiche der Sportlerehrung durchleuchtet und Denkenanstöße Dritter diskutiert".

Vorschläge von Vereinen

Elementar sei das Vorschlagsrecht der Vereine, der Schule und anderer Institutionen, auf deren Grundlage die Jury die zur Wahl stehenden Einzelsportler und Mannschaften auch künftig nominieren werde. In Anspielung auf die Kritik, die regelmäßig hinter vorgehaltener Hand laut wird, wenn bestimmte Sportarten oder Teams nominiert werden, formulierte die Jury diese Aussage: "Mögliche Interessenkonflikte zwischen Vereins- und Juryarbeit werden dadurch ausgeschlossen, dass sich die Betroffenen bei Befangenheit an der Diskussion und Bewertung nicht beteiligen."

Jongleur Daniel Hochsteine bei der Sportlergala. Für die nächste Sportlerwahl gibt es Änderungen im Wahlverfahren.
Jongleur Daniel Hochsteine bei der Sportlergala. Für die nächste Sportlerwahl gibt es Änderungen im Wahlverfahren. | Bild: Kleinstück, Holger

"Enorme Dichte an Spitzensportlern"

Die Sportler-Ehrung gibt es seit 2005, ergänzt in den Folgejahren mit dem Nachwuchs-Förderpreis, dem Talent-Förderpreis und seit diesem Jahr mit dem Sport-Sonderpreis. Es handle sich um wichtige Auszeichnungen für die Sportler, die dokumentierten, "dass es in Überlingen eine enorme Dichte an Spitzensportlern und -Mannschaften gibt, darunter Weltmeister, Europameister und Deutsche Meister".

Die Jury

Der Jury gehören Adelheid Hug und Miriam Bühler (beide Stadtverwaltung Überlingen), Günter Hornstein (Stadtrat), Ralf Mittelmeier (Sportlehrer und Stadtrat), Michael Stehle (Unternehmer) und Michael Gut (Organisator) an. Auf die Frage, wie die Jury gebildet wird, teilte die Stadt mit: "Die Besetzung der Jury ist ein aus der Geschichte der Sportlerehrung gewachsenes Konstrukt, ohne geschriebenes Statut. Entscheidungen werden durch Einvernehmen getroffen."

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