„Rien ne va plus“ hieß es am Pfingstsonntag in Sipplingen, kurz nachdem die Sonne ihre wärmenden Strahlen an das bei Tagestouristen beliebte Ufer der Gemeinde geschickt hatte: nichts geht mehr.

Zunächst sorgten dicke Wolkenbänke und ein kalter Wind dafür, dass Peter Epple vom Ordnungsdienst von einem ruhigen Auftakt bei der Überwachung des Verkehrs in der 2000-Seelen-Gemeinde sprach.

Leere Parkplätze in der Breite. So sah es noch am Sonntagmittag aus, bevor die Sonne die Besucher lockte.
Leere Parkplätze in der Breite. So sah es noch am Sonntagmittag aus, bevor die Sonne die Besucher lockte. | Bild: Michael Schnurr

Doch mit der Sonne kamen die Gäste. Alle Parkplätze des Ortes waren in kurzer Zeit belegt und die Autofahrer durften sprichwörtlich Roulette spielen, um einen freien Parkplatz zu ergattern.

Bild: Schnurr, Michael

Schon am Pfingstsamstag sei Peter Epple für zweieinhalb Stunden in Sipplingen unterwegs gewesen. Doch „da waren die Parkplätze nur halb gefüllt gewesen, es war zu kalt“, sagte der Mann vom Ordnungsdienst am Sonntag. Der SÜDKURIER traf ihn am Westparkplatz, dem neuralgischen Punkt im Parkgeschehen Sipplingens. „Der Parkplatz ist jetzt bis hinten vollgestellt, aber die Autofahrer können das nicht erkennen“, erklärte Epple.

Sie würden also trotzdem auf das Gelände fahren, könnten aber erst am Schluss wenden. „Im Sommer kann es sein, dass sich die Autofahrer hier auf der Suche nach einem Platz so gegenseitig behindern, dass es bis zu einer Dreiviertelstunde dauert, bis sie den Parkplatz wieder verlassen haben – ohne, dass sie einen Platz gefunden hätten.“

Wer die gelöste Parkdauer überschreitet, den kann Peter Epple mit einem Bußgeld belegen. Die digitale Technik ermöglicht eine genaue Erfassung der überschrittenen Zeit. Auch eine kontinuierliche Erhöhung des Bußgeldes kann die Folge sein.
Wer die gelöste Parkdauer überschreitet, den kann Peter Epple mit einem Bußgeld belegen. Die digitale Technik ermöglicht eine genaue Erfassung der überschrittenen Zeit. Auch eine kontinuierliche Erhöhung des Bußgeldes kann die Folge sein. | Bild: Michael Schnurr

Am Sonntag sei es nicht so schlimm wie im Sommer gewesen. Doch bereits während Peter Epple erzählte, standen Autos quer und Fahrradfahrer zwängten sich an den manövrierenden Autos vorbei – sie nutzten den Bodenseeradweg, der hier über den Parkplatz führt.

Das könnte Sie auch interessieren

An der Fahrradwegeführung wird auch das neue Parkkonzept nichts ändern, dass eigentlich ab 15. Mai hätte greifen sollen. Die neue Beschilderung lässt bislang noch auf sich warten. Florian Pfitscher von der Gemeinde Sipplingen hatte erst in der Woche vor Pfingsten einen positiven Bescheid aus Überlingen für die Umsetzung des neuen Konzeptes erhalten. Nun müssen erst noch die Schilder gefertigt und montiert werden.

Alle Standflächen auf dem Parkplatz am Bahnhof war Sonntagnachmittag belegt. Ein Hinweis darauf fehlt.
Alle Standflächen auf dem Parkplatz am Bahnhof war Sonntagnachmittag belegt. Ein Hinweis darauf fehlt. | Bild: Michael Schnurr

Das Konzept soll unter anderem den Parksuchverkehr in Sipplingen kanalisieren. Es erlaubt das Parken in den Straßen der Gemeinde tagsüber nur noch in gekennzeichneten Flächen und das auch nur für eine Stunde in der Zeit von Mai bis Oktober. Nun wird es wohl noch zwei Wochen dauern, bis das Konzept greifen kann, heißt es von der Gemeinde.

Auf Straßen in Sipplingen darf nur noch in markierten Flächen geparkt werden. Sobald die Schilder montiert sind von Mitte Mai bis Oktober tagsüber auch nur noch für eine Stunde.
Auf Straßen in Sipplingen darf nur noch in markierten Flächen geparkt werden. Sobald die Schilder montiert sind von Mitte Mai bis Oktober tagsüber auch nur noch für eine Stunde. | Bild: Michael Schnurr

Allerdings: „Die Automaten sind schon umgestellt“, so Peter Epple. Sipplingen habe zum Saisonbeginn die Parkgebühren angehoben. Außerdem könne es für diejenigen, die gegen die Parkvorschriften verstoßen, teuer werden. 10 bis 30 Euro kostet ein solcher Verstoß – je nach Dauer der Zeitüberschreitung. Peter Epple ist aber kulant, denn „die Leute kommen ja als Gäste hierher“. Wenn jemand zehn Minuten überzieht, drücke er deshalb schon einmal ein Auge zu.

Das könnte Sie auch interessieren