„Es bleibt schön, es bleibt trocken. Der Schirm bleibt daheim!“, hat Moderator Achim Linder zum Grundsatz erhoben und als Mantra wider den angekündigten Regen den Läufern beim 27. TVM-SÜDKURIER-Gehrenberglauf mit auf den Weg gegeben.

Beim Warming up zum 27. TVM-SÜDKURIER-Gehrenberglauf machten alle unter professioneller Anleitung begeistert mit.
Beim Warming up zum 27. TVM-SÜDKURIER-Gehrenberglauf machten alle unter professioneller Anleitung begeistert mit. | Bild: Helga Stützenberger


Video: Helga Stützenberger

Nichtsdestotrotz blieben die Teilnehmer- und Zuschauerzahlen etwas unter denen vom vergangenen Jahr zurück. Was auch der Tatsache geschuldet war, dass es ein Anmeldelimit gab, das bereits bei den Voranmeldungen erreicht wurde.

Knapp 150 Läufer haben sich beim Hauptlauf am Sonntag auf die rund 8,3 Kilometer lange Strecke über den Gehrenberg gemacht.
Knapp 150 Läufer haben sich beim Hauptlauf am Sonntag auf die rund 8,3 Kilometer lange Strecke über den Gehrenberg gemacht. | Bild: Helga Stützenberger

Und Mantra sei dank: Außer eines kurzen Nieselschauers war der Gehrenberglauf einmal mehr in trockenen Tüchern. Enorm waren die Befürchtungen der vergangenen Tage, der Lauf könne im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen, ließen die sintflutartigen Regengüsse doch nichts Gutes ahnen.

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Nachmelder ergattern Startplatz

Und das ahnten scheinbar auch einige Läufer, die der Veranstaltung trotz Voranmeldung fern blieben. Umso erfreulicher für die Nachmelder, die trotz des angekündigten Regenwetters dann doch noch den einen oder anderen Starplatz ergattern konnten. Und im Trockenen liefen.

Alle zusammen stellten sie eine der größten Läufergruppen dar: Die Linzgau-Runner aus Markdorf und Umgebung.
Alle zusammen stellten sie eine der größten Läufergruppen dar: Die Linzgau-Runner aus Markdorf und Umgebung. | Bild: Helga Stützenberger

„Passt auf, lauft mit Bedacht und mit Rücksicht auf die anderen“, gab Achim Linder den Läufern mit auf die rund 8,3 Kilometer lange Strecke. Und obwohl die Befürchtungen groß waren, die Strecke könnte zu gefährlich sein, blieben größere Blessuren und Stürze glücklicherweise aus.

Läufer mit Strecke zufrieden

„Die Strecke war erstaunlich gut zu laufen“, sagt Karin Gutemann nach dem Lauf, nachdem sie als Zweitplatzierte mit einer Zeit von 42:46 Minuten ins Ziel kam. „Ich kenne die Strecke auch anders und hatte schon Schlamm in den Schuhen“, erinnert sie sich an manchen Lauf aus der Vergangenheit.

Die Gutemann-Schwestern freuen sich riesig, dabei zu sein. Für Karin Gutemann (rechts) reichte es sogar für die Zweitplatzierung; Schwester Annette kam etwas später ins Ziel.
Die Gutemann-Schwestern freuen sich riesig, dabei zu sein. Für Karin Gutemann (rechts) reichte es sogar für die Zweitplatzierung; Schwester Annette kam etwas später ins Ziel. | Bild: Helga Stützenberger

Und Elea Six lacht einfach. So, als ob ihr der Lauf einmal quer über den Gehrenberg rein gar nichts ausgemacht hätte. „Eigentlich ist mein Sport ja Taiboxen“, sagt die 19-Jährige. „Nur mal so als Trainingseinheit“ hätte sie den Wettkampf eingeschoben. Und sich überaus erfolgreich „durchgeboxt“. Mit einer Zeit von 41:25 Minuten fährt sie den Sieg bei den Damen ein. Die Strecke gelaufen sei sie übrigens das erste mal. Ansonsten trainiere sie mit ihrem Vater eher in Salem.

Noch nie ist sie über den Gehrenberg gelaufen und hat gleich den Sieg der Frauen eingefahren: Die Salemerin Elea Six, die zusammen mit ihrem Vater Udo Eirich zum ersten Mal beim Gehrenberglauf teilgenommen hat.
Noch nie ist sie über den Gehrenberg gelaufen und hat gleich den Sieg der Frauen eingefahren: Die Salemerin Elea Six, die zusammen mit ihrem Vater Udo Eirich zum ersten Mal beim Gehrenberglauf teilgenommen hat. | Bild: Helga Stützenberger

Was aus der Entfernung und für die einen ganz einfach klingt, sieht aus der Nähe und im Zielbereich ganz anders aus. In einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich Matthias Gesell, Christian Specker und Martin Brunzel einen Wettkampf der besondern Art.

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Es ging beim Gesamtsieg um wenige zehntel Sekunden, welche die drei Erstplatzierten auf der Ziellinie voneinander trennten. Mit einer Zeit von 32:29 Minuten lag Matthias Gesell vom Team Kendrion schließlich um die legendäre Nasenlänge vorne. Und seine Kinder ihm in den Armen.

So seh‘n Sieger aus! Matthias Gesell freut sich zusammen mit seinen Kindern über seinen Sieg.
So seh‘n Sieger aus! Matthias Gesell freut sich zusammen mit seinen Kindern über seinen Sieg. | Bild: Helga Stützenberger

In den Armen – oder vielmehr in den Händen – lag dann noch etwas ganz anderes. Nämlich die Pistole für den Startschuss in den Händen von Herbert Weh. Als langjähriger Walker und in diesem Jahr als Ehrengast geladen, durfte der mittlerweile 87-Jährige per Pistolenschuss die Sportler in „seiner“ Disziplin auf die Strecke schicken. Die auch nach dem Countdown pünktlich starteten.

Anfangs wollte es einfach nicht klappen! Und so starteten die Nordic Walker ohne Startschuss. Erst beim zweiten Versuch konnte Herbert Weh mithilfe von Hubert Becker der Pistole einen Schuss entlocken.
Anfangs wollte es einfach nicht klappen! Und so starteten die Nordic Walker ohne Startschuss. Erst beim zweiten Versuch konnte Herbert Weh mithilfe von Hubert Becker der Pistole einen Schuss entlocken. | Bild: Helga Stützenberger

Bloß ein Schuss war nicht zu hören. „Ladehemmungen“, lacht Moderator Achim Linder. Macht aber nix. Der Gehrenberglauf ist, zumindest was die Teilnehmerzahlen betrifft, ohnehin und nach 27 Jahren längst zum Selbstläufer geworden.

Ohne Startschuss gestartet und doch pünktlich, vor allem glücklich, im Ziel. Wenngleich die Nordic- und Reaktiv-Walker ohne Zeitnahme das Rennen gemacht haben.
Ohne Startschuss gestartet und doch pünktlich, vor allem glücklich, im Ziel. Wenngleich die Nordic- und Reaktiv-Walker ohne Zeitnahme das Rennen gemacht haben. | Bild: Helga Stützenberger

Über den Jugend- und Kinderlauf berichten wir noch gesondert.

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