Nachdem die Polizei am Sonntag, 19. Juni einen Hund aus einem überhitzten Auto befreien musste, hat die Tierschutzorganisation laut eigener Aussage am Mittwoch Anzeige gegen den 34-jährigen Halter bei der Staatsanwaltschaft Ravensburg erstattet wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Der Hund war laut Polizei bei 35 Grad Außentemperatur über mehrere Stunden in einem Fahrzeug auf dem Parkplatz des Häfler Strandbads, während der Besitzer badete und auf Durchsagen nicht reagierte.

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Staatsanwaltschaft liegt noch keine Anzeige vor

Zudem fordert Peta ein Tierhalteverbot für den Mann. „Seinen vierbeinigen Freund bei Extremtemperaturen wie am vergangenen Wochenende im Auto zu lassen, während man sich selbst vergnügt, ist völlig rücksichts- und verantwortungslos“, so Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta, in einer Pressemitteilung. Viele Hundehalter würden die Auswirkungen der Sonneneinstrahlung, wenn sie die Tiere im Wagen zurücklassen, unterschätzen. Hunde würden in den überhitzten Fahrzeugen schnell unruhig werden, an den Fenstern kratzen und in Panik geraten. Halter würden so das Leben ihres Haustiers riskieren.

Bei der Staatsanwaltschaft Ravensburg ist Stand Freitag allerdings noch keine Anzeige eingegangen. Laut Oberstaatsanwältin und Pressereferentin Christine Weiss bräuchte es die aber auch nicht, da die Polizei laut einer Pressemitteilung ohnehin eine Anzeige gegen den Mann vorbereite, der am Tatort alle Schuld von sich gewiesen hatte. „Wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, legt die Polizei uns den Fall zur Bewertung vor“, erklärt Weiss.

Strafrahmen sieht bis zu drei Jahre Haft vor

Die Staatsanwaltschaft beurteile dann, ob ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt. Dafür werde ein Veterinär angehört, der einschätzt, ob die Tat als „Zufügen von erheblichen Leiden oder Schmerzen“ eingestuft werden kann. Das Strafmaß könnte bei maximal drei Jahren Haft liegen. Allerdings hängt das laut Weiss von bestimmten Umständen ab – zum Beispiel, ob es sich um einen Wiederholungstäter handelt. Dann könnte auch ein Tierhaltungsverbot für den Mann, wie von Peta gefordert, eine mögliche Folge sein. Dafür wäre allerdings das Landratsamt zuständig.

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Dass es aufgrund eines anonymen Presse- oder Polizeiberichts überhaupt zu einer Anzeige kommt, ist Weiss zufolge nicht ungewöhnlich. Jeder dürfe eine solche Anzeige erstatten. „Die Grenze ist aber erreicht, wenn jemand zu Unrecht verdächtigt wird. Das wäre ein Eigentor mit Anlauf“, sagt die Oberstaatsanwältin.