Unfälle oder Vergiftungen können schnell passieren. Einmal nicht hingeschaut, ist die Katze vor das Auto gerannt oder der Hund hat einen Giftköder gefressen. Bei den Temperaturen, die in den kommenden Tagen erwartet werden, kann es auch passieren, dass das geliebte Haustier die Hitze nicht verträgt. Die Besitzer sollten nicht in Panik geraten. Was raten Tierärzte aus der Region in solchen Situationen?

Was kann ich bei einem Krampfanfall tun?

Meistens seien epileptische Anfälle die Ursache für Krämpfe, sagt Christoph Ganal, Tierarzt und Sprecher der Vorsitzender des Landesverband der Tierärzte in Baden-Württemberg. „Epileptische Anfälle dauern zwei bis drei Minuten“, erklärt er. Das Tier solle man in diesem Zustand nicht festhalten, sondern lieber die Kamera zücken und den Krampf aufnehmen.

Tierarzt Dr. Christoph Ganal erklärt: „Epileptische Anfälle dauern zwei bis drei Minuten.“
Tierarzt Dr. Christoph Ganal erklärt: „Epileptische Anfälle dauern zwei bis drei Minuten.“ | Bild: Kim o. Frank Enderle

Mit der Aufnahme dann zum Tierarzt, damit er beurteilen kann, ob es wirklich ein epileptische Anfall ist oder etwas anders. Dauert der Krampfanfall deutlich länger, muss schnell gehandelt werden. „Das Tier sichern und zum Arzt bringen“, rät er. Annette Kicherer, ebenfalls Tierärztin aus Aach rät: „Massieren, anrufen, ablenken, ab in die Tierarzt-Praxis.“

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Wie wird bei einem Hitzeschock geholfen?

Ein Hitzeschock komme gar nicht so selten vor. Der Fall, dass ein Hund im heißen Auto zurückgelassen wird, sei aber nicht das große Problem. „Die meisten Tierbesitzer achten auf ihre Tiere“, sagt Dr. Christoph Ganal. Häufiger beobachte er das Problem bei Kleintieren wie Hasen. „Der Käfig wird auf den Rasen gestellt und nicht bedacht, dass die Sonne wandert und damit auch der Schatten“, sagt er.

Liegt das Tier wegen der Hitze am Boden, sollte es sofort gekühlt werden. Er rät zu feuchten Tüchern. Auch Wasser sollte angeboten werden. „Am besten auch die Temperatur messen, um sicher zu gehen, dass die Körpertemperatur wirklich erhöht ist. Ist sie das nicht, hat es eine andere Ursache“, erklärt Ganal. Klar ist aber: Es sollte unverzüglich zum Tierarzt gehen. „Das Auto sollte nicht so heiß sein, sonst droht dort der nächste Schock“, erklärt er. Besser sei es, die Klimaanlage einzuschalten.

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Was ist bei einer Vergiftung zu tun?

Hat ein Tier etwa einen Giftköder geschluckt, ist ebenfalls Eile geboten. Dann sollte man sofort zum Tierarzt. Erbricht sich das Tier, ist das gut. „Je weniger im Magen ist, desto weniger Gift kann aufgenommen werden“, sagt Ganal.

Hat ein Hund zum Beispiel Rattengift oder Medikamente versehentlich gefressen, sollte das Gift oder Medikamente abfotografiert oder der Beipackzettel zum nächsten Tierarzt mitgenommen werden. „Dann wissen wir, womit wir es zu tun haben und können schneller reagieren“, erklärt Ganal. Christian von Hänisch, Tierarzt aus Konstanz, hat noch einen Tipp: „Dem Tier zu fressen geben. Je mehr im Magen ist, desto weniger wird von dem Gift ins Blut transportiert.“

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Wie reagieren, wenn ein Unfall passiert?

Wurde ein Tier von einem Auto angefahren, sollte man die Vitalzeichen kontrollieren. Atmet das Tier, gibt es einen Puls und reagieren die Augen normal. Ist das alles vorhanden, sollte nach Verletzungen und Blutungen geschaut werden. Natürlich sollte auch ein Arzt das Tier begutachten.