Vor der Kirche roch es nach Benzin und Öl, nach der typischen Mischung, die Zweitakter antreibt, nach dem Duft, den jeder Vespa-Fahrer kennt. Vor St. Canisius hatten bereits 94 Vespas geparkt und auf den geistlichen Segen gewartet, als Diakon Ryszard Rzesny am Sonntag stilecht mit dem Motorroller um die Ecke gebraust kam.

Auf Wunsch der „Blech-Vespen Bodensee“ ist Diakon Ryszard Rzesny mit dem eigenen Roller gekommen.
Auf Wunsch der „Blech-Vespen Bodensee“ ist Diakon Ryszard Rzesny mit dem eigenen Roller gekommen. | Bild: Andrea Fritz

Vorbei an Contes mobiler Kaffeebar direkt vors Kirchenportal. Antonio Bruno, der Vorsitzende des Häfler Vereins „Blech-Vespen Bodensee“, der die vierte Vespa-Weihe mit anschließendem „Anrollern“ in Friedrichshafen organisiert hat, strahlte vor Glück. „Wir sind alle vespaverrückt, da kam eine Absage wegen Corona für uns nicht in Frage“, sagte er.

Es dauerte, bis der Vorsitzende der „Blech-Vespen Bodensee“ und Diakon Ryszard Rzesny mit der Segnung der Motorroller durch waren.
Es dauerte, bis der Vorsitzende der „Blech-Vespen Bodensee“ und Diakon Ryszard Rzesny mit der Segnung der Motorroller durch waren. | Bild: Andrea Fritz

Die Weihe hätte schon zu Beginn der Saison stattfinden sollen, wie Brunos Stellvertreter Dominic Rimpler erzählte: „Wir haben heute mit deutlich weniger Teilnehmern gerechnet.“

Zuerst gab es einen kleinen Gottesdienst mit Diakon Ryszard Rzesny.
Zuerst gab es einen kleinen Gottesdienst mit Diakon Ryszard Rzesny. | Bild: Andrea Fritz

Aus der Schweiz waren Vespa-Fahrer gekommen, aus Singen, aus Villingen, Ravensburg und in letzter Minute noch aus Bad Schussenried. Alle nutzten das herrliche Wetter, um sich in Friedrichshafen den Beistand der Heiligen und Schutzengel zu erbitten.

Diakon Ryszard Rzesny hat bei der Roller-Weihe am Sonntag 95 Vespas einzeln geweiht.
Diakon Ryszard Rzesny hat bei der Roller-Weihe am Sonntag 95 Vespas einzeln geweiht. | Bild: Andrea Fritz

Anschließend brachen alle gemeinsam zu einer Tour ins Hinterland auf, mit Rast in Tettnang für ein Gruppenbild, mit Blick auf den Degersee und mit Einkehr im Mosträdle in Apflau, um nach der Seele auch den Körper zu stärken.

Beim „Anrollern“ füllte der Schwarm von 95 Vespas die Luft mit dem typischen Geruch der Zweitaktermischung.
Beim „Anrollern“ füllte der Schwarm von 95 Vespas die Luft mit dem typischen Geruch der Zweitaktermischung. | Bild: Andrea Fritz

Vorneweg knatterte Chef Antonio Bruno mit einer Abordnung für die acht geplanten Sperrungen und dahinter die 50erle. Sie gaben das Tempo vor. Es waren einige Raritäten dabei, darunter eine Vespa Baujahr 1959. Zur Sicherheit fuhr ein kleines italienisches Pannenfahrzeug hinterher.

Das könnte Sie auch interessieren

„Ich kann jetzt leider nicht mit ihnen fahren, weil gleich der italienische Gottesdienst anfängt“, blieb Diakon Ryszard Rzesny bedauernd zurück, als die Gruppe sich anschickte aufzubrechen – aber sein Segen fuhr ja mit.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €