Seit zwei Wochen dürfen auch die Neunten der Realschule Ailingen wieder in die Schule, zumindest einen Vormittag pro Woche. Dann stehen mit je zwei Stunden Deutsch, Mathe und Englisch alle Hauptfächer geballt auf dem Stundenplan. Und doch sind die Jugendlichen froh, mal wieder „normalen“ Unterricht zu haben. „Zuhause ist die Ablenkung schon groß, da kann man sich nicht so gut auf Schule konzentrieren“, gibt David aus der 9a unumwunden zu. Auch Yigit geht „zur Abwechslung“ wirklich gern in die Schule, sagt er, selbst wenn er an diesem Tag morgens nur schwer aus dem Bett kommt.

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Auch für Mathe- und Techniklehrer Mathias Hager bedeutet Präsenzunterricht in Corona-Zeiten eine enorme Umstellung. Statt 28 Schülern hat er immer nur ein Drittel der Klasse vor sich. „14 oder 15 pro Klasse in unseren Räumen halte ich bei den Abstandsregeln für schwierig“, erklärt Rektorin Svenia Bormuth. So hält Mathias Hager jede Mathestunde in der 9a derzeit also drei Mal, „da wird‘s beim dritten Mal schon zäh“. Dafür sei es mit so wenigen in der Klasse deutlich ruhiger. Mit dem Fernunterricht, der an den anderen vier Wochentagen weiterhin ansteht, haben sich hier alle arrangiert, auch wenn gerade in Mathe das Erlernen des neues Stoffs für die Schüler schon sehr anspruchsvoll sei. „Das klappt“, sagt Hager, inzwischen auch ohne Videokonferenzen.

Jede Stunde drei Mal halten

Neben den „Neunern“ waren seit dem 4. Mai die Zehntklässler im Haus, die sich an zwei bis drei Tagen pro Woche auf die Prüfungen vorbereitet haben. Svenia Bormuth ist sichtlich stolz darauf, dass ihr Kollegium die Abschlussklassen so engagiert betreut hat, dass jeder bestens gewappnet sein müsste. „Wer jetzt nicht gut vorbereitet ist, dem ist wirklich nicht zu helfen“, sagt die Rektorin. Daneben sind 20 Kinder in einer Präsenzgruppe da, die mit dem Zuhause lernen nicht gut klar kommen. Notbetreuung nehmen Eltern in der Realschule nicht in Anspruch.

Abstand halten gilt auch im Treppenhaus der Realschule.
Abstand halten gilt auch im Treppenhaus der Realschule. | Bild: Cuko, Katy

Svenia Bormuth und ihre Kollegen freuen sich darauf, dass nach den Pfingstferien auch die anderen Klassen wieder in die Schule kommen dürfen. Am Stundenplan bastelt die Rektorin schon. Nicht nur, weil durch die Abstandsregeln jede Klasse geteilt werden muss. Von 34 Lehrern gehören dank eines sehr jungen Kollegiums nur vier zur Risikogruppe. Einer davon komme freiwillig trotzdem, so die Rektorin.

Bei doppelt so viel „Klassen“ reichen Räume und Lehrer freilich immer nur für die halbe Schulbelegschaft. Also werden nach den Pfingstferien jeweils die fünften und sechsten sowie die siebten und achten Klassen zusammen unterrichtet, so Bormuth. Die jeweils andere Hälfte lernt zuhause. Die Neunten sollen an den Tagen kommen, an denen weniger Kinder da sind. „An der Kombination von Fern- und Präsenzunterricht kommen wir auch nach den Ferien nicht vorbei“, erklärt die Rektorin.

Rektor mit über 60 bleibt an Bord

Wolfgang Schüssler gehört mit mehr als 60 Lebensjahren selbst zur Corona-Risikogruppe. Zuhause bleiben kommt für den Rektor der Pestalozzischule allerdings nicht in Frage. „Ich bin vital genug, um das zu meistern“, sagt er. Auch in seinem Kollegium sind vier von 37 Lehrern derzeit nicht verfügbar. Aber der Plan für die letzten sechs Schulwochen steht, und die Kollegen seien motiviert. „Einer darf noch krank werden, dann kommen wir gut durch“, sagt er.

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In der Pestalozzischule wird jedes Kind eine Woche lang täglich zwei Stunden in der Schule sein und in der Folgewoche zuhause lernen – immer die ersten und dritten Klassen zusammen und die zweiten und vierten. Parallel steige die Nachfrage nach Notbetreuung. In der nächsten Woche mache er die dritte Gruppe auf, weil dann 23 Kinder kommen. Kinder aus bildungsfernen Haushalten habe er schon in den Präsenzunterricht geholt, als klar was, dass die Schulen wieder öffnen dürfen. Alle anderen bekommen weiter ihre Lernpäckchen für zuhause, die digital hinterlegt sind oder ausgedruckt werden für Familien, die keinen PC haben. Auf der von ihm ausgesuchten Kommunikationsplattform habe sich auch der direkte Austausch mit den Eltern bewährt, sagt Wolfgang Schüssler.

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Fast normaler Stundenplan am GZG

Axel Ferdinand will am Graf-Zeppelin-Gymnasium nach den Pfingstferien, wenn die Fünft- bis Zehnklässler wieder in die Schule kommen, den „regulären Stundenplan probieren“, auch wenn es Abstriche geben wird. Der Nachmittagsunterricht falle in der Regel aus, das eine oder andere Fach – Sport zum Beispiel – ebenfalls. Auch am GZG werden die Klassen geteilt und dann wochenweise immer die Hälfte jeder Klasse unterrichtet, während die andere Hälfte zuhause lernt. „Wenn alles gut läuft, ist jeder Schüler nochmal drei Wochen in der Schule“, sagt der Schulleiter. Ein paar Sorgen macht er sich angesichts der dann doch wieder stattlichen Schülerzahl im Haus, nicht nur wegen der Hygienevorschriften. „Ein großes Thema wird die Disziplin sein.“

Mammutprogramm für viele Lehrkräfte

Für die Lehrer werden die letzten Wochen bis zu den Sommerferien nochmal ein Mammutprogramm. Neben Präsenz- und Fernunterricht müssen Abi-Prüfungen vorbereitet und korrigiert, dann Noten geschrieben werden. Dazu kommt, das von 80 Lehrern am GZG zwölf zur Risikogruppe gehören und nur für den Fernunterricht zur Verfügung stehen. Unter all diesen Voraussetzungen einen Stundenplan zu gestalten, der möglichst ohne Hohlstunden auskommt, dürfte eine Herausforderung sein.

Wie viele Lehrer am Karl-Maybach-Gymnasium vor Ort fehlen, darüber konnte die Schule am Mittwoch keine Auskunft geben. Wie es nach den Pfingstferien laufen soll, sei noch in der Planung.

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