Die nun doch länger andauernde Maskenpflicht verlangt nach innovativen Lösungen. Eine von diesen soll ab Ende November erhältlich sein: Die „Aio Mask“, transparent mit verstellbarem Band um den Hinterkopf und Filtertasche für mehr Schutz.

„Initial war das Thema Luftverschmutzung“

Vor rund zwei Jahren wurde mit ihrer Entwicklung begonnen. Wurde da so etwas wie die Corona-Pandemie etwa vorausgesehen? Anna Müller, die in Friedrichshafen an der Zeppelin-Universität studiert hat und für die Entwicklung der neuartigen Alltagsmaske verantwortlich zeichnet, verneint und erklärt: „Initial war es das Thema Luftverschmutzung: Mir war nicht bewusst, dass weltweit über 90 Prozent der Menschen von verschmutzter Luft betroffen sind, ich bin nur selber oft mit dem Fahrrad ins Büro gefahren, stand im Verkehr und hatte das Gefühl: Das kann nicht gesund sein.“

Angefangen habe alles, als sie vom Bodensee wieder zurück nach Köln gezogen ist. Dort habe sich nämlich ihre eigene Pollenallergie stark verschlimmert.

Anna und Theresa Müller führen als Schwestern die Clair UG gemeinsam, die die „Aio Mask“ auf den Markt bringen will.
Anna und Theresa Müller führen als Schwestern die Clair UG gemeinsam, die die „Aio Mask“ auf den Markt bringen will. | Bild: Aio

Mit ihrem ersten Prototypen im Gepäck ging es Ende 2019 nach China, wo Müllers Ansatz auf positive Resonanz stieß. „An Masken war hierzulande nicht zu denken und ich hätte auch nicht gedacht, dass 2020 eine Pandemie uns weltweit den Atem verschlagen wird“, ergänzt sie. Doch durch die aktuellen Entwicklungen habe ihr Ansatz eine neue Tragweite bekommen und sie habe das große Glück gehabt, bereits vor der Krise auf ein Zuliefernetzwerk „Made in Germany“ gesetzt zu haben.

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„Ich sehe unser Produkt langfristig auch als Lösung für Allergiker und Asthmatiker wie mich, als komfortable Alternative zu OP-Masken im Umgang mit Patienten und auch für Menschen, die sich viel im motorisierten Verkehr bewegen“, schildert sie weiter.

Die „Aio Mask“ wird mit einem Hinterkopfband getragen und ist außerdem transparent, sodass die Mimik oder die Möglichkeit von Lippenlesen erhalten bleibt.
Die „Aio Mask“ wird mit einem Hinterkopfband getragen und ist außerdem transparent, sodass die Mimik oder die Möglichkeit von Lippenlesen erhalten bleibt. | Bild: Aio

Gemeinsam mit ihrer Schwester Theresa, mit der sie die Clair UG führt, über die die Masken vertrieben werden, habe sie sich zuvor existierende Lösungen auf dem Markt angeschaut: „Wir haben festgestellt, dass diese die zwischenmenschliche Kommunikation erschweren und vor allem die Einwegmasken viel Müll produzieren und oft das Tragegefühl nicht wirklich komfortabel ist.“ All diese Schwachpunkte soll ihre „Aio Mask“ ausgemerzt haben.

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Abgenutzte Masken werden recycelt

Durch eine Antibeschlag-Beschichtung werde außerdem sichergestellt, dass der Atem beim Sprechen die Mimik nicht doch wieder verschwinden lässt. Die Maske soll besonders haltbar sein und damit „kein Pandemie-Produkt mit kurzem Lebenszyklus“. Wenn eine Maske ausgedient habe, könne sie zum Recyceln zurückgeschickt werden.

Noch keine Zertifizierung als PSA-Produkt

Die einzige Hürde, an der die Schwestern bisher noch scheitern, ist die Zertifizierung für PSA-Produkte. „PSA„ steht dabei für „persönliche Schutzausrüstung“. Das Schnellprüfverfahren sei derzeit ausgesetzt. „Für uns bedeutet das, dass wir die Maske aktuell als Community Maske anbieten und fortlaufend Updates zum Zertifizierungsprozess veröffentlichen“, erläutert Müller.