Alexander Gerst wird am Wochenende am Bodensee erwartet. Der Astronauten und Geophysiker, der 2011 zu einer sechsmonatigen Mission zur Raumstation ISS aufbrach und 2018 dort weitere sechs Monate verbrachte, erhält am Sonntag im Zeppelin Museum die Goldene Medaille der Humboldt Gesellschaft. Wie das Museum mitteilt, gehört er „zu den wenigen Menschen, die ihr Leben seit über zehn Jahren sowohl auf der Erde als auch im Weltall verbringen“. Als Astro Alex lasse der ESA-Astronaut seine rund eine Million Follower auf seinen Social-Media-Kanälen an Einblicken, Gedanken und Erfahrungen teilhaben. Das mache ihn populär.

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Die Humboldt-Gesellschaft ehrt ihn nun als herausragenden Wissenschaftler. „Wir haben die Bodensee-Region als Tagungsort ausgewählt, weil sie zu den innovativsten Regionen Europas gehört“, erklärt Jochen Schauenburg, Vorsitzender der Humboldt-Gesellschaft. Die Verleihung findet als Höhepunkt der Tagung statt. Claudia Emmert, Direktorin des Zeppelin Museums, freut sich, Gastgeberin der Verleihung zu sein. „Dass Immenstaad bis heute ein Standort für Raumfahrttechnologien ist, geht auf Graf Zeppelin zurück, der 1910 eine Versuchsabteilung ins Leben rief, der Claude Dornier vorstand. Daher freuen wir uns sehr darauf, die Humboldt-Gesellschaft und Alexander Gerst bei uns zu Gast zu haben.“

Als Copilot bricht Gerst zu einem Zeppelinflug auf

Alle Vorträge, die im Rahmen der Tagung stattfinden, sowie die Verleihung der Goldenen Medaille sind öffentlich und können kostenfrei besucht werden. Eine Anmeldung zur Teilnahme an der gesamten Tagung erfolgt per E-Mail an schatzmeister@humboldt-gesellschaft.org. Im Anschluss an die Verleihung folgt eine Führung durch das Museum. Anschließend wird Gerst, der selbst auch Pilot ist, am Flugplatz Friedrichshafen als Copilot an einem Flug mit dem Zeppelin NT teilnehmen.

Tagungsprogramm und Humboldt-Gesellschaft

  • Freitag, 6. Mai: Am ersten Tag der Tagung stehen drei öffentliche Vorträge im Hotel Buchhorner Hof in Friedrichshafen auf dem Programm. Jürgen Bleibler, Leiter der Abteilung Zeppelin des Zeppelin Museums Friedrichshafen, spricht von 15.45 bis 16.30 Uhr über die geschichtlichen Hintergründe des Bodensee Innovationsclusters. Jochen Schauenburg, Mitglied des Präsidiums der Humboldt-Gesellschaft, referiert von 16.30 bis 17.15 Uhr über Geschichte, Merkmale und Erfolgsfaktoren von Innovationen. Sönke Voss, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter IT, Innovation und Technologie der IHK Bodensee-Oberschwaben, stellt von 17.45 bis 18.30 Uhr die Innovations- und Wirtschaftsstruktur des Wirtschaftsraumes Bodensee-Oberschwaben vor.
  • Samstag, 7. Mai: Zwei weitere Vorträge finden am 7. Mai im Dornier-Museum Friedrichshafen statt: Von 9.30 bis 10.15 Uhr spricht Andreas Lutz, Leiter Forschung und Entwicklung bei Dornier Medtech Systems in München-Wessling, über den Werdegang des Dornier Nierenstein-Lithotripters, einem Beispiel für eine äußerst erfolgreiche Innovation, und von 10.15 bis 11 Uhr geht es im Vortrag von Pero Micic, Vorstandsvorsitzender der Future Management Group AG, Eltville, um die Zukunftsperspektiven von Innovationen.
  • Sonntag, 8. Mai: Höhepunkt der Tagung ist am 8. Mai die Verleihung der Goldenen Medaille der Humboldt-Gesellschaft für herausragende wissenschaftliche Leistungen an den Astronauten und Geophysiker Alexander Gerst. Die Feier findet ab 9 Uhr im Zeppelin Museum statt. Die Laudatio hält Jochen Schauenburg, gefolgt von einem Interview mit Alexander Gerst, das Claudia Emmert, Direktorin des Zeppelin Museums, und Sven Prien-Ribcke, Leiter der Akademischen Veranstaltungen im College Leuphana Universität Lüneburg, moderieren werden. Die musikalische Umrahmung kommt von der Do X Memorial Big Band.
  • Die 1962 gegründete Humboldt-Gesellschaft fördert Natur- und Geisteswissenschaften sowie die Kunst und will im Geiste von Wilhelm und Alexander von Humboldt zu einer Förderung der Bildung auf dem Boden des Humanismus beitragen. Dazu finden regelmäßig öffentliche wissenschaftliche Tagungen statt, mit Vorträgen, Diskussionen, Exkursionen und künstlerischen Darbietungen. www.humboldt-gesellschaft.org