Die Coronakrise weitet sich aus. Nachdem Grenzen geschlossen, Schulen dicht und auch alle Veranstaltungen abgesagt sind, sind auch in der Wirtschaft die Folgen deutlich zu spüren.

ZF -Mitarbeiter sollen auch privat soziale Kontakte minimieren

Bei der ZF wurden nach Angaben eines Unternehmenssprechers schon vor Wochen Krisenteams aufgestellt, die Maßnahmen zum bestmöglichen Schutz der Mitarbeiter ableiten. Immer mehr Mitarbeiter werden nun ins Home Office geschickt, um „das Infektionsrisiko zu entzerren und zu minimieren“, wie der Sprecher mitteilt. Die genaue Zahl derjenigen, die nun von zuhause aus arbeiten, sei derzeit nicht zu beziffern. Die ZF-Mitarbeiter seien angehalten auch im Privatleben so wenig Sozialkontakte wie möglich zu haben. „Solidarisches Verhalten ist gefragt. Es geht um die Gefahr, sich anzustecken – mehr aber noch um die Gefahr, Ansteckungsrisiko für ältere und schutzbedürftige Menschen zu sein“, so der ZF-Sprecher.

Bild: ZF Friedrichshafen

Produktion läuft unter veränderten Schutzvorschriften

Auch für die Produktionsmitarbeiter seien Vorsorgemaßnahmen getroffen worden. „Hier gibt es nun Pausen zwischen den Schichten statt überlappenden Schichten und persönlichen Übergaben. Außerdem gibt es verkürzte Reinigungszyklen und die nochmalige nachdrückliche Aufforderung, Abstand zu allen Kollegen zu halten und die Hygienemaßnahmen besonders gründlich einzuhalten“, so der Sprecher.

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Änderungen gibt es auch in den Kantinen. Das Essen und Besteck werde nur noch durch Kantinenpersonal ausgegeben. „Außerdem hat ZF die Öffnungszeiten der Kantinen verlängert, um den Betrieb zu entzerren. Durch eine reduzierte Bestuhlung wird zwischen den einzelnen Sitzplätzen in der Kantine wird ausreichend Abstand sichergestellt“, teilt der ZF-Sprecher mit.

Wirtschaftliche Auswirkungen noch nicht absehbar

Wie sehr sich die Coronakrise auch wirtschaftlich auswirken werde, sei derzeit nicht quantifizierbar, obwohl sie „deutlich spürbar“ sein werde. „Ebenso wenig lässt sich verlässlich abschätzen, welche Auswirkungen der nun eingeschränkte Grenzverkehr auf unsere Lieferketten hat“, so der Sprechher. Bisher seien die Lieferketten noch nicht gerissen, eine Task Force sei eingerichtet worden, die täglich die Lage neu bewertet. Bislang konnten Lieferschwierigkeiten von Lieferanten kompensiert werden, in Ausnahmefällen wurden auch per Luftfracht Teile geliefert.

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Die Reaktionszeiten seien allerdings deutlich kürzer geworden. „Wenn zu Beginn der Coronavirus-Pandemie ein Schiff mit benötigten Teilen in China nicht abfuhr, hatten wir bis zu sechs Wochen Zeit, Alternativen zu suchen, um unseren Kunden gegenüber liefertreu zu bleiben. Wenn nun ein Lkw aus Italien über viele Stunden im Grenzkontrollen-Stau am Brenner hängt, beträgt die Reaktionszeit für uns nur noch rund drei Tage“, erklärt der Sprecher. Insgesamt stehe die ZF-Logistik in diesen Tagen vor „enormen Herausforderungen“.

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