Die Familie Sturm in Benistobel nahe Urnau verfügt über vier Ferienwohnungen mit 16 Betten. „Die Lockdowns waren ein Drama“, berichtet Matthäus Sturm, denn die Landwirtschaft sei ein Minusgeschäft und weil sein Hof im Außenbereich liege, könne er auch keine weiteren Ferienwohnungen einrichten. Nun hat sich die Situation über den Sommer hin entspannt.

„Die Auslastung der Ferienwohnungen ist momentan sehr gut. Wir freuen uns, wieder Gäste empfangen zu dürfen, und die Gäste freuen sich, bei uns Urlaub machen zu können. Wir sind zuversichtlich, dass Urlaub auf dem Bauernhof die nächsten Jahre auch weiterhin gut angenommen wird“, sagt Sturm.

Matthäus und Luzia Sturm sind froh, dass ihre Ferienwohnungen wieder gut gebucht sind und sich die Gäste wohl fühlen.
Matthäus und Luzia Sturm sind froh, dass ihre Ferienwohnungen wieder gut gebucht sind und sich die Gäste wohl fühlen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Familie Heck aus Esslingen genießt Urlaub auf dem Land

Familie Heck aus der Nähe von Esslingen gehört zu den Stammgästen bei Sturms in Benistobel. „Es ist schön hier, die Kinder treffen sich auch mit anderen Feriengästen“, sagt Katrin Heck. Ihr Mann Frank Heck ergänzt: „Die Inzidenz ist schon wichtig, aber wir schauen nicht so oft darauf, um uns die Laune nicht zu verderben.“

Der Familie gefällt an Benistobel, dass es keine Durchgangsstraße gibt und die Kinder spielen können. Sie sind froh, dass es mit dem Urlaub geklappt hat, denn das Homeschooling sei schon manchmal schwierig gewesen, erzählt Katrin Heck. Die Familie sehnte sich nach einer Auszeit vom Alltag.

In Benistobel betreibt die Familie Sturm einen Ferienhof mit Landwirtschaft.
In Benistobel betreibt die Familie Sturm einen Ferienhof mit Landwirtschaft. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Auf der Terrasse ihrer Ferienwohnung sitzt Familie Schneider aus dem Saarland, die seit mehren Jahren ihren Urlaub bei den Sturms verbringt. „Die Lockdowns waren schon schwierig. Aber man hatte mehr Zeit für die Familie und der Alltag hat sich entschleunigt“, versucht Daniela Schneider den positiven Aspekt hervorzuheben. Wenn sie in Benistobel aus dem Auto steige, fühle sich die Familie gleich wie zuhause. Es sei erholsam für alle, die Kinder könnten sich entfalten und den Umgang mit den Tieren genießen, schwärmt Schneider von dem idyllischen Ort.

Familie Schneider aus dem Saarland machen gerne Ferien bei Familie Sturm, sie sind bereits zum 5. Mal im Deggenhausertal (von links): Anette, Daniela, Willi, Markus und Philip Schneider.
Familie Schneider aus dem Saarland machen gerne Ferien bei Familie Sturm, sie sind bereits zum 5. Mal im Deggenhausertal (von links): Anette, Daniela, Willi, Markus und Philip Schneider. | Bild: Wolf-Dieter Guip
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Neue Corona-Regeln führen zu Unsicherheiten

Familie Markhart vom Franzenhof in Azenweiler verfügt über zehn Ferienwohnungen. Die Auslastung sei derzeit bei 100 Prozent, wie stets im August. Doch ab Ende der Sommerferien sei die Auslastung nur noch durchschnittlich. „Ich habe das Gefühl, der Herbst verunsichert viele und die Menschen warten noch etwas ab“, erklärt Susanne Markhart, die betont, dass die Änderungen der Corona-Verordnung immer wieder zu Unsicherheiten führe. Die Stimmung bei den Gästen scheint laut Markhart gut zu sein. Allerdings sei bei den Erwachsenen eine gewisse Zurückhaltung beim Kontakt mit Fremden zu spüren.

Susanne Markhart vom Franzenhof spürt eine gewisse Zurückhaltung bei den Erwachsenen.
Susanne Markhart vom Franzenhof spürt eine gewisse Zurückhaltung bei den Erwachsenen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

„Dazu trägt bei, dass wir in diesem Jahr keinen gemeinsamen Grillabend für alle Gäste anbieten. Früher war das ein Katalysator, um neue Kontakte zu knüpfen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch uns als Gastgeber geht so ein gutes Stück persönlicher Kontakt verloren“, berichtet Susanne Markhart.

Dank zeitnaher und ausreichender staatlicher Hilfen ist die Familie gut durch die vergangenen Monate gekommen und konnte auch ihre 450-Euro-Helfer über den Winter halten. Das sei möglich geworden, weil Landwirtschaft und Übernachtungsbetrieb personell getrennt sind. So hatte Susanne Markhart während des Lockdowns zwar 100 Prozent Umsatzausfall, musste sich aber keine Einnahmen aus Landwirtschaft oder anderen Gewerben anrechnen lassen.

Inmitten der Natur in Azenweiler im Deggenhausertal liegt der Franzenhof der Familie Markhart.
Inmitten der Natur in Azenweiler im Deggenhausertal liegt der Franzenhof der Familie Markhart. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Befreundete Familien treffen wieder aufeinander

Neben einer Liegewiese auf dem Franzenhof sind Dieter Teifl und Ansger Zeltges damit beschäftigt, den Grill zu reinigen. „Wir sind für das Feuer und für den Grillabend zuständig.“ Sie gehören zu mehreren Familien, die hier gewöhnlich jeweils zu Ostern und im Sommer Urlaub machen. „Ostern ging ja 2020 und 2021 nicht.“ Die Teifls aus dem Raum Stuttgart kommen seit etwa 20 Jahren und die Zeltges aus Koblenz hätten normalerweise in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum gefeiert.

Dieter Teifl (links) und Ansgar Zeltges sind seit sehr vielen Jahren regelmäßige Gäste auf dem Franzenhof und freuen sich, dass für mehrere Familien daraus echte Freundschaften entstanden sind.
Dieter Teifl (links) und Ansgar Zeltges sind seit sehr vielen Jahren regelmäßige Gäste auf dem Franzenhof und freuen sich, dass für mehrere Familien daraus echte Freundschaften entstanden sind. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Es sei eine echte Freundschaft entstanden und man treffe sich gelegentlich auch zu Geburtstagen oder Festen, erzählen die beiden Männer. „Hier auf dem Hof ist alles in Ordnung und wir haben uns sehr gefreut, wieder hier sein zu können“, sagt Dieter Teifls.

Albert Scherer: „Die Verunsicherung wird auch den Tourismus prägen“

In Unterhomberg betreibt die Familie Scherer einen Ferienhof mit sieben Ferienwohnungen und sechs Gruppenwohnungen, in denen überwiegend Menschen mit Assistenzbedarf Urlaube verbringen. Albert Scherer zur derzeitigen Situation: „Im Familienbereich ist die Situation gut und ausgelassen. Die Ferienzeit ist ausgebucht. Im Behindertenbereich ist die Auslastung sehr schlecht. Die meisten Einrichtungen lassen ihre Gruppen nicht in den Urlaub fahren.“

Mechthild und Albert Scherer können endlich wieder Gäste auf ihrem Ferienhof in Unterhomberg beherbergen.
Mechthild und Albert Scherer können endlich wieder Gäste auf ihrem Ferienhof in Unterhomberg beherbergen. | Bild: Wolf-Dieter Guip (Archivbild)
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Der Ferienhof ist sehr weitläufig und die Gäste unter sich

Familie Forcher aus Zweibrücken macht zum ersten Mal Urlaub bei den Scherers. „Wir haben im vergangenen Jahr keinen Urlaub gemacht und jetzt wollten wir ihn in Deutschland verbringen“, sagt Björn Forcher. Das Hofgelände, zu dem auch ein kleiner Streichelzoo gehört, sei sehr weitläufig. Man sei unter sich, wobei die Kinder durchaus mit anderen Kindern Kontakt hätten, so Forcher.

Fühlen sich wohl auf dem weitläufigen Ferienhof Scherer: Melanie und Björn Forcher mit ihren Kindern (von links) Luana, Felix und Fabian.
Fühlen sich wohl auf dem weitläufigen Ferienhof Scherer: Melanie und Björn Forcher mit ihren Kindern (von links) Luana, Felix und Fabian. | Bild: Wolf-Dieter Guip

In Friedrichshafen und Ravensburg sei es sehr voll gewesen, berichtet das Ehepaar. Und als die Familie einen Ausflug zum Affenberg in Salem unternahm, wären sie am liebsten wieder umgekehrt, weil auch dort sehr viel los gewesen sei. „Wir sind jeden Morgen hier im Hallenbad. Das ist jeweils für eine Familie reserviert. Das ist sehr entspannend und man hat die Kinder immer im Blick“, sagt Melanie Forcher.

Ferienhof Jehle: Höhere Nachfrage nach Ferienwohnungen

Ingo Jehle betreibt einen Ferienhof in Limpach, der touristische Bereich umfasst zwölf Ferienwohnungen mit 48 Betten. Er vermittelt einen positiven Eindruck: „Wir sind aktuell bis zum Ende der Sommerferien komplett ausgebucht. Die Nachfrage ist wesentlich höher als in den Jahren davor.“

Ingo Jehle, hier mit Pferd Caruso, ist mit der derzeitigen Auslastung der Ferienwohnungen zufrieden.
Ingo Jehle, hier mit Pferd Caruso, ist mit der derzeitigen Auslastung der Ferienwohnungen zufrieden. | Bild: Wolf-Dieter Guip (Archivbild)

Die Pandemie spiele auf dem Ferienhof momentan keine entscheidende Rolle. „Die Stimmung bei den Gästen ist sehr gut“, sagt Jehle. Für die Zukunft mache er sich keine Sorgen, solang es keinen weiteren Lockdown gibt. Die Ferienzeiten für 2022 seien laut Ingo Jehle „bereits so gut wie ausgebucht.“