Elisabeth Krezdorn ließ in ihrem Leben noch keine Schwedenprozession aus. Die 90-Jährige sagte am Sonntag auf der Hofstatt: „Besser hätte es nicht sein können, schöner wäre es aber gewesen, wir hätten die Schwedenprozession wie sonst immer feiern können.“

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Krezdorn spricht damit anderen aus der Seele. Stadtpfarrer Bernd Walter setze alles daran, diesen traditionellen Akt auch im Corona-Jahr leisten zu können. Fridolin Zugmantel würdigte: Der Pfarrer habe „die Überlingen-DNA“ aufgenommen und wisse, was den Bürgern wichtig ist.

Video: Hanspeter Walter

Mit städtischer Unterstützung wurden Gottesdienst und Prozession auf die Hofstatt verlegt. Doch während sonst Hunderte am Straßenrand stehen und im Prozessionszug teilnehmen, gab es für Besucher nur etwa 90 Tickets, die restlichen Plätze waren für die Vertreter von Gemeinderat und den Kirchen reserviert. Wobei nicht alle Tickets abgeholt wurden, es gab noch freie Plätze.

Video: Hilser, Stefan

Überlingen leistet seit bald 400 Jahren jeweils am zweiten Julisonntag ein Gelübde ab, zum Dank vor Bewahrung in Not. Und so schloss Walter den Dank dafür ein, dass die Stadt bisher gut durch die Corona-Krise gekommen sei. Die Schwedenprozession stellt keinen rein kirchlichen Akt dar. Vielmehr geht das Gelübde auf die Bürgerschaft zurück. Walter öffnete die Feier für die Ökumene.

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Nachdem Walters Vorgänger im Amt, Karl-Heinz Berger, die evangelische Kirche beteiligte, lud Walter nun auch die Vertreter der anderen christlichen Gemeinden ein. In der Vorbereitung zur Landesgartenschau habe man sich kennen gelernt und Freundschaften geschlossen.

Video: Hilser, Stefan