Das alte Rathaus in Neufrach ist seit Mai verwaist, denn die Gemeindeverwaltung ist ins neue Rathaus in der neuen Gemeindemitte umgezogen. Am Dienstagabend beriet nun der Gemeinderat über ein mögliches Nutzungskonzept für den alten Standort des Rathauses.

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Ein solches Nutzungskonzept wurde zwar bereits 2015 entwickelt. Der Gemeinderat sprach sich jedoch einhellig dafür aus, vor weiteren Entscheidungen die Neufracher Bevölkerung mit in den Diskussionsprozess einzubinden. Bürgermeister Manfred Härle will die Gespräche nach der Sommerpause aufnehmen.

Abriss des vorderen Gebäuderiegels

Das bisher vorliegende Nutzungskonzept sieht unter anderem den Abriss des vorderen Gebäuderiegels Richtung Leutkircher Straße vor. Abgerissen werden sollten danach auch das Provisorium, in dem die Bauverwaltung untergebracht war, sowie das angrenzende Hegner-Haus, in dem Obdachlosenunterkünfte eingerichtet sind, und die Garagenzeile auf der Nordseite. Der Querriegel des alten Rathauses sollte nach dem Konzept von 2015 erhalten werden. Darin war die zentrale Unterbringung der Musikschule angedacht. Der Ratssaal war für kleinere Veranstaltungen vorgesehen.

Auch das Provisorium, in dem das Bauamt untergebracht war, ist für den Abriss vorgesehen.
Auch das Provisorium, in dem das Bauamt untergebracht war, ist für den Abriss vorgesehen. | Bild: Peter Schober

Auf der frei werdenden Fläche sieht das Konzept von 2015 einen attraktiven Dorf- und Festplatz vor. Zusätzlich sind darin 28 weitere Stellplätze eingeplant.

Einige Räte wollen die Pläne vorerst auf Eis legen

Gemeinderat Fritz Baur (SPD) sprach sich dafür aus, die Pläne vorerst auf Eis zu legen – die Finanzentwicklung sei bedingt durch die Corona-Krise doch zu ungewiss. Auch Martin Möller (GoL) tendierte in diese Richtung. Man müsse zwischen Wünschenswertem und Erforderlichem unterscheiden, sagte er. Die Realisierung einer neuen Nutzung des Neufracher Rathausstandortes reihte er in die Rubrik der wünschenswerten Projekte ein.

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Bürgermeister Härle sah darin allerdings kein Projekt, das von Heute auf Morgen umgesetzt werden soll. Es sei aber immer gut, wenn man für den Fall, dass besondere Zuschüsse fließen, ein Konzept für ein bezuschussbares Projekt in der Schublade habe. Mit dieser Strategie sei die Gemeinde bereits in der Finanz- und Wirtschaftskrise vor zehn Jahren gut gefahren.

Bedürfnisse der Vereine und der übrigen Bevölkerung sammeln

Ralf Gagliardi (GoL) drängte darauf, das gesamte Projekt mit der Neufracher Dorfgemeinschaft zu diskutieren. Prinz Leopold von Baden (FWV) sah das genauso: „Man sollte erst einmal alle Bedürfnisse der Vereine und der übrigen Bevölkerung sammeln.“

Ursula Hefler (CDU) teilte diese Meinung. Aber sie wollte die Prioritäten anders gesetzt sehen. Für sie müsste die Schaffung einer Versammlungs- und Veranstaltungsstätte in Stefansfeld Vorrang haben. „Wir haben keinen einzigen Raum in Stefansfeld, wo wir uns einmal treffen können“, beklagte sie und verwies auf den anstehenden Bevölkerungszuwachs durch das Neubaugebiet.

Der Querriegel sollte erhalten und darin die Musikschule untergebracht werden.
Der Querriegel sollte erhalten und darin die Musikschule untergebracht werden. | Bild: Peter Schober

CDU-Fraktionskollege Peter Frick stellte sich an Heflers Seite. „Stefansfeld scheint das fünfte Rad am Wagen zu sein“, berief er sich auf den schon seit Jahren vorgebrachten Wunsch der Stefansfelder nach einer Versammlungsstätte. Er wurde noch deutlicher: „Vielleicht sollten wir den Wunsch jetzt einmal zur Forderung erheben.“

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