Es ist eine ungewöhnliche Baustelle: Hier wird getüftelt, gehämmert und nebenbei Musik gehört. Da werden Kurven begutachtet und ihre Winkel verfeinert. „Hier entsteht ein Skatepark„, steht auf einem Banner an dem Bauzaun, der dafür sorgen soll, dass niemand ohne Befugnis das Baustellengelände betritt.

BMX-Fahrer, Mountainbiker, Skateboarder: Auf dem Gelände sollen alle Spaß haben

Und genau deshalb kommt es hier auf jede Krümmung ganz genau an. Es geht um die Wirkung von Winkeln, Bögen und Sprungkanten beim Scooten, Skaten und Biken. Denn hier auf dem Gelände sollen am Ende alle Spaß haben können: BMX-Fahrer, Mountainbiker, Skateboarder, Inlineskater und auch Scooterfahrer.

Auf der Anlage sollen sich einmal alle wohlfühlen: BMX-Fahrer, Mountainbiker, Skateboarder, Inlineskater und auch Scooterfahrer. Daher kommt es auf jeden Winkel an.
Auf der Anlage sollen sich einmal alle wohlfühlen: BMX-Fahrer, Mountainbiker, Skateboarder, Inlineskater und auch Scooterfahrer. Daher kommt es auf jeden Winkel an. | Bild: Lena Reiner

Die Arbeiten liegen gut im Zeitplan, verrät Ralf Edlinger, der zum Team gehört, das mit der Umsetzung der Anlage beauftragt wurde: „Ich bin aber nur für die Betonarbeiten zuständig.“ Auf die Frage, ob es irgendeine besondere Herausforderung gebe, grübelt er kurz und sagt: „Es ist ganz schön viel Unkraut gewachsen. Das wird am Ende vermutlich etwas nervig, das alles zu entfernen.“ Sonst laufe aber alles prima. Und weil noch kein Feierabend ist, eilt er mit diesen Worten zurück aufs Gelände.

Auf der Anlage arbeiten Menschen, die die Skate-Szene selbst gut kennen. Die Männer wissen daher, worauf es bei Rampen, Gefällen und Sprungkanten ankommt.
Auf der Anlage arbeiten Menschen, die die Skate-Szene selbst gut kennen. Die Männer wissen daher, worauf es bei Rampen, Gefällen und Sprungkanten ankommt. | Bild: Lena Reiner

Er selbst ist ein österreichischer Skateboardprofi und steht seit 1997 auf dem Board, wie Skatermagazinen zu entnehmen ist. Das unterstreicht die Aussage von Bauleiter Franz Karlstetter gegenüber dem Gemeindeblatt, dass die Männer, die in Salem die Erdmassen bewegen, allesamt selbst aus der Szene kämen und daher aus eigener Erfahrung wüssten, worauf es ankommt – etwa bei den Rampen, Gefällen und Sprungkanten.

Zeitgemäßer Ersatz für alten Skatepark am Bahnhof

Mit der Firma Schneestern, die von Bike- und Skateprofis gegründet wurde, setzt er die Ideen der Salemer Jugendlichen um und gestaltet ein Gelände, das nicht nur den alten Skatepark am Bahnhof von Mimmenhausen ersetzen soll, sondern auch zeitgemäß all das bietet, was zum Skaten, Scooten und Biken notwendig ist.

Jugendliche reden bei Gestaltung der Anlage mit

Fünf bis sechs solcher Anlagen bauen die Skateprofis der Duracher Firma jährlich. Die Salemer Variante ist an die Füssener Skate- und Bikeanlage angelehnt und entsprechend an die Bedürfnisse vor Ort angepasst.

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Um diese festzustellen, fand im Vorfeld eine Umfrage unter Salemer Jugendlichen statt; es folgten die Teilnahme von 20 Jugendlichen an der betreffenden Gemeinderatssitzung und Workshops, unter anderem mit Planer Gregor Podlesny, im Sitzungssaal des Rathauses. Wenig später ging es dann zur Besichtigungstour nach Füssen, um die dortige Skate- und Bikeanlage anzuschauen, sich Inspiration und Anregungen zu holen, und zu schauen, was in anderen Gemeinden für Jugendliche geboten wird.

Bauarbeiten an neuem Sportpark seit 20. April im Gange

Die Salemer Jugendsozialarbeiterin Mersida Merdovic begleitet den Prozess und stand und steht allen interessierten jungen Menschen als Ansprechpartnerin zur Verfügung. 2017 hatte sie eine Jugendbedarfsanalyse vorgenommen und die akribisch gesammelten Wünsche an Bürgermeister Manfred Härle weitergeleitet.

Seitdem ging es in großen Schritten voran auf dem Weg zum neuen Sportpark hinter der Tennishalle, der seit dem 20. April gebaut wird. Der neue Ort bietet dabei alles, was die Anlage braucht, und garantiert obendrein, dass keine Anwohner durch Lärm gestört werden können.

Wunsch nach neuer Anlage besteht schon seit Jahren

Die Idee einer neuen Dirtbike- und Skateanlage ist dabei schon deutlich älter: 1997 war die aktuelle Skateanlage in der Bahnhofstraße in Eigenregie von Erwachsenen und Jugendlichen errichtet worden, die nun durch die neue Bebauung wegfallen wird. Schon 2013 kam daher parallel zur Entwicklung der „Neuen Mitte“ der Wunsch nach einer zeitgemäßen Anlage zum Biken und Skaten auf.

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