Die Planung für die hinter der Tennishalle vorgesehene Dirtbike- und Skateanlage hat detailliertere Formen angenommen. Die in den Beteiligungsprozess eingebundenen Jugendlichen haben nach mehreren Workshops und einer Besichtigungsfahrt nach Füssen und Lindau die Entwurfsplanung der Firma Velosolutions überarbeitet und die Ergebnisse am Dienstagabend dem Gemeinderat in einer Präsentation vorgelegt. Unter den Ratsmitgliedern fand das Vorhaben weitgehend ein positives Echo.

Das könnte Sie auch interessieren

Gegenüber dem Vorentwurf wurde die Ausdehnung der sportlichen Anlagen etwas reduziert, sodass von dem 6300 Quadratmeter großen Grundstück noch etwas Grünfläche übrigbleibt. Zu den Tennisanlagen hin wurde ein Lärmschutzwall eingearbeitet. Etwas größer wurde der Aufenthaltsbereich gestaltet, der zum Teil überdacht ist. "Es sind nicht nur Skater und Biker, die Interesse an dieser Anlage haben, sondern auch Jugendliche, die sich einfach einen Treffpunkt wünschen", sagte Duggu Celik als Sprecherin der Jugendlichen. Außerdem verwies sie darauf, dass auch junge Erwachsene an der Skate- und Dirtebikeanlage interessiert sind. Die geschätzten Kosten für die Anlage belaufen sich auf über 500 000 Euro.

Am Salemer Ratstisch (von links): Ena, Mersida Merdovic, Torsten Schillinger, Daniel, Lukas, Gregor Podlesny und Manfred Härle. Im Hintergrund: Nico, Max, Kilian und Janine.
Am Salemer Ratstisch (von links): Ena, Mersida Merdovic, Torsten Schillinger, Daniel, Lukas, Gregor Podlesny und Manfred Härle. Im Hintergrund: Nico, Max, Kilian und Janine. | Bild: Peter Schober

Für ihr Engagement und die Präsentation ernteten die Jugendlichen rund um den Ratstisch ein großes Kompliment. Allen voran von Bürgermeister Manfred Härle. "Diese Anlage hat zweifellos Charme", sagte er. Die hohen Kosten stellte er nicht Abrede und meinte diesbezüglich, dass man das eine oder andere noch reduzieren oder eventuell auch zu einem späteren Zeitpunkt noch realisieren oder ausbauen könne.

Auch ein Treffpunkt für Jugendliche benötigt

Gemeinderat Peter Frick (CDU) unterstützte das Vorhaben grundsätzlich. Man spreche schließlich schon, seit er als Gemeinderat wisse, davon, dass man für die Jugendlichen in puncto Treffpunkt etwas tun wolle. Für Ulrike Lenski (GoL) stellte sich allerdings in Bezug auf die Skate- und Dirtebikeanlage die Frage, in welchem finanziellen Umfang man hier einsteigen sollte. Eine halbe Million Euro sei viel Geld. Da sei ihrer Meinung nach die Frage nach der Größe der Gruppe, die diese Anlage nutzen würde, gerechtfertigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Dazu ließen sich freilich keine Angaben machen – außer dem Verweis vonseiten der Jugendlichen, dass sie vor zwei Jahren 112 Unterschriften für die Anlage gesammelt hätten. Nach Ansicht von Gregor Podlesny von der Firma Velosolutions kann diese Zahl aber nicht als Orientierung für die Nutzung der Anlage herangezogen werden. Das Interesse an dieser Sportart steige, sobald eine attraktive Anlage zur Verfügung stehe. Zudem sollte man den Wert nicht an der Zahl der Nutzer messen, betonte Podlesny. Erfahrungsgemäß habe eine solche Anlage auch einen sehr hohen Wert in puncto Sozialisierung.

Gute Infrastruktur für Mannschaftssport

Auch Bürgermeister Härle wollte die Rechtfertigung einer solchen Anlage nicht auf die Zahl der Nutzer reduziert wissen. "Wir haben in der Gemeinde eine gute Infrastruktur für den Mannschaftssport, aber wir haben nichts für den Individualsport", erklärte er. Wenn man die Mittel, mit der die Gemeinde den Mannschaftssport fördere, in Relation zu den Kosten für die Skate- und Dirtbikeanlage setze, könne man diese ohne Weiteres vertreten.

Bedarf nach Individualsport nicht gedeckt

Für Henriette Fiedler (FWV) kann "die Förderung von Sport im Freien nicht falsch sein". Allerdings sah sie den Bedarf nach Individualsport in der Gemeinde durch die Skate- und Dirtebikeanlage nicht abgedeckt. Für Fiedler kommt auch der Aufenthaltsbereich an der geplanten Anlage zu kurz.

Das könnte Sie auch interessieren

Wolfgang Bauer (CDU) monierte auch das Fehlen von Toiletten und bekam Schützenhilfe von Herbert Sorg (FWV). Nach Aussage von Gregor Podlesny sind Toiletten an solchen Anlagen unüblich und auch nicht unproblematisch. Bürgermeister Härle wies zudem darauf hin, dass sich in rund 100 Metern Entfernung die Toiletten am Schlossseestadion befänden. Über die in der Diskussion aufgekommenen Anregungen könne man aber noch sprechen. Dafür habe man noch Zeit.

Wer übernimmt Verantwortung?

Härle schlug aber vor, jetzt schon in das förmliche Genehmigungsverfahren einzusteigen, sprich Flächennutzungsplan- und Bebauungsplanverfahren. Dagegen hatte der Gemeinderat nichts einzuwenden. Grundsätzliche Bedenken hinsichtlich der Organisation der Anlage äußerte allerdings Franz Jehle (CDU). "Wir beginnen", so befürchtete er, "dadurch, dass die Anlage in kein Vereinskorsett gefügt wird, dem so wichtigen ehrenamtlichen Vereinswesen das Wasser abzugraben." Jeder könne hier kommen und gehen, wann es ihm beliebe und ohne dass er sich in der Pflicht sehe, auch Verantwortung zu übernehmen.