Mit den Temperaturen steigt auch die Lust auf einen Besuch im Freibad. Obwohl die Corona-Pandemie den Start der Freibadsaison in Baden-Württemberg verzögert, stehen die Betreiber am Bodensee bereits in den Startlöchern und treffen erste Vorbereitungen.

Das Frei- und Strandbad in Meersburg gehört zur Meersburg Therme. Geschäftsführer Fabian Dalmer erklärt: „Die aktuelle Situation ist in der Tat etwas schwierig.“ Lange gab es seitens des Landes Baden-Württemberg keine Aussichten für eine Öffnung oder eine Öffnungsstrategie, was es für eine Planung schwierig machte, gibt der Geschäftsführer an.

Nun wurde die Corona-Verordnung angepasst. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100, dürfen die Außenbereiche von Schwimm-, Thermal- und Spaßbädern unter kontrolliertem Zugang der Besucher wieder öffnen.

Besuch nur mit negativem Schnelltest?

Das wann ist somit klar, das wie allerdings noch nicht genau. Sollte es eine Voraussetzung werden, dass ein Besuch nur mit einem negativen Schnelltest möglich sei – „stehen wir wieder vor einer neuen Herausforderung“, sagt Therme-Geschäftsführer Fabian Dalmer.

Fabian Dalmer, Geschäftsführer der Meersburg Therme
Fabian Dalmer, Geschäftsführer der Meersburg Therme | Bild: Kleinstück, Holger

Das Gelände an der Meersburger Uferpromenade wird derzeit für die Badegäste instandgesetzt. „Wir sind in den Vorbereitungen für die Freibadsaison 2021 insbesondere mit der notwendigen Grünpflege und Auswinterung der technischen und baulichen Anlagen“, berichtet Fabian Dalmer. Laut ihm hofft das Team auf eine Öffnung zu den Pfingstferien, die am 25. Mai beginnen.

„Aufgrund der Bundesnotbremse bis Ende Juni bleibt es fraglich, zu wann wir in die Saison starten können. Wir hoffen nach heutigem Stand, dass wir eventuell im Laufe des Junis öffnen dürfen.“ Geplant ist ein Betrieb wie im vergangenen Jahr, „heißt mit einer reglementierten Besucherzahl und daher wieder mit einem Online-Ticket-Verkauf“.

Fabian Dalmer sagt: „Dazukommen könnte, dass ein Besuch nur mit einem negativen Schnelltest möglich ist, wenn man sich die Entwicklung beziehungsweise Öffnung von Freizeiteinrichtungen derzeit anschaut, wie die der Insel Mainau und die der Landesgartenschau in Überlingen.“

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Bewährt hat sich für den Betreiber das Hygienekonzept aus der Freibadsaison 2020: „Es wird sich aber sicherlich in Teilbereichen anpassen und oder vertiefen müssen. Hier gilt es, die Vorgaben von Land und Bund abzuwarten.“

Schwimmbecken sollen in Betrieb gehen

Im Jahr 2020 blieben die Schwimmbecken geschlossen. Nur das Schwimmen im See war möglich. Anderes ist für die diesjährige Badesaison vorgesehen. „Es ist geplant, die Schwimmbecken in Betrieb zu nehmen, sofern die Anforderung in Bezug auf die Besucherauslastung und die Hygienebestimmungen realistisch umsetzbar sind“, sagt der Geschäftsführer. Bei den Eintrittspreisen müssen die Badegäste Dalmer zufolge mit einer moderaten Anpassung rechnen.

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Das Naturerlebnisbad in Frickingen-Leustetten wird vom gleichnamigen Förderverein betrieben. Vorstandsmitglied Elke Siegel sagt: „Das Bad ist von uns Mitgliedern bereits soweit vorbereitet worden, das Becken wurde schon gesäubert und die Anlage pflegetechnisch schon einmal durchgegangen. Bevor es natürlich zu einer Öffnung kommt, wird es nochmals einen Arbeitseinsatz geben müssen.“

Ab 1. Juni ist man im Naturbad Leustetten bereit

Die Vereinsmitglieder hoffen, „ab 1. Juni öffnen zu können“, sind sich aber auch der Entwicklungen rund um die Pandemie bewusst. „Ab 1. Juni steht uns unsere polnische Badeaufsicht zur Verfügung und wird sich ab diesem Termin um die Anlage kümmern. Auch wenn wir noch nicht öffnen dürften“, erklärt Elke Siegel.

Das Naturbad in Leustetten harrt ebenfalls seiner Eröffnung – hier ein Archivbild aus dem Jahr 2015. Die Saison 2020 war trotz der Coronaregeln zufriedenstellend. Dies wünscht sich der Förderverein auch für dieses Jahr.
Das Naturbad in Leustetten harrt ebenfalls seiner Eröffnung – hier ein Archivbild aus dem Jahr 2015. Die Saison 2020 war trotz der Coronaregeln zufriedenstellend. Dies wünscht sich der Förderverein auch für dieses Jahr. | Bild: Martin Wolters

Über ein Konzept für die Öffnung mache man sich dann kurzfristig Gedanken, „da ja auch hier ein stetiger Wandel mit Vorschriften die Planung nicht einfach macht, die Haltbarkeitsdauer von Coronaregeln ist im Moment ja oft geringer wie die von Frischmilch“, scherzt Elke Siegel. „Ansonsten können wir eventuell ja auch die Registrierungs-, Abstands- und Hygienevorgaben vom letzten Jahr weiter laufen lassen.“ Diese hätten in der Saison 2020 sehr gut funktioniert.

Elke Siegel kann sich vorstellen, dass es spezielle Regeln für geimpfte und genesene Personen geben wird. Entscheiden muss aber auch hier die Landesregierung. Die Eintrittspreise ins Naturerlebnisbad bleiben aus ihrer Sicht stabil, „das muss aber noch in einer Vorstandssitzung konkret beschlossen werden“, so das Vorstandsmitglied. Die Gastronomie wird weiterhin vom Zugvogel-Team um Alexandra Scholz geführt. „Aber auch sie wartet natürlich auf das Go von der Landesregierung.“

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Kontrolle und Pflege für Außenanlagen

Das Höhenfreibad in Heiligenberg wird von der Firma PVM Service UG geleitet, die auch für das Bad am Illmensee verantwortlich ist. Heiligenbergs Bürgermeister Frank Amann bezieht in Absprache mit PVM Stellung zum Freibadbetrieb. Jüngst seien die Fliesenarbeiten im großen Becken abgeschlossen worden. „Die Komplettreinigung ist erfolgt. Die Außenanlagen sind top in Schuss, die Bäume wurden einer umfassenden Baumkontrolle unterzogen.“

Frank Amann, Bürgermeister in Heiligenberg
Frank Amann, Bürgermeister in Heiligenberg | Bild: Conrads, Bernhard

Becken im Höhenfreibad noch nicht befüllt

Weiter teilt Bürgermeister Amann mit: „Was noch fehlt, ist die Befüllung der Becken mit Wasser und die Inbetriebnahme der Wasser-/Chlorungstechnik. Diese Entscheidung trifft die Gemeinde, dazu warten wir die weiteren Entwicklungen ab.“ Die Hoffnung für eine Öffnung liegt demnach auf dem Fronleichnamstag, also Donnerstag, 3. Juni. Mit der Anpassung der Corona-Verordnung und dem Sinken der Sieben-Tage-Inzidenz könnte dieses Datum in greifbare Nähe rücken.

Die Becken im Höhenfreibad in Heiligenberg – hier eine etwa zwei Jahre alte Aufnahme aus dem SÜDKURIER-Archiv – sind derzeit noch nicht mit Wasser befüllt. Betreiber und Gemeinde warten die weiteren Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie ab.
Die Becken im Höhenfreibad in Heiligenberg – hier eine etwa zwei Jahre alte Aufnahme aus dem SÜDKURIER-Archiv – sind derzeit noch nicht mit Wasser befüllt. Betreiber und Gemeinde warten die weiteren Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie ab. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Ist der Zugang möglich, sollen diese Regeln gelten: „Wenn sich die Vorgaben zum Vorjahr nicht groß verändern, ist es angedacht, die maximale Anzahl an Personen (250 Personen gleichzeitig) ohne Zeitfenster einzulassen. Hier hat man im Vorjahr gute Erfahrungen gemacht“, erläutert der Bürgermeister.

Frank Amann betont, dass die Regeln angepasst würden, „wenn durch die zuständigen Behörden bekannt ist, auf was in diesem Jahr speziell geachtet werden muss. Auf Lockerungen oder notwendige Anpassungen wird immer schnellstmöglich reagiert“. Die Eintrittspreise blieben stabil, Änderungen seien nicht geplant.

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