Arnold Holstein zeigte sich besorgt. Der Freie-Wähler-Stadtrat erkundigte sich bei der Sitzung des Technischen Ausschusses, was die Stadt gegen weitere Hochwasserschäden unternehmen werde. Anlass dafür war die Schlamm- und Gerölllawine, die beim letzten Unwetter große Schäden beim Wangener Hölzle angerichtet hat. Dem im Nordwesten des Ortsteils entspringenden Bächlein war der übliche Weg durchs Bett verschüttet worden. Der starke Regen hatte eine Böschung unterspült.

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„Dass große Wassermengen niedergehen, ist dort nicht zum ersten Mal passiert“, erklärte Bauamtsleiter Michael Schlegel. Die Anwohner berichteten von zwei, drei sehr heftigen Starkregen-Ereignissen in der Vergangenheit. An Regenfälle wie vor einer Woche und an eine Gerölllawine solchen Umfangs könne sich aber niemand erinnern. Diese Dimension sei neu.

Über die Ufer getreten ist dieser Bach im Ortsteil Wangen.
Über die Ufer getreten ist dieser Bach im Ortsteil Wangen. | Bild: Jörg Büsche

Das sei auch in Zukunft wieder zu erwarten, betonte Arnold Holstein. Eben darum wolle er wissen, was die Stadt zur Vorbeugung unternimmt. Schlegel schilderte die Situation als komplex. Zwar rückte in Wangen ein Bagger an, um das Bachbett wieder frei zu graben. Weitere Maßnahmen – etwa die Anlage eines Geröllfangs im Oberlauf des Bachs oder das Umlenken des Wasserflusses – bedürften umfangreicherer Planungen.

Beim Hochwasser-Risikomanagement sitzen viele Akteure im Boot

Planungen und Bau aber seien mit Investitionen im Umfang von etlichen hunderttausend Euro verbunden. Hinzu komme: Beim Hochwasser-Risikomanagement sitzen viele Akteure im Boot. „Alle Maßnahmen müssen mit dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium abgestimmt werden“, so Schlegel. Solche Abstimmungsprozesse seien langwierig. „Wir werden die notwendigen Schritte aber nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben“, versicherte Michael Schlegel. Er betonte, dass sich die Stadt Hoffnung auf Fördermittel macht.

Auf Holsteins Frage, warum mit den angekündigten Hochwasserschutzmaßnahmen erst in zwei Jahren zu rechnen sei, sagte Bürgermeister Georg Riedmann, die Abstimmung von Planern und Behörden brauche seine Zeit.

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