Am Sonntag ist der Tag des offenen Denkmals. Ein Termin, an dem auch der Bodenseekreis dazu einlädt, historische Gebäude oder Anlagen zu besuchen. In diesem Jahr sind es 18 Angebote, die in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Geschichte im Bodenseekreis erarbeitet wurden.

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In den meisten Fällen finden Führungen statt. Gleichwohl wird streng aufs Einhalten der Corona-Regeln geachtet. So in Markdorf, so in Bermatingen, wo Hermann Zitzlsperger seine stets sehr publikumswirksamen Ausführungen zu den jeweiligen Themen des Denkmaltags auf ein Minimum eingedampft hat und stattdessen die Besucher auf eigenständige bauhistorische Entdeckungsreisen schickt.

In Bermatingen wie auch im Deggenhausertal locken zwei Höfe. Ist es in Untersiggingen ein kleinbäuerliches Anwesen aus dem vorletzten Jahrhundert, so reicht die Geschichte des Bermatinger Jägerhofs in die Barockzeit zurück. Beide Gebäude wurden beziehungsweise werden aufwändig renoviert. Und die Bauherren führen am Sonntag ins Innere.

Um zu zeigen, wie sich Denkmalschutz mit modernem Wohnen vereinbaren lässt – beziehungsweise welche Herausforderungen alte Bausubstanz für die Sanierung bedeutet. Näheres wird dazu auch der Restaurator Sebastian Schmäh aus Meersburg schildern. „Da besteht großes Interesse“, berichtet der Inhaber der gleichnamigen Holzbaufirma. So viel Interesse, dass auch die zusätzlich eingeplante Führung durch den Jägerhof in der Bermatinger Jägerstraße bereits ausgebucht ist.

Aufwändig restauriert worden ist der Jägerhof in Bermatingen.
Aufwändig restauriert worden ist der Jägerhof in Bermatingen. | Bild: Jörg Büsche

Die gebürtige Untersiggingerin Stefanie Moog erfüllt sich mit dem kleinbäuerlichen Anwesen in der Eschlestraße einen Jugendtraum. Sie kennt das kleine alte Haus schon aus Kindheitstagen. „Es hat mich schon immer bezaubert“, sagt sie. Als sie erfuhr, dass das Gebäude zum Verkauf steht, griff sie zu. Und der Zauber hat nicht nachgelassen. „Fenster, Türen, einfach alles ist so, als wäre die Zeit still gestanden.“ Wie sich das behutsam restaurieren lässt, das erzählt Stefanie Moog am Sonntag ihren Besuchern.

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Das Thema des Tags des offenen Denkmals lautet Sein und Schein in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege. Hermann Zitzlsperger hat es aufgegriffen. Unter anderem erläutert er es am Beispiel von Bossen-Quadern. Denn diese meist mächtigen Steine stehen an Mauerkanten über, erklärt Zitzlsperger. Sie geben zusätzlichen Halt. Etwa beim Turm des Markdorfer Bischofschlosses oder am Untertor-Turm, während sie an der Mauritius-Kapelle oder am Waldseerhof nur aufgemalt sind – als trutziger Schein.

„Sein und Schein“ lautet das Motto des Denkmaltags. Während das Bischof- schloss mit echten Bossen-Quadern ausgestattet ist, sind sie an anderen Gebäuden in der Stadt nur aufgemalt.
„Sein und Schein“ lautet das Motto des Denkmaltags. Während das Bischof- schloss mit echten Bossen-Quadern ausgestattet ist, sind sie an anderen Gebäuden in der Stadt nur aufgemalt. | Bild: Jörg Büsche

Wovon sich die Teilnehmer des von Zitzlsperger vorbereiteten Altstadtrundgangs am Sonntag selbst überzeugen können. Um 11 Uhr händigen er und Hauptamtsleiter Klaus Schiele ihnen im Hof des Bischofschlosses einen Plan und eine kleine Broschüre als Leitfaden aus. Zur Orientierung – und mit Rätselaufgaben. Wer die richtig löst, kann Bücher zur Markdorfer Geschichte, aber auch Markdorfer Wein gewinnen. Ein ganz ähnliches Konzept hat Zitzlsperger auch für Bermatingen entwickelt. Nur dass die Rätselrunde dort schon um 10 Uhr beginnt.