Markdorf – Das Geräusch regelmäßiger Aufschläge dringt durch das Hallenviertel der Sporthalle am Bildungszentrum in Markdorf, gefolgt vom Laut der Tischtennisbälle, die auf der Platte aufkommen und wieder abprallen. Konzentriert folgen die Spieler den Bewegungen ihres Gegenüber, damit sie schnell genug reagieren können und der Ball nicht ins Aus gerät. Wie jeden Donnerstag trainieren zehn Schülerinnen und Schüler, die Teil der Jugendgruppe der Abteilung Tischtennis des SC Markdorf sind.

Seit rund zwei Jahren geht es mit der Jugendmannschaft wieder bergauf, nachdem der aktuelle Jugendtrainer Alwin Jeck die Gruppe übernahm. So steigt die Teilnehmerzahl stetig. Eine Tatsache, über die sich Jugendwart Wolfgang Thum freut: "Das ist toll! Am Anfang waren es acht Jugendliche. Jetzt werden es immer mehr." Das liege vor allem an den Spielern selbst, die in ihren Freundeskreisen vom Training erzählen.

Rund 15 Mitglieder hat die Jugendgruppe im Moment. Kaum ein Training wird ausgelassen, da vor allem der Spaß am Sport an erster Stelle steht. "Auch die Eltern erzählen, dass die Kinder kein Training verpassen wollen", erzählt Wolfgang Thum. Zu diesen Kindern gehören auch Finn Ten-Tusscher und Laurence Schreiter. Was ihnen besonders am Training gefällt, ist für beide klar: "Alles!", lautet Laurence bestimmte Antwort. Seit rund einem Jahr sind er und Finn nun im Verein und freuen sich über die gute Gemeinschaft und den Spaß, den das Training macht. Aber auch die Möglichkeit, sich zu verbessern und bei Turnieren mitspielen zu können, reizt die beiden Schüler. "Ich habe einmal bei der Kreismeisterschaft mitgespielt", berichtet Finn stolz.

Schon vor ihrer Mitgliedschaft spielten beide Jungs gern Tischtennis und entschieden sich dann, in den Verein einzutreten. "Früher haben wir in der Grundschule auch schon gespielt und jetzt wollten wir einfach besser werden", erklärt der elfjährige Finn.

Diesen Ehrgeiz unterstützt Alwin Jeck. Seit 30 Jahren engagiert er sich als Trainer und spielt selbst aktiv im Tischtennisverein Oberteuringen. Durch seine langjährige Erfahrung weiß er, worauf es beim Tischtennis ankommt. "Die Schulung von Auge, Koordination und Schnelligkeit ist die Voraussetzung für Tischtennis", erklärt Jeck. Dieses Können versucht er seinen Schützlingen beizubringen. In den 90 Minuten, die das Training dauert, wird zunächst mit einem einstündigen Systemtraining begonnen, in dem technische Grundlagen vermittelt werden. Die restliche Zeit steht das freie Spiel im Mittelpunkt. Dafür kommen jedes Mal zwei Spieler der ersten Mannschaft vorbei, um sich mit dem Nachwuchs an der Tischtennisplatte zu messen. Ein absoluter Höhepunkt, erklärt Abteilungsleiter Herbert Dreher: "Es bleibt immer spannend, wenn man mit den Guten aus der ersten Mannschaft spielen kann."

Um in der schnellsten Rückschlagsportart der Welt erfolgreich zu sein, bedarf es viel Übung. Gerade am Anfang sorgt das für Frustration. Daher achtet Trainer Alwin Jeck auf eine ausgewogene Verteilung der Spielstärken, um Frust zu vermeiden. Auch Einzeltrainings mit verschiedenen Spielern und die Möglichkeit, gegen die Erwachsenen spielen zu können, schaffen neue Herausforderungen für die Jugendlichen. "Man muss immer neue Reizwerte schaffen, um das Level anzuheben", erklärt Jeck. Für ihn persönlich ist Tischtennis nicht nur eine Sportart, die physisch viel abverlangt, sondern auch eine, für die die Spieler psychische Stärke brauchen. Jeck vergleicht ein Tischtennisspiel gerne mit einem Boxkampf. Man stehe allein im Ring und egal was passiert, man muss alleine da durch. Mal hat man Erfolg, mal erleidet man Niederlagen, aus denen es dann zu lernen gilt. Doch genau das macht für ihn diesen Sport aus. "Das Wechselbad der Gefühle, durch die man geht macht den Sport so unglaublich für mich", erzählt Alwin Jeck.

Im Training der beiden Jugendmannschaften, die in U18-Mannschaft und Schnupperrunde eingeteilt sind, geht es ihm vor allem darum, Grundlagen des Sports zu vermitteln. Jede Stunde steht unter einem anderen Schwerpunkt, der trainiert wird. Dabei helfen oft kleine Tricks, um die Spieltechnik der Kinder zu verbessern und ihnen zu zeigen, welche Fortschritte sie machen. Jecks Konzept zahlt sich aus: Die U18-Mannschaft schließt die erste Saisonhälfte als Tabellenzweiter ab.

Doch bei allem Training und allem Ehrgeiz darf eines auf keinen Fall fehlen: der Spaß am Sport und eine gute Gemeinschaft. So sieht es auch die elfjährige Sophie Juhas. Seit einem halben Jahr spielt die Schülerin nun in der Abteilung Tischtennis und kommt jedes Mal gern zum Training. Bevor sie dem Verein beitrat, spielte sie vor allem mit ihren Eltern und Großeltern. Irgendwann kam dann die Idee auf, regelmäßig zu spielen. "Mein Papa hat gesagt, dass ich so gut bin, dass er mich in einen Verein schicken will", erzählt Sophie. Auch sie selbst hatte den Wunsch, das auszuprobieren, und hofft, auch einmal in der U18-Mannschaft bei einem Turnier spielen zu können. Sophie findet es nicht nur klasse, dass sie ins Training laufen kann. Ihr gefällt der ganze Verein: "Mir gefällt es, dass man hier die Techniken richtig lernen kann, dass wir eine Gemeinschaft sind und man mit jedem spielen kann."

Der Verein

Die Abteilung Tischtennis ist Teil des Sportclubs Markdorf und hat rund 100 Mitglieder, die am Training und an Turnieren teilnehmen. Gegründet wurde die Abteilung 1955 von einigen Tischtennis-Begeisterten. Zunächst wurden Spiele in Nebenzimmern verschiedener Gaststätten ausgetragen, bis die Mannschaft regelmäßig in der alten Schlosshalle trainieren und spielen konnte. Als diese Halle 1983 saniert werden musste, zog der Tischtennisverein zunächst in die Mehrzweckhalle in Leimbach ein. 2005 fand er mit seinem 50-jährigen Bestehen in der Sporthalle des Bildungszentrums eine neue Spielstätte, in der bis heute trainiert wird. Die Zahl der gemeldeten Mannschaften schwankte über die Jahre immer wieder. Zurzeit hat die Abteilung Tischtennis zwei Jugendgruppen, die U18-Gruppe und die Schnupperrunde sowie zwei Erwachsenenmannschaften.

  • Trainingszeitensind außerhalb der Schulferien donnerstags von 18.30 bis 20 Uhr für die Jugendlichen, montags und donnerstags von 20 bis 21.30 Uhr für Erwachsene und aktive Spieler.