Der Marktplatz wird wieder Marktplatz. Und dies nicht nur, wenn an den Jahrmarkttagen die Marktbeschicker dort ihre Stände aufgebaut haben. Auch beim Wochenmarkt jeden Donnerstag sollen die Kunden künftig Obst, Brot und Gemüse auf dem Marktplatz einkaufen können.

Silja Beck, 51: "Der Markt hat, so wie er ist, doch sehr viel Charme. Und am Krämermarkt kann man doch sehen, dass es daran fehlt auf dem Marktplatz. Ich sehe auch massive Parkplatzprobleme. Wer viel einkauft, möchte nicht weit schleppen."
Silja Beck, 51: "Der Markt hat, so wie er ist, doch sehr viel Charme. Und am Krämermarkt kann man doch sehen, dass es daran fehlt auf dem Marktplatz. Ich sehe auch massive Parkplatzprobleme. Wer viel einkauft, möchte nicht weit schleppen." | Bild: Jörg Büsche

Grund für den Umzug einiger Stände aus der Marktstraße und dem Schlossweg ist der Brandschutz. Jürgen Hess, Leiter des Ordnungsamts, betont: „Bei einer Prüfung im vergangenen Jahr wurde festgestellt, dass die Zufahrt der Feuerwehr über Ulrichstraße, Marktstraße und Kleine Gasse durch dort aufgebaute Stände beeinträchtigt wird." Geprüft haben Feuerwehr und Baurechtsbehörde das bereits im Zuge der Stadtfestvorbereitungen, erläutert Hess.

Roland Neubert, 61: "Ich finde es schwierig. Der Markt in der Marktstraße hat der Stadt so viel an Atmosphäre gegeben. Aber wenn die Brandschutzvorgaben es verlangen."
Roland Neubert, 61: "Ich finde es schwierig. Der Markt in der Marktstraße hat der Stadt so viel an Atmosphäre gegeben. Aber wenn die Brandschutzvorgaben es verlangen." | Bild: Jörg Büsche

Bei der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag werden die Verlegungspläne den Stadträten vorgelegt. „Ich benutze das Wort nur ungern, aber die Verlegung ist alternativlos“, sagt Hess. Zu groß sei das Risiko, dass insbesondere das Drehleiter-Fahrzeug bei einem Brand aufgehalten werde, weil ihm Marktstände den Weg versperren.

Markthändler Andreas Nusser aus Ostrach sieht einem Umzug auf den Marktplatz aufgrund der Parkplatzsituation eher mit Skepsis entgegen.
Markthändler Andreas Nusser aus Ostrach sieht einem Umzug auf den Marktplatz aufgrund der Parkplatzsituation eher mit Skepsis entgegen. | Bild: Jörg Büsche

Wie sich die Marktsituation auf dem Marktplatz schließlich gestalten wird – die Änderungen sind für den Sommer geplant –, das ist noch offen. „Uns ist daran gelegen, dass es eine Verbindung von den Ständen in der Marktstraße hin zum Marktplatz geben wird“, betont Jürgen Hess.

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Es müssen ja nicht alle Stände aus der Marktstraße umziehen, nur jene, die zwischen Untertor und Kleiner Gasse stehen. Die Stände im Schlossweg werden gleichfalls aus brandschutztechnischen Gründen weichen.

Kristina Schlegel, 32: "Dass der Markt hier weg soll, aus dem Herzstück von Markdorf, finde ich schade. Eigentlich bin ich dagegen. Und Parkplatzprobleme habe wir doch ohnehin schon genug. "
Kristina Schlegel, 32: "Dass der Markt hier weg soll, aus dem Herzstück von Markdorf, finde ich schade. Eigentlich bin ich dagegen. Und Parkplatzprobleme habe wir doch ohnehin schon genug. " | Bild: Jörg Büsche

Ob und wie viele Autos auf dem Marktplatz an Markttagen stehen bleiben dürfen, sei noch unklar. In jedem Falle geht Hess davon aus, „dass dank der Blauen Zone für die Marktbesucher in hinreichendem Maße Parkmöglichkeiten vorhanden sein werden“.

Alf Meuser, Markthändler vom Hofgut Rimpertsweiler: "Auf dem Marktplatz könnten es für uns hier vom Bauernmarkt sogar noch ein paar Kunden mehr werden. Denn wer Markdorf nicht kennt, verirrt sich nicht so leicht in die Schlossgasse."
Alf Meuser, Markthändler vom Hofgut Rimpertsweiler: "Auf dem Marktplatz könnten es für uns hier vom Bauernmarkt sogar noch ein paar Kunden mehr werden. Denn wer Markdorf nicht kennt, verirrt sich nicht so leicht in die Schlossgasse." | Bild: Jörg Büsche

Ein erstes Gespräch Anfang Januar mit den Marktbeschickern habe gezeigt, dass die sich fügen werden. Zu offensichtlich seien die Notwendigkeiten des Brandschutzes. „Sie haben verständnisvoll reagiert und die Gründe für die Verlegung als nachvollziehbar bezeichnet“, berichtet Hess. Der Ordnungsamtsleiter geht davon aus, dass der neue Standort sich als attraktiv herausstellen wird.

Klaus Wosnitzka, 79: "Die Frage ist doch, ob sich nicht eine andere Lösung finden lässt. Hat man das denn schon geprüft. Es wäre doch schade, wenn die schöne Atmosphäre hier verloren ginge."
Klaus Wosnitzka, 79: "Die Frage ist doch, ob sich nicht eine andere Lösung finden lässt. Hat man das denn schon geprüft. Es wäre doch schade, wenn die schöne Atmosphäre hier verloren ginge." | Bild: Jörg Büsche

Marktbeschicker Alf Meuser vom Hofgut Rimpertsweiler bei Salem hält die Beweggründe der Stadt für sehr gut nachvollziehbar. Ihm ist indessen daran gelegen, „dass wir hier vom Bauernmarkt auch auf dem Marktplatz als besondere Anbieter erkennbar bleiben“. Für auswärtige Besucher "sind wir dann auch leichter zu finden". Auch Gerhard Lippner vom Schafhof in Taisersdorf hat kein Problem mit dem Umzug. Vorausgesetzt, es gibt genügend Parkplätze für die Kunden.

Barbara Knoglinger-Janoth, 63: "Mir gefällt der Wochenmarkt so wie er ist. Da stehen keine Autos herum. Er hat einfach sehr viel Atmosphäre. Hoffentlich geht davon nichts verloren."
Barbara Knoglinger-Janoth, 63: "Mir gefällt der Wochenmarkt so wie er ist. Da stehen keine Autos herum. Er hat einfach sehr viel Atmosphäre. Hoffentlich geht davon nichts verloren." | Bild: Jörg Büsche

Andreas Nusser, Gemüsebauer aus Ostrach, gibt sich da skeptisch. „Ich kenne mich hier nicht so gut aus, weiß nicht, wo die Leute dann parken können, wenn wir auf dem Marktplatz stehen – hoffentlich schreckt das niemanden ab." Käsehändler Thomas Stankowitz aus Meckenbeuren findet die Pläne „bedauerlich, aber scheinbar notwendig“.

Käsehändler Thomas Stankowitz aus Meckenbeuren findet die Pläne „bedauerlich, aber offenbar notwendig“. Er befürchtet Einbußen für die Atmosphäre. Ganz wichtig aus seiner Sicht ist, „dass die Stadt das Vorhaben gut kommuniziert“.
Käsehändler Thomas Stankowitz aus Meckenbeuren findet die Pläne „bedauerlich, aber offenbar notwendig“. Er befürchtet Einbußen für die Atmosphäre. Ganz wichtig aus seiner Sicht ist, „dass die Stadt das Vorhaben gut kommuniziert“. | Bild: Jörg Büsche

Er befürchtet allerdings Einbußen für die Atmosphäre in der Stadt. Ganz wichtig aus seiner Sicht ist, „dass die Stadt das Vorhaben gut kommuniziert“. Feinkosthändler Darius Kharazi hat keine Probleme mit einem Umzug. Sorgen bereitet ihm jedoch, „dass es da keinen Schatten gibt“.