Vor bald einem Jahr kehrte der Ausnahmezustand ein. In vielerlei Hinsicht. Für viele Arbeitnehmer, die ihrem Beruf in erster Linie am Schreibtisch nachgehen, bedeutete das etwas, was zuvor oft eher Ausnahme war oder gänzlich undenkbar erschien: Ab ins Homeoffice!

Während der Ausnahmezustand andauert, ist die Arbeit von zuhause aus bei Zeppelin inzwischen zur dauerhaften Alternative geworden. Eine neue Konzernbetriebsvereinbarung ermöglicht es nach Unternehmensangaben seit Oktober allen Mitarbeitern deutscher Standorte, mobil zu arbeiten, wo es sinnvoll und umsetzbar ist. Und das ohne zeitliche Beschränkung. Die Regelungen zum mobilen Arbeiten, wie es sie schon vor Corona gab, seien überarbeitet und neu ausgerichtet worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Zeppelin: Mobiles Arbeiten mit positivem Einfluss in vielerlei Hinsicht

„Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass mobiles Arbeiten nicht nur einen positiven Einfluss auf die Flexibilität, Modernität und digitale Transformation des Unternehmens hat. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann durch die individuelle Gestaltung der Arbeitszeit und des Arbeitsorts immens profitieren“, wird Alexandra Mebus, Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin des Zeppelin-Konzerns, in dem Pressetext zitiert.

Alexandra Mebus, Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin der Zeppelin GmbH, in ihrem Büro in der Konzernzentrale in Garching.
Alexandra Mebus, Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin der Zeppelin GmbH, in ihrem Büro in der Konzernzentrale in Garching. | Bild: Paul Träger/Zeppelin GmbH

„Wir haben während der Corona-Krise ausschließlich positive Erfahrungen mit mobilem Arbeiten gemacht und nutzen das Gelernte nun, um unsere Arbeitsumgebungen an den zukünftigen Anforderungen auszurichten,“ so Peter Gerstmann, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung und CEO des Zeppelin-Konzerns.

„Damit transportieren wir die Agilität unserer Start-Up-Organisationen aus der Digitalisierung in unsere traditionellen Unternehmensbereiche.“
Peter Gerstmann, Vorsitzender der Zeppelin-Geschäftsführung

ZF: Dauerhafte Veränderung auch bei Besprechungen und Dienstreisen

Bei ZF wird von „remote work“ gesprochen. Gemeint sei die „Arbeit von irgendwo“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Die Möglichkeiten dafür seien in der Corona-Zeit massiv ausgeweitet worden. Bereits vor der Pandemie regelte eine Betriebsvereinbarung an den deutschen Unternehmensstandorten, dass Mitarbeiter bis zu 80 Stunden monatlich mobil arbeiten können. In der Corona-Pandemie habe ZF die Möglichkeiten zu mobiler Arbeit nochmals ausgeweitet, indem die Obergrenze dafür bis auf Weiteres komplett aufgehoben wurde, so der Unternehmenssprecher.

Das könnte Sie auch interessieren

Und nach Corona? „Remote Work wollen wir, sofern es die Arbeitsaufgabe zulässt, zukünftig zu einem regulären Bestandteil der Arbeit machen“, heißt es dazu von ZF. Entsprechende länderspezifische Regelungen würden derzeit erarbeitet, so der Stand im Herbst. „Bei Besprechungen und standortübergreifender Zusammenarbeit haben sich digitale Formate sehr schnell etabliert“, so der Sprecher außerdem. „Wir gehen davon aus, dass dies langfristig so bleiben wird, weshalb wir mit weniger Dienstreisen rechnen.“

Soziale Interaktion der analogen Art bleibt ein wichtiger Faktor

Gleichwohl werde der persönliche Austausch weiter seinen Platz im Arbeitsalltag haben. Der Wert der direkten sozialen Interaktion, etwa für den spontanen informellen Austausch unter Kollegen oder in bestimmten richtungsweisenden Projektsituationen, sei nicht zu unterschätzen. „In der Phase nach Corona, die wir hoffentlich alle möglichst bald erleben, wird ein ausschließlich mobiles Arbeiten daher allenfalls die Ausnahme sein und ZF wieder zu einem aus vielerlei Hinsicht sinnvollen Wechsel aus Phasen der Präsenz und des mobilen Arbeitens zurückkehren.“

Das könnte Sie auch interessieren

Auch für Zeppelin-Mitarbeiter zeichnet sich keine Zukunft ab, in der das Bürooutfit dauerhaft nur oberhalb der Gürtellinie und damit Videokonferenz-tauglich vorzeigbar sein sollte. Die übergeordnete Zielsetzung der neuen Vereinbarungen, so teilt es das Unternehmen mit, sei die effiziente Kombination aus Büro- und Mobilarbeit.

In jedem Fall gilt: Der Chef muss einverstanden sein

Beide Betriebsvereinbarungen, die neue bei Zeppelin und die bestehende bei ZF, beinhalten das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit. Bedeutet: Ein Mitarbeiter muss nicht gegen seinen Willen mobil arbeiten, gegen den Willen seines Vorgesetzten darf er es aber auch nicht.