Auf großes Interesse ist die Bürgerinformation zum Neubaugebiet Lachenäcker, Erweiterung Ost, in Kluftern gewesen. Rund 80 Besucher nutzten die Gelegenheit, mehr über die Pläne des diakonischen Unternehmens Die Zieglerschen für ein Quartiersprojekt für Menschen mit Behinderung zu erfahren.

Zieglersche wollen zwei Gebäude bauen

Vorgesehen sind am Rand des Neubaugebiets Richtung Markdorfer Straße zwei Gebäude: ein Haus mit 24 stationären Wohnplätzen und ein Haus für die Betreuung und Förderung von 15 Menschen mit Behinderung, die nicht in einer Werkstatt oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können. „Unser Ziel ist, dass hier hauptsächlich Personen leben, die aus dem Bodenseekreis stammen“, erläuterte Jürgen Schübler, Bereichsleiter für regionale Angebote der Zieglerschen.

Menschen sollen 2023 einziehen können

Mit dem Spatenstich rechnet er in der zweiten Jahreshälfte 2021, spätestens Anfang 2022, sodass die Menschen 2023 einziehen können. Der Kaufvertrag für die Grundstücke sei noch nicht unter Dach und Fach. „Aber wir sind in guter Verhandlung mit der Stadt Friedrichshafen„, erklärte Sarah Emslander, bei den Zieglerschen zuständig für strategische Planung.

Sie informierten über die Pläne der Zieglerschen (von links): Ortsvorsteher Michael Nachbaur sowie Fabienne Schnurr, Sarah Emslander und Jürgen Schübler von den Zieglerschen.
Sie informierten über die Pläne der Zieglerschen (von links): Ortsvorsteher Michael Nachbaur sowie Fabienne Schnurr, Sarah Emslander und Jürgen Schübler von den Zieglerschen. | Bild: Claudia Wörner

Angebot für Menschen mit unterschiedlichem Hilfebedarf

Das Quartiersprojekt richtet sich an Menschen mit unterschiedlichem Hilfebedarf. Geplant seien zwölf Wohngruppenplätze für Personen mit erhöhtem Assistenzbedarf und zwölf für selbstständigere Menschen. „Alle haben ein Einzelzimmer, manchmal teilen sich zwei ein Bad“, sagte Projektleiterin Fabienne Schnurr, die in Kluftern bereits die ambulanten Dienste der Zieglerschen leitet.

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Kluftern durch sein Angebot „sehr gut geeignet“

Die Ortschaft Kluftern sei für das Projekt sehr gut geeignet, gebe es doch Einkaufsmöglichkeiten, eine Busanbindung, Ärzte, Apotheke und Vereine vor Ort. „Außerdem erleben wir hier eine große Offenheit“, sagte Schnurr. Erfreulich sei zum Beispiel, dass ein Fuß- und Radweg vor dem Wohngebäude vorgesehen sei. „Auch die verkehrsberuhigten Straßen im Neubaugebiet kommen uns sehr entgegen“, sagte die Projektleiterin.

Wunsch nach Veranstaltungen für Menschen mit und ohne Behinderung

Wichtig ist den Zieglerschen, dass das Quartiersprojekt kein geschlossenes Angebot ist. Sie wünschen sich Begegnungen und Veranstaltungen für Menschen mit und ohne Behinderung. Das Quartiersmanagement ist als niederschwellige Anlaufstelle gedacht. „Es ist es auch für Leute aus der Gemeinde da, die etwas anbieten möchten.“ Als Beispiele nannte Schnurr gemeinsames Kochen oder Spielen.

Rund 80 Interessierte kamen ins Bürgerhaus in Kluftern, um mehr über die Pläne der Zieglerschen zu erfahren.
Rund 80 Interessierte kamen ins Bürgerhaus in Kluftern, um mehr über die Pläne der Zieglerschen zu erfahren. | Bild: Claudia Wörner

113 Wohneinheiten für rund 200 Menschen

Zuvor hatte Ortsvorsteher Michael Nachbaur vom städtebaulichen Konzept des Neubaugebiets für gut 200 Neubürger berichtet. Geplant sei eine Mischung aus Einzel- und Doppelhäusern, Mehrfamilienhäusern, Geschosswohnungsbau sowie Hausgruppen mit begrünten Dächern. Das Gesamtangebot umfasst maximal 113 Wohneinheiten. Mit der Erweiterung des Baugebiets Lachenäcker seien eine weitere Anbindung an die Markdorfer Straße, die Bahnhofstraße und den Föhnweg nötig, außerdem ein Fuß- und Radweg zur Anbindung an den Traubenweg.

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Querungshilfe, aber wohl keine Tempobegrenzung

Eine Querungshilfe an der Markdorfer Straße auf Höhe des Cafés Stock soll Sicherheit geben. Eine Tempobegrenzung hält Nachbaur hier für eher unwahrscheinlich. „Aktuell werden die Anregungen aus der Bürgerbeteiligung geprüft“, informierte Nachbaur. Der Satzungsbeschluss werde zum Jahresende erwartet. „Das Projekt ist eine tolle Sache für unsere Ortschaft.“

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