Die Suche nach Baugrundstücken auf der Internetseite der Stadt Friedrichshafen ist schnell beendet. "Derzeit sind keine Baugebiete ausgeschrieben", steht da. Da ist der Traum vom Eigenheim auch schnell ausgeträumt. Dabei ist der Bedarf riesig. "Wir hatten für die beiden letzten Einfamilienhäuser, die ab März gebaut werden, knapp 80 Bewerber pro Haus", sagt Ralf Lanz von der Objektbau-FN GmbH. Die Firma hat im Baugebiet Alt-Allmannsweiler, für das die Stadt 2012 Baurecht schuf, nicht nur 32 Einzel- und Doppelhäuser vermarktet. Das letzte der zehn Grundstücke für Gewerbe und Wohnen bringt Ralf Lanz gerade an den Mann. Dann seien in Alt-Allmannsweiler seines Wissens nur noch Gewerbeflächen übrig, die die Stadt verkauft.

800 Familien standen auf Warteliste

Wie viele Häfler Familien oder solche im Umland in Friedrichshafen nach einem Bauplatz suchen, weiß auch im Rathaus niemand mehr. Zuletzt hat die Stadt 29 Bauplätze im Pfatthaagäcker in Ettenkirch verkauft, bestätigt Sprecherin Monika Blank, und zwar nach den 2016 neu beschlossenen Vergaberichtlinien. Danach wurde die Warteliste, auf der sich über 800 Familien eingetragen hatten, gelöscht. "Wir führen keine Warteliste mehr", bestätigt das Rathaus. Das habe man allen Familien, die darauf standen, auch mitgeteilt. Begründet wird das mit der Gleichbehandlung aller Interessenten und dem hohen Verwaltungsaufwand.

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Erschließung ab Herbst

Ohnehin kann die Stadt weder in diesem noch im nächsten Jahr Grundstücke anbieten, weil es schlicht keine Bauplätze gibt. Dabei werden zwei Baugebiete auf der grünen Wiese seit Jahren entwickelt. Für das Areal in Ittenhausen Nord an der Teuringer Straße gibt es inzwischen Baurecht. Erst im Februar fasste der Gemeinderat den Baubeschluss für das etwa 1,5 Hektar großen Areal, auf dem Bauplätze für 80 bis 90 Wohneinheiten in Einzel- und Doppelhäusern sowie in Mehrgeschossern entstehen sollen. Doch mit der Erschließung will die Stadt bis Oktober warten, weil ab Mai zuerst eine Kreuzung in direkter Nachbarschaft umgebaut wird. Vor Frühjahr 2021 wird Ittenhausen Nord nicht fertig erschlossen sein. Ein ähnlicher Zeithorizont gilt für das schon lange geplante Baugebiet Lachenäcker Ost in Kluftern. Hier gibt es immer noch kein Baurecht, weil der Flächennutzungsplan erst noch geändert werden muss.

 

Bodenrichtwert von 270 bis 330 Euro pro Quadratmeter

Wann es wieder Bauplätze in Friedrichshafen gibt, will die Stadt zu gegebener Zeit über die Presse und über die Internetseite der Stadt mitteilen. So habe jeder Interessent die gleichen Chancen. Über Preise könnten derzeit keine Angaben gemacht werden. Laut Bodenrichtwerttabelle, die zuletzt im Dezember 2017 aktualisiert wurde, liegt der Grundstückspreis für erschlossenes Bauland in Ittenhausen zwischen 270 und 330 Euro pro Quadratmeter, in Kluftern-Efrizweiler bei 320 Euro.

Richtlinien für Bauplatzvergabe

Auch die neuen Baugebiete sollen nach den Vergaberichtlinien der Stadt vergeben werden. Bewerber können nach den darin formulierten Kriterien maximal 235 Punkte erhalten. Wer in Friedrichshafen wohnt oder mindestens zehn Jahre gewohnt hat und auch hier arbeitet, hat bereits 70 Punkte auf dem Konto. Weitere 20 gibt es für Einwohner des Teilorts, wo das Baugrundstück zu vergeben ist. Familien bekommen nach Anzahl der Kinder bis zu 60 Punkte dazu, Schwerbehinderte 40 und 20 gibt's extra, wenn gewisse Einkommensgrößen unterschritten werden oder die Wohnverhältnisse schwierig.

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Bauplätze für rund 25 Doppel- und Reihenhäuser soll es im neuen Baugebiet "Jettenhauser Esch" in Friedrichshafen geben. Bauherr hier ist das Siedlungswerk Ravensburg. Auf dem Areal nördlich der neuen B 31 sind insgesamt rund 400 Wohneinheiten, die meisten davon in Geschossbauten, geplant.

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