Durch Fischbach geht es aufgrund der Baustelle am Ortsausgang Richtung Immenstaad nur mit Stop and Go. Kilometerlang reihen sich Lastwagen, Wohnwägen, Autos und Busse aneinander. Immer wieder biegen Ortsfremde in die Seitenstrassen der Wohngebiete ein und suchen nach Alternativen zum B31-Chaos. Das Navi spuckt kaum eine aus, die Autofahrer reihen sich genervt zurück in die Blechlawine ein.

Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, hat einen klaren Vorteil.

Video: Wienrich, Sabine

In der Mittagszeit zwischen halb zwölf und 14 Uhr steigt der Frust weiter an, denn weder eine Baumaschine noch ein Bauarbeiter sind auf der Baustelle zu sehen.

Zwischen 11.30 Uhr und 14 Uhr war die Baustelle verwaist – kein Bauarbeiter und keine Baumaschine war zu sehen – wohl wegen der Mittagspause.
Zwischen 11.30 Uhr und 14 Uhr war die Baustelle verwaist – kein Bauarbeiter und keine Baumaschine war zu sehen – wohl wegen der Mittagspause. | Bild: Julia Alvino

Grund für das Verkehrschaos auf der Bundesstraße sind dringende Sanierungsarbeiten auf etwa 30 Metern Länge, daher ist die Straße halbseitig gesperrt – Autofahrer aus beiden Richtungen müssen an den Baustellenampeln warten, bis sie weiter fahren können. "Diese Reparaturen müssen durchgeführt werden", erläutert Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes. Der Zustand der Bundesstraße sei verheerend. "Eigentlich wäre eine Grundsanierung nötig, doch damit werden wir warten, bis die neue Umgehungsstraße B31-neu gebaut sein wird", fügt er hinzu. Der Unterboden der Straße sei zerrieben und zertrümmert – daher müssten immer wieder Arbeiten durchgeführt werden. Dieses Mal entstanden durch den starken Frost im Winter Risse in der Deckschicht. "Es können jederzeit größere Asphaltstücke herausbrechen und die Sicherheit gefährden", erklärt Robert Schwarz.

Erhebliche Frostschäden führten zu Rissen in der Straße – daher ist eine Sanierung dringend nötig.
Erhebliche Frostschäden führten zu Rissen in der Straße – daher ist eine Sanierung dringend nötig. | Bild: Landratsamt Bodenseekreis

Erst im vergangenen Jahr waren andere Stücke der Straße saniert worden – damals wurden rund 3700 Quadratmeter Asphalt in einer Stärke von 18 Zentimetern abgefräst, danach in zwei Schichten wieder eingebaut. Doch es ist laut Landratsamt immer nur möglich, einzelne, besonders beschädigte Teile zu reparieren. "Die Bundesstraße wurde in den Fünfziger Jahren gebaut und ist grundsätzlich gar nicht ausgelegt für diese Mengen an Schwerlastverkehr, der täglich darüber rollt", so Schwarz. Deswegen kommt es immer wieder zu neuen Problemstellen, die repariert werden müssen. Die Totalsanierung, die eigentlich nötig wäre, würde aber bedeuten, dass die Straße über Wochen geschlossen werden müsse, was keine Alternative sei, solange die Umgehungsstraße nicht fertig gebaut sei. "Die B31 in Fischbach ist einer unserer kritischen Patienten", gibt Pressesprecher Schwarz unumwunden zu.

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Sollte das gute Wetter anhalten, sollen die Arbeiten bis Dienstagabend abgeschlossen sein. Doch der Deutsche Wetterdienst sagt Gewitter und Regen für Dienstag an. "Bei Nässe kann kein Asphalt aufgetragen werden", sagt Schwarz. Für alle Autofahrer, die durch Fischbach müssen, heißt es also Daumen drücken und auf gutes Wetter hoffen oder das Nadelöhr weiträumig umfahren.