„Friedhofshafen“, „Friedlichschlafen“, „Friedrichshafen, die langweiligste Stadt am See“, „Rentnerstadt“ – das sind nur einige der neuen Spitznamen, die sich die Zeppelinstadt einmal mehr eingehandelt hat. Mit der Entscheidung, die beiden Open-Air-Konzerte von Nena und Michael Patrick Kelly ins GZH zu verlagern, sind viele Häfler ganz und gar nicht einverstanden. In den sozialen Netzwerken tobt die Diskussion seit Montag munter. In der Kritik stehen vor allem die Anwohner rund ums GZH, die der Stadt und dem Veranstalter mit einer Klage drohten, weil sie den Lärm der Konzerte nicht ertragen wollen.

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„Mitfeiern, statt rumnörgeln“, schreibt ein Nutzer, ein anderer fordert die Anwohner auf, einfach mal die Ohren zusammenzukneifen und die Konzerte auszuhalten. So schwer könne das doch nicht sein. Und das ist noch recht harmlos, denn andere werden deftiger: „Die Alten in der Stadt brauchen ihren Schlaf, damit sie auch fit sind wenn sie morgens um 6 Uhr ihre Kehrwoche machen“, heißt es oder sarkastisch: „Irgendwo müssen wir doch unsere ‚Gebrauchten‘ abgeben. Im Namen aller jungen Menschen in den hippen Städten möchte ich mich bei Friedrichshafen bedanken für dieses große Opfer“.

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Andere Häfler fordern die Stadtverwaltung dazu auf, nicht den Anwohnern nachzugeben: „Jetzt wäre es ihr Job, einen Deal mit den Klägern auszuhandeln“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Ein anderer: „Liebe Stadtverwaltung, bitte kämpft für ein lebendiges Friedrichshafen! Es gibt sehr viele Menschen in Friedrichshafen, die sich eine solche Veranstaltung wünschen, auch diese haben ein Stimme und ein Recht darauf sich nicht den Willen (in dem Fall eher Unwillen) aufdrängen zu lassen!“

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Die Debatte wird aber auch ganz grundsätzlich, denn für junge Menschen werde in Friedrichshafen „jede Art von Spaß kaputt gemacht“. „Selbst ein Bier am Seeufer sei in der Stadt wegen des Glas- und Alkoholverbots nicht erlaubt. „Man könnte so viel aus der Stadt machen aber nein – wir machen lieber ein Rentnerparadies daraus“, schreibt ein unzufriedener Häfler. Darüber macht sich ein anderer lustig: „Konzerte für die +50-Generation werden von der +80-Generation verhindert. Wow, sowas gibt es auch nirgendwo sonst.“

Die Open-Air-Absage gab der 32-jährigen Häflerin Alissa Lipps den Anstoß, eine Petition mit dem Titel „Neues Aufleben Friedrichshafen“ zu starten. Sie möchte so erreichen, dass für die junge Generation mehr in der Stadt geboten wird. Die Petition gibt es hier: www.openpetition.de/petition/online/neues-aufleben-friedrichshafen

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