In Lindau und Lindenberg sollen in den Impfzentren und mithilfe mobiler Einsatzteams täglich jeweils bis zu 500 Menschen an sieben Tagen die Woche geimpft werden können, bayernweit sollen es täglich mindestens 30 000 sein. Lindaus Landrat Elmar Stegmann erklärte anlässlich der offiziellen Vorstellung des Lindauer Corona-Impfzentrums: „Wir sind mit unseren beiden Impfzentren in der Turnhalle der Fachoberschule Lindau und in Lindenberg ab Mitte Dezember startklar.“

Stegmann glaubt allerdings nicht, dass es in Lindau mit den Impfungen bereits Mitte Dezember losgehen kann, denn: „Wir wissen derzeit weder wann, noch welchen Impfstoff wir bekommen, das hängt immer noch von der Zulassung und der Auslieferung ab“, so der Landrat. Fest stehe aber schon jetzt, dass im Impfzentrum in Lindau und im mobilen Impfservice täglich bis zu 500 Menschen geimpft werden können.

Zentren können Ziele von Anschlägen und Sabotage sein

Wo genau das zweite Impfzentrum in Lindenberg entstehen soll, das will Lindaus Landrat noch nicht verraten, denn schon jetzt gibt es Bedenken: „Wir wissen, dass die Impfzentren bewacht werden müssen und mögliche Ziele von Anschlägen und Sabotage sein können. Deswegen sagen wir auch nicht, wo der Impfstoff dann gelagert wird“, erklärt Stegmann. Er rechnet damit, dass Ende Dezember die ersten Impfungen möglich sein werden, wobei die Reihenfolge, wer zuerst geimpft wird, noch nicht genau vorliegt. Sicher ist aber, dass es ein Team bestehend aus Ärzten und medizinischem Fachpersonal geben wird, das die Impfungen in den Impfzentren und in den Alten- und Pflegeeinrichtungen vor Ort vornehmen wird.

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Wer sich impfen lassen möchte, muss sich dafür telefonisch oder online anmelden und dann im Impfzentrum an einem je nach Beratungsbedarf individuellen oder einem Gruppenaufklärungsgespräch teilnehmen. „Wer beispielsweise Vorerkrankungen hat, der will sicher lieber zu einem persönlichen Gespräch, das wird möglich sein, dafür haben wir Ärzte hier“, erklärt Thomas Kaleja vom Technischen Hilfswerk, der dem Leitungs- und Koordinierungsstab angehört.

„Wir gehen derzeit davon aus, dass jeder zweimal im Abstand von wenigen Wochen geimpft werden muss und nach der Erstimpfung gleich einen Folgetermin vereinbaren kann. Ich denke auch, dass im Laufe der Zeit die Hausarztpraxen ebenfalls Impfungen durchführen können, das wird aber vom Impfstoff abhängen, da einer bei Minus 80 Grad gelagert werden muss“, so Stegmann weiter

In der Sporthalle der Lindauer Fachoberschule wird eines der beiden Corona-Impfzentren des Landkreises Lindau untergebracht sein.
In der Sporthalle der Lindauer Fachoberschule wird eines der beiden Corona-Impfzentren des Landkreises Lindau untergebracht sein. | Bild: Susanne Hogl

Gibt es genug Personal für die Impfzentren?

Um genug Ärzte und Fachpersonal für Impfungen und Aufklärungsgespräche zu haben, können sich Ärzte und medizinisches Fachpersonal bei der Kassenärztlichen Vereinigung melden. „Bei uns sieht es ganz gut aus, es haben sich auch einige Ärzte, die in Rente sind, gemeldet“, freut sich Elmar Stegmann. Weniger erfreut ist man dagegen im benachbarten baden-württembergischen Wangen, dort ist das nächste Impfzentrum in Ravensburg geplant, und die Wangener dürfen nicht ins nähergelegene Lindau kommen, um sich impfen zu lassen.

Geimpft wird vor Ort in spartanisch ausgestatteten Einzelkabinen, die mit Liegen und Stühlen ausgerüstet sind. „Wer möchte, kann im Liegen geimpft werden, danach müssen die Menschen noch eine Zeit lang unter Beobachtung bei uns in einem Wartebereich bleiben“, weiß Kaleja. Auf die Frage, ob ein sogenanntes Impfregister geführt wird, um mögliche Nebenwirkungen nachverfolgen zu können, sah sich Lindaus Landrat als falscher Ansprechpartner und verwies an das zuständige Gesundheitsministerium in München.

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