Seit Montag hat sich die Zahl der Corona-Fälle erneut erhöht: Nun sind 210 Menschen im Bodenseekreis positiv getestet worden, 14 mehr als noch am Montag. Nach Angaben des Landratsamtes befinden sich derzeit 14 Personen in stationärer Behandlung, zwei Menschen starben bisher an den Folgen der Viruserkrankung. In behördlich angeordneter Quarantäne leben nach Angaben des Gesundheitsamtes derzeit noch 372 Menschen. 1096 Personen sind aus der Quarantäne wieder entlassen.

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„Persönlichkeitsschutz ist höher zu stellen als Neugierde“

Wie schon zuvor gibt das Landratsamt keine Details zu den Umständen der Todesfälle oder der Erkrankten bekannt. Auf der Facebook-Seite des SÜDKURIER sorgt das für Diskussionen. „Das Alter und Vorerkrankungen ohne Persönlichkeitshinweise wären schon informativ und hilfreich“, schreibt ein User beispielsweise unter den Beitrag. Doch warum veröffentlicht das Landratsamt keine Altersangaben oder Hinweise über Vorerkrankungen? Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt der Pressesprecher des Landratsamtes, Robert Schwarz, das Vorgehen. Zum einen gebe es kein „überwiegendes öffentliches Interesse im juristischen Sinn an dieser Information“, erklärt Schwarz. Der Persönlichkeitsschutz der einzelnen Opfer und Angehörigen sei höher zu stellen, als die Neugierde mancher Menschen, auch wenn diese vermeintliche Informationslücke ein ungutes Gefühl hinterlasse, erklärt Schwarz weiter.

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Landratsamt führt auch ethische Argumente an

Die Vorgehensweise des Landratsamtes habe auch einen ethischen Hintergrund, den Robert Schwarz so formuliert: „Wir wissen, dass ein großer Anteil der Verstorbenen eher höheren Alters war und oftmals auch Vorerkrankungen hatte, es gibt aber auch Opfer in fast allen Bevölkerungsgruppen, wie die Statistiken zeigen“, erklärt Schwarz. Wenn es um einzelne Betroffene gehe, wolle das Gesundheitsamt nicht in die Nähe einer Bewertung kommen. „Der Tod eines Menschen ist nicht weniger beklagenswert, weil sie oder er ein bestimmtes Alter hatte. Es muss auch egal sein, ob es ein Mann oder eine Frau war“, schreibt Robert Schwarz. Daher habe sich die Behörde dagegen entschieden, persönliche Informationen der Betroffenen preiszugeben.

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Robert Schwarz warnt zudem davor, aus den Angaben falsche Schlüsse zu ziehen: „Es gibt keine Garantie, dass die Erkrankung im Einzelfall nicht doch einen schweren Verlauf nimmt, auch wenn man statistisch zu keiner Risikogruppe gehört.“

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