An der rund 120 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Ulm, Friedrichshafen und Lindau-Aeschach gilt seit wenigen Tagen: Achtung vor Hochspannung. Seit Anfang des Monats steht der Fahrdraht der Oberleitungsanlage nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) unter einer Spannung von 15.000 Volt.

„Dies ist ein besonderer Tag für Oberschwaben und die Bodenseeregion“, sagte Lothar Wölfle einem Pressetext der DB zufolge beim symbolischen Stromeinschalten in Niederbiegen (Baienfurt, Kreis Ravensburg). „Wir vom Interessenverband Südbahn haben nahezu zwei Jahrzehnte dafür gekämpft“, so der Landrat des Bodenseekreises. „Wir sind Bund und Land, den Planern, den ausführenden Baufirmen und der Deutschen Bahn AG dankbar für das Erreichte, wir sind aber auch ein bisschen Stolz, dieses Projekt angestoßen, hartnäckig verfolgt und mit kommunalem Geld anfangs aufs Gleis gesetzt zu haben.“

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Abgeschlossen ist die Elektrifizierung der Südbahn damit noch nicht ganz: Noch läuft der Regelbetrieb nicht elektrisch. Soweit soll es mit dem Fahrplanwechsel der Bahn Mitte Dezember sein. Bis November stehen nach DB-Angaben unter anderem noch technische Abnahmen, Test- und Belastungsfahrten an. Anschließend beginne „ein neues Bahnzeitalter auf einer starken Schiene im Südosten des Landes“. Die auf 120 Kilometer erneuerte Infrastruktur sorge für eine klimafreundliche, bessere Anbindung an das nationale und internationale Schienennetz.

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Die Arbeiten für die Elektrifizierung der 1850 eröffneten Südbahn – der Strecke von Ulm nach Friedrichshafen – sowie der Weiterführung auf der Bodenseegürtelbahn von Friedrichshafen nach Lindau hatten im März 2018 begonnen. Neben der Elektrifizierung, die unter anderem das Errichten von 4000 Masten für rund 250 Kilometer Oberleitung erforderte, wurden nach Bahnangaben weitere umfangreichen Bauarbeiten beispielsweise an Bahnübergängen, Stellwerken sowie an den Gleisanlagen umgesetzt. Größte Bauwerke seien das Umrichterwerk Niederbiegen und die neue Argenbrücke.

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Aber zurück zur Hochspannung: Hier ist ausnahmsweise mal vollkommen inzidenzunabhängig Abstand gefragt. Schon weniger als drei Meter von den stromführenden Anlagen entfernt kann es nach Angaben der Bahn zu einem tödlichen Stromschlag kommen. Dies gelte beispielsweise auch für die Benutzung von Luftballons und Flugdrachen.