Von einem „großen Tag für die Bodensee-Oberschwaben-Bahn“ ist in dem gemeinsamen Pressetext die Rede. Diesem Tag vorausgegangen seien umfangreiche Verhandlungen der BOB-Verantwortlichen mit den verschiedenen Vertragspartnern, insbesondere mit dem Land Baden-Württemberg als Auftraggeber der BOB.

„Das war ein Kraftakt“, wird dazu BOB-Geschäftsführer Norbert Schültke zitiert. Nach fast zweijährigen Verhandlungen sei die elektrische Zukunft der beliebten Bodensee-Oberschwaben-Bahn gesichert. „Wir haben parallel verhandelt“, so Schültke, „mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg und der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH über die Finanzierung, mit dem Saarland über den Ankauf der Fahrzeuge und mit DB Regio/RAB über die Instandhaltungs- und Personalleistungen.“ Dass jetzt alles in trockenen Tüchern sei, sichere die Existenz der BOB für die nächsten Jahre. „Und die Lösung bietet unseren Fahrgästen deutlich mehr Raum.“

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Den Hintergrund für die Umstellung auf elektrischen Betrieb bildet der Abschluss der Arbeiten zur Elektrifizierung der Südbahn zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021. Das Verkehrsministerium hat den Angaben zufolge mit allen Verkehrsunternehmen, die auf der Südbahn verkehren, über eine Umstellung des Zugbetriebes von Diesel- auf elektrischen Betrieb verhandelt.

„Wir wollen so schnell wie möglich den gesamten Zugbetrieb von Diesel- auf Elektrofahrzeuge umstellen. Nachdem wir die Elektrifizierung der Südbahn vorangetrieben und mit erheblichen Finanzmitteln des Landes in Höhe von 112,5 Millionen Euro unterstützt haben, wäre ein weiterer Dieselbetrieb ziemlich unpassend.“
Winfried Hermann, Verkehrsminister

Die neuen Triebfahrzeuge der BOB sind ehemalige S-Bahn-Züge aus dem Saarland, heißt es weiter. Die acht zweiteiligen Züge, die künftig in der Werkstatt der DB Regio in Ulm gewartet und repariert werden, sind voll klimatisiert und bieten jeweils 100 Sitzplätze – in den bisherigen Zügen sind es 70. Die neue BOB soll ausschließlich mit Ökostrom fahren.

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Die BOB lässt sich den Kauf der acht Züge sowie eine umfassende Überarbeitung dem Pressetext zufolge eine mittlere siebenstellige Summe kosten. Dabei werden neue Motoren eingesetzt und die Fahrzeuge im BOB-typischen Blau gestaltet.

Finanziell maßgeblich unterstützt wird die BOB dabei vom Land Baden-Württemberg. „Die BOB macht seit 28 Jahren einen hervorragenden Job“, wird Verkehrsminister Winfried Hermann zitiert. „Sie ist ein zuverlässiges Rückgrat des Bahnverkehrs in der Region Bodensee-Oberschwaben. Ich freue mich, dass diese Erfolgsgeschichte auch im elektrischen Zeitalter weitergeht.“ Das Land habe hier seinen Part dazu beigetragen und die Finanzierung des Übergangs mit gesichert.

Auch Lothar Wölfle, Landrat des Bodenseekreises und Vorsitzender des BOB-Beirates, ist froh über den positiven Ausgang der Verhandlungen: „Die BOB gehört zu Bodensee-Oberschwaben und zur Südbahn. Wir sind deshalb sehr froh, dass wir einen guten Weg gefunden haben, die nächsten Jahre zu sichern. Mir fällt ein Stein vom Herzen, und vielen Fahrgästen sicherlich auch.“